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Bei der KfW scheint das richtige Gehalt erst im Ruhestand verdient zu werden

Hauptsitz der KfW.

Hauptsitz der KfW.

Gemeinhin herrscht die Vorstellung, bei Staatsbanken ließe sich nur Kleingeld verdienen. So haben die insgesamt sechs Vorstandsmitglieder der KfW laut dem Geschäftsbericht in 2012 insgesamt durchschnittlich gerade einmal 690.000 Euro eingestrichen. Spitzenverdiener war Vorstandschef Ulrich Schröder mit 1,03 Mio. Euro.

Nur zum Vergleich: Die 1215 sogenannten regulierten Mitarbeiter der Deutschen Bank, die eine besondere Verantwortung für Ergebnis und Risiko des Konzerns tragen, haben im vergangenen Jahr rund 1,33 Mio. Euro eingestrichen und lagen damit etwa doppelt so hoch wie ein durchschnittlicher KfW-Vorstand.

Doch das richtige Geld scheint bei der KfW nicht während des Arbeitslebens, sondern im Ruhestand verdient zu werden. So weist der Geschäftsbericht der KfW für 2012 4,14 Mio. Euro für die Gesamtbezüge des sechsköpfigen Vorstands – und 3,89 Mio. Euro für die ehemaligen Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen aus, womit sich die Gesamtkosten nahezu verdoppeln.

Von daher scheint der Enthüllungsbericht der Bild am Sonntag durchaus zuzutreffen. So listet das Blatt mit Berufung auf ein vertrauliches Papier des Bundeswirtschaftsministeriums folgende Vergünstigungen auf:

–          Auch wenn ein Vorstand aus Krankheitsgründen nicht arbeitsfähig ist, erhält er trotzdem die vollen Bezüge bis zum Ende seiner Vertragslaufzeit. Die Arbeitsverträge haben zumeist eine fünfjährige Laufzeit.

–          Die KfW übernimmt die Prämien für die private Kranken- und Pflegeversicherung des Ehepartners und der Kinder.

–          Die KfW übernimmt auch die Kosten für einen etwaigen Zweitwohnsitz  und zahlt den geldwerten Vorteil, den eigentlich der Vorstand versteuern müsste. Gleiches gilt für einen Dienstwagen samt Fahrer, der rund um die Uhr zur Verfügung steht.

–          Die KfW übernimmt die Gebühren für die übliche Manager-Haftpflichtversicherung des Vorstands.

Was die Vergütungen der normalen Mitarbeiter betrifft, lässt sich die staatseigene Bank nicht in die Karten schauen. Während Institute wie die Deutsche Bank alljährlich einen detaillierten Vergütungsbericht veröffentlichen müssen, scheut sich die Staatsbank sogar den Personalaufwand für ihre Mitarbeiter in ihrem Geschäftsbericht auszuweisen.

Der Verwaltungsaufwand – der neben den Personal- auch Sachkosten beinhaltet – belief sich in 2012 jedoch auf 914 Mio. Euro. Normalerweise entfällt bei Banken rund die Hälfte auf Personalkosten. Bei 5190 Beschäftigten müsste die KfW also rund 88.500 Euro pro Mitarbeiter zahlen. Doch auch hier handelt es sich um Peanuts im Vergleich zur Deutschen Bank. Diese ließ in 2012 durchschnittlich 139.400 Euro für ihre rund 97.000 Mitarbeiter springen.

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