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Stellt mich ein – ich kann tanzen

Wenn es hart auf hart kommt, zeigen Möchtegern-Banker, was sie können.

Kürzlich verfolgte die US-amerikanische Finanzgemeinde an Wall Street den innovativen Versuch eines Bewerbers namens Aleksey Vayner, bei der New Yorker UBS-Niederlassung eine Anstellung im Investmentbanking zu ergattern – mit Hilfe eines elfseitigen Lebenslaufes und eines selbst geschnittenen Videos.

Auf diesem zeigt der junge Mann seine Fähigkeiten beim Gesellschaftstanz oder beim Tennisspiel, stemmt Gewichte, zerschmettert Ziegelsteine mit seinen bloßen Händen und beeindruckt mit kleinen Weisheiten wie “Erfolg ist ein mentales Phänomen, kein physisches”, “Schließe Verlierer aus deinem Leben aus” oder “Nichts ist unmöglich”.

Ist dies der neue Weg zu einem Job im Banking? Glücklicherweise nicht. “Den einzigen Erfolg, den ein solcher Bewerber bei den hiesigen Banken sicher hat, dürfte ein Lacherfolg sein”, kommentiert Matthias Junges, geschäftsführender Gesellschafter der Bad Homburger Personalberatung MJ Consult, Vayners Aktion.

Die Kunst ist es Junges zufolge weniger, besonders aufwändige Bewerbungen einzureichen, sondern vielmehr, die Balance zwischen zu oberflächlich und zu detailliert zu finden. “Konkrete, aussagekräftige Bewerbungen – das ist es, was die Personalverantwortlichen wollen”, rät Junges.

Bei interessanten Diplomarbeiten kann es ratsam sein, etwas ins Detail zu gehen, jedoch auf keinen Fall bei den Hobbys. “Wenn ich Bewerber sehe, die so viele Hobbys angeben, frage ich mich, wann die überhaupt arbeiten wollen”, schmunzelt Junges.

Niemand weiß genau, ob Yale-Absolvent Vayner, der sich in seinem Lebenslauf als Weltklasse-Athlet und CEO gleich zweier Unternehmen vorstellt – was sich inzwischen als schlichtweg erfunden herausgestellt haben soll – mit dieser Bewerbung wirklich eine Anstellung bei UBS ergattert hat. Inzwischen heißt es in New York, er sei zu einem Bewerbungsgespräch bei der Credit Suisse geladen worden. Doch bei welcher Bank er auch immer unterkommt – Vayners zukünftiger Arbeitgeber kann sicher sein, dass er eine heiße Sohle aufs Parkett legt.

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