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Wer ist Paul Lerbinger?

So schnell können Gerüchte zu Fakten werden. Nachdem erst vor einigen Stunden Gerüchte über die Bestellung Paul Lerbingers zum neuen HSH Nordbank-Chef die Runde machten, schuf der Aufsichtsrat jetzt Fakten. Der ehemalige Co-Chef der Citigroup Deutschland Paul Lerbinger tritt ab dem 1. März kommenden Jahres in den Vorstand der krisengeschüttelten Bank ein und übernimmt einen Monat später den Chefsesssel von Dirk Jens Nonnenmacher.

Mit Lerbinger tritt ein reinrassiger Investmentbanker die Nachfolge Nonnenmachers an. Der Vertrag des 54jährigen läuft bis Ende Februar 2014.

Laut der Bank sei diese Regelung “einvernehmlich” erfolgt. Doch auch nach dem Rausschmiss bei der krisengeschüttelten HSH Nordbank wird Nonnenmacher nicht am Hungertuch nagen. So soll Nonnenmacher sämtliche Bezüge bis zum Auslaufen seines Arbeitsvertrages Ende 2012 ausbezahlt erhalten. “Einschließlich Pensionsansprüchen dürften die Zahlungen knapp unter zwei Millionen Euro liegen”, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Doch wer ist der Mann, der dem skandalumwitterten Nonnenmacher an der Spitz der HSH Nordbank nachfolgt?

Paul Friedrich Lerbinger erblickte das Licht der Welt am 16. Dezember 1955 und studierte Betriebswirtschaftslehre in Deutschland und den USA. Nach einer Promotion in Bankbetriebswirtschaftslehre in 1984 startete der Bayer seine Karriere bei BMW in der Kapitalmarktfinanzierung. 1987 wechselte der damals 31-jährige als Abteilungsleiter zu JP Morgan und 1990 zur Investmentbank UBS Warburg in London. Dort wurde er 1993 auch in die Geschäftsführung berufen.

Zwei Jahre später zog es Lerbinger zur Deutschen Bank in London und Frankfurt, wo er die Investment Banking Division für Deutschland und Equity Capital Markets für die deutschsprachigen Länder leitete.

Seine letzte berufliche Station führte Lerbinger 2002 schließlich zur Citigroup in Frankfurt. 2007 avancierte der Investmentbanker sogar zum Co-Chef der Citigroup in Deutschland, die nach der Trennung von der Retailsparte in Deutschland nur noch Investmentbanking betreibt.

Laut offizieller Begründung schied Lerbinger bei der Citigroup aus privaten Gründen im Sommer aus, weshalb er für die Beförderung an die HSH Nordbankspitze bereitstand. Mit seinem Werdegang erfüllt der Bayer auch die aufsichtsrechtlichen Voraussetzungen zur Führung einer Bank.

Bei der kriselnden HSH Nordbank steht Lerbinger vor großen Aufgaben. So hat das Betriebsklima unter dem alten Chef arg gelitten. Überdies muss Lerbinger das zukünftige Geschäftsmodell der Landesbank umreißen und vor der EU-Kommission verteidigen, denn das Institut musste während der Krise von den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hamburg mit 3 Mrd. Euro gestützt werden, weshalb die EU-Kommission bei der Sanierung ein gewichtiges Stück mitzureden hat.

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