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3500 Arbeitsplätze verschwunden: Deutsche Bank liefert dennoch schwache Zahlen

Während die meisten US-Banken, aber auch die Credit Suisse zu alter Ertragsstärke zurückgefunden haben, fallen die Ergebnisse bei der Deutschen Bank enttäuschend aus. So erzielte der deutsche Branchenprimus im zweiten Quartal gerade einmal ein Vorsteuerergebnis von 792 Mio. Euro, was sogar 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. Nach Steuern kassierte die Bank lediglich 334 Mio. Euro, wie das Institut am heutigen Dienstag (30. Juni) mitteilte. Die von Bloomberg befragten Analysten hatten mit mehr als dem Doppelten gerechnet.

Das Ergebnis wurde allerdings durch weitere Rückstellungen für rechtliche Risiken in Höhe von 630 Mio. Euro belastet. Schon im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Deutsche Bank Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Milliardenhöhe gebildet. So sind weder die Auseinandersetzungen mit den Kirch-Erben noch die mögliche Verstrickung der Deutschen Bank in die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor geregelt.

3500 Arbeitsplätze weggefallen

Unterdessen kreist bei den Mitarbeitern der Rotstift. So beschäftigte das Institut per Ende Juni auf Vollzeitbasis nur noch gut 97.000 Mitarbeiter, womit binnen Jahresfrist fast 3500 Stellen weggefallen sind. Allein im Frontoffice des Investmentbankings wurden 1142 Arbeitsplätze oder  12 Prozent der Mitarbeiter eingespart. Im Deutsche Asset & Wealth Management, der größten Baustelle des Konzerns, waren es knapp 10 Prozent oder 662 Stellen.

Entsprechend zeigten im ersten Halbjahr auch die Personalkosten nach Süden. Allerdings sank der Personalaufwand binnen Jahresfrist lediglich um 4 Prozent auf knapp 6,8 Mrd. Euro. Den Bankenanalysten Ingo Frommen von der Landesbank Baden-Württemberg überrascht dies kaum. Laut Frommen würden viele der Sparmaßnahmen erst im Laufe der Zeit greifen. Vorerst werde das Ergebnis noch durch die Kosten der Umstrukturierung belastet.

Erträge im Fixed Income-Geschäft fallen weg

Dennoch spürt auch die Deutsche Bank die Erholung an den Märkten. So kletterten die Erträge aus dem Investmentbanking im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf gut 3,7 Mrd. Euro. und der Vorsteuergewinn legte um 58 Prozent auf 785 Mio. Euro zu. Allerdings läuft das Geschäft in den jeweiligen Sparten recht unterschiedlich.

Im Equity Sales & Trading erhöhten sich die Erträge um 55 Prozent auf 787 Mio. Euro und in Origination & Advisory um 45 Prozent auf 738 Mio. Euro. Dagegen musste die Deutsche Bank im Fixed Income-Geschäft Federn lassen, wo die Erträge um fast 11 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro sanken.

Die Personalkosten im Investmentbanking  verminderten sich im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf knapp 3,2 Mrd. Euro.

Tansaction Banking und Filialgeschäft liefern gute Profite

Das Global Investmentbanking glänzte abermals mit einem Gewinnwachstum. Der Vorsteuergewinn kletterte um 9 Prozent auf 322 Mio. Euro. Auch der Vorsteuergewinn im Filialgeschäft kann sich mit 507 Mio. Euro sehen lassen. Dies stellt ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38 Prozent dar.

Dagegen hat die Deutsche Bank in ihrem Asset & Wealth Management auch weiterhin zu kämpfen. Der Vorsteuergewinn purzelte abermals um 17 Prozent auf 82 Mio. Euro.

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