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Grundkurs Menschenkenntnis: Fünf Tipps für den ersten Eindruck

Kaum eine Branche ist so abhängig vom menschlichen Faktor wie Banken. Dies zeigt sich schon am herausragenden Anteil der Personalkosten an den Gesamterträgen. So hat die Deutsche Bank im Geschäftsjahr 2012 33,7 Mrd. Euro eingenommen und 13,5 Mrd. für Personal wieder ausgegeben, was eine Compensation Ratio von 40 Prozent bedeutet. Bei anderen Häusern liegt der Anteil noch höher – gelegentlich sogar bei über 50 Prozent.

Bei so viel Geld spielt die richtige Mitarbeiterauswahl eine entscheidende Rolle. Doch abgesehen von objektiven Fakten wie Ausbildung, Berufserfahrung und Kompetenzen –  wie lässt sich die Persönlichkeit eines potenziellen Mitarbeiters in einem kurzen Erstgespräch ermitteln? Bernhard P. Wirth arbeitet als Persönlichkeitscoach und hat einen kurzen Ratgeber über Menschenkenntnis geschrieben. Hier seine besten Tipps:

1. Der Händedruck

Für den ersten Eindruck erhält man bekanntlich keine zweite Chance. Da sich normalerweise die Menschen bei einem ersten Kontakt begrüßen, kommt dem Händedruck für den ersten Eindruck eine maßgebliche Rolle zu. „Der feste Händedruck vermittelt sofort einen angenehmen Eindruck, weil er von einem gesunden Selbstbewusstsein spricht“, betont Wirth. Dagegen signalisiere ein flüchtiger Händedruck Unsicherheit. „Schnell kann hier … der Eindruck entstehen, dass Unsicherheit oder gar Ängstlichkeit eine herausragende Charaktereigenschaft ist“, warnt Wirth. Ein überstarker Händedruck werde wiederum mit körperlicher Arbeit und wenig Feingefühl assoziiert. Ein weicher Händedruck deute indes auf Passivität hin.

2. Die Sprechweisen

Bei Vorstellungsgesprächen ist nicht allein der Gesprächsinhalt aussagekräftig, sondern auch der Sprachstil. So zeuge eine klare Aussprache von Kompetenz. Die Leute erscheinen, als wüssten sie, wovon sie reden. „Das Bedürfnis nach Klarheit in der Informationsaufnahme und -weitergabe, ein ausgeprägtes Eigendisziplinierungs- und Verantwortungsgefühl sowie Erfolgsorientierung sind erkennbar“, schreibt Wirth.

Dagegen zeuge eine lebhafte Ausdrucksweise von Emotionalität und Temperament; eine monotone Sprechweise indes für übertriebene Sachlichkeit. „Diese Menschen können oder wollen ihre Emotionen nach außen hin nicht sichtbar werden lassen.“

3. Der Ton macht die Musik

Laut Wirth ließen sich viele Berufsgruppen schon an der Tonalität ihrer Sprache erkennen: Vom Berufssoldaten über den Politiker bis hin zur Kinderkrankenschwester. So spreche eine leise Stimme für innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. „Hier kommen Respekt vor anderen und kommunikatives Interesse zum Ausdruck, was Teamfähigkeit vermuten lässt. Solche Menschen werden auch in Stresssituationen den Überblick behalten und gleichzeitig andere davon abhalten, in schwierigen Situationen den Kopf zu verlieren“, meint Wirth.

Entsprechend dokumentiere eine laute Stimme physische und psychische Stärke. Allerdings drohe eine allzu laute Stimme Gesprächspartner zu  irritieren.  Die Person wird rasch als autoritärer Charakter wahrgenommen, der nicht bereit sei, die Meinung anderer zu respektieren, was nicht gerade für einen Teamplayer spricht.

Eine warme Stimme zeuge von emotionaler Beteiligung und Ausgeglichenheit; eine kalte Stimme von Sachlichkeit. „Die Lautstärke und der Klang einer Stimme geben Auskunft über das emotionale Befinden eines Menschen. Wenn Sie genau hinhören, erfahren Sie dadurch sehr viel über die innere Verfassung Ihres Gesprächspartners“, betont der Coach.

4. Die Sitzweise

Ebenso wie der Händedruck gehört auch das Anbieten eines Sitzplatzes normalerweise zu jedem Erstgespräch. Somit kann auch die Sitzhaltung Aufschluss über den emotionalen Zustand und den Charakter seines Gegenübers geben.

Wer z.B. auf der Stuhlkante sitze und dabei noch den Oberkörper nach vorne lehne, signalisiere Unsicherheit. „So zu sitzen, ist eher eine Art Fluchtposition“, resümiert Wirth. Wer sich dagegen behaglich hinsetze generiert schon dadurch eine positive Grundeinstellung, die den Fortgang des Gespräches fördere. Wenn einem Kandidaten eine solche Sitzhaltung sogar in einem Vorstellungsgespräch gelingt, dürfte dies erst recht auf ein gesundes Selbstbewusstsein hindeuten. Eine aufrechte Sitzhaltung offenbare wiederum Aufmerksamkeit und Konzentration.

5. Verhalten

Laut Wirth verfügt jeder Mensch über eine Reihe von extrovertierten und introvertierten Verhaltensmustern, wobei die eine oder andere Seite oftmals dominieren. Da unterschiedliche berufliche Tätigkeiten eine unterschiedliche Persönlichkeit erfordern, ist dies gerade in einem Vorstellungsgespräch wichtig. So ist Extrovertiertheit für einen Sales-Mitarbeiter sicherlich deutlich wichtiger als für Beschäftigte in Back- oder Middleoffice-Positionen.

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