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Papier war gestern: Wie Studenten Social Media für ihre Karriereziele optimal einsetzen

Vorsicht mit dem Internet: Wollen Sie sich so potenziellen Arbeitgebern präsentieren?

Vorsicht mit dem Internet: Wollen Sie sich so potenziellen Arbeitgebern präsentieren?

Gleich ob Sie noch studieren oder sich als Absolvent bewerben: Es ist nie zu früh, sich ein attraktives Online-Profil zuzulegen, denn regelmäßig informieren sich Arbeitgeber über Bewerber via Google. Dabei kann der Arbeitgeber ganz schnell auf pikante Informationen aus dem Studentenleben stoßen, die einer Bewerbung nicht unbedingt auf die Sprünge verhelfen. Dies sollten Sie vermeiden.

Nach einer Umfrage des auf Social Media spezialisierten Marktforschungsunternehmens Reppler bei 300 Unternehmen durchsuchen bereits 91 Prozent der Arbeitgeber Social Media-Plattformen, um Näheres über die Kandidaten zu erfahren.

„Ein professioneller Auftritt und der Zustand des Lebenslaufes stellen heute nur drei Viertel des Weges dar – ein guter Online-Auftritt kann dabei schon von großem Vorteil sein“, erzählt Karriereberater Richard Bland von der renommierten London Business School. „Wir raten den Studenten, nach sich selbst von irgendeinem fremden Computer zu googlen, damit sie exakt nachvollziehen können, welche Informationen der Arbeitgeber über sie erhält.“

Facebook

Generell sollten Sie bei Ihrem Facebook-Profil den maximalen Datenschutz – Neudeutsch: „Privacy Settings“ – verwenden. Auch wenn den meisten Arbeitgebern bewusst ist, dass Bewerber auch ein Privatleben haben, müssen Sie sehr genau darauf achten, was Arbeitgeber via Google über Sie erfahren. Daher sollten Sie sich zweimal überlegen, ob Sie die Schnappschüsse der jüngsten Studenten-Orgie tatsächlich online stellen müssen – auch wenn Sie dabei großen Spaß hatten. „Es gelten die gleichen Regeln wie bei einem Interview: Es zählt der erste Eindruck“, betont Karriereberaterin Laura Jane Silverman von der London School of Economics.

Nur in besonderen Fällen sollten Sie sich eine öffentliche Facebook-Seite gönnen. „Falls Sie ein Unternehmen mit eigener Facebook-Seite haben, dann sollte diese allerdings auch öffentlich sein“, ergänzt Silverman. Obgleich es sich bei Facebook vor allem um eine Website für den privaten Gebrauch handelt, nutzen immer mehr Arbeitgeber Social Media, um mit potenziellen Kandidaten in Kontakt zu kommen. Daher tummeln sich viele Arbeitgeber auf Facebook. Bei wem Sie sich bewerben, bei dem sollten Sie also auch „like“ anklicken.

Twitter

Mit Twitter können Sie gegenüber einem Arbeitgeber überzeugend demonstrieren, dass Sie tatsächlich Interesse für berufsrelevante Themen mitbringen. Bland rät Studenten und Absolventen, Unternehmen, Organisationen und Personen zu folgen, die für sie interessant sind. „Falls Sie bestimmten Führungskräften folgen und diese dann in einem Vorstellungsgespräch treffen, dann können Sie sich fesselnder mit ihnen unterhalten.“

Dagegen rät Silverman zur Vorsicht: „Sie wissen niemals, welche Meinung der potenzielle Arbeitgeber vertritt, daher sollten Sie sich mit extremen wirtschaftlichen und politischen Äußerungen zurückhalten. So etwas kann in einem Vorstellungsgespräch angesprochen werden und Sie wollen ja nicht gleich zu Beginn des Gesprächs auf dem falschen Fuß ertappt werden.“

Xing und LinkedIn

Sie sollten unbedingt darauf achten, Ihr Xing- oder LinkedIn-Profil zu vervollständigen und auf dem aktuellen Stand zu halten. Die Karrierezentren einiger Hochschulen bieten gelegentlich Workshops an, wie sie Ihr Xing oder LinkedIN-Profile optimieren. So erlauben diese Plattformen diverse Zusatzinformationen abrufbar zu machen. Daraus sollten Sie das Meiste herausholen, rät Silverman: „Bei LinkedIn können Sie zeigen, welche Bücher Sie gelesen haben, welche Events Sie besucht haben und welchen Berufsnetzwerken Sie angehören. Sie können pro-aktiv zeigen, worin Sie sich neben Ihrem Studium engagieren.“

Blogs und eigene Websites

Mit einem eigenen Blog können Sie unterstreichen, dass Sie eine Expertise in einem bestimmten Bereich mitbringen – besonders wenn Sie genügend Leser finden. Doch auch bei persönlichen Websites und Blogs rät Bland zur Vorsicht. Finanzdienstleister würden sich bemühen, bei Einstellungsentscheidungen emotionale Aspekte auszublenden. Vielmehr verfügten sie über einen „sehr strukturierten Einstellungsprozess“. Viele Unternehmen würden dabei auch auf Diskretion und Seriosität der Bewerber achten. Vollmundige Äußerungen im Internet können dabei kontraproduktiv ausfallen.

„In den 90er Jahren und nach der Jahrtausendwende haben viele Leute in der Branche angefangen, die eigentlich keine Banker waren. Die Banken wollen die klügsten Leute mit der richtigen Motivation – und dabei solle es nicht allein um finanzielle Anreize gehen“, sagt Bland. Falls Sie also Ihren eigenen Blog anfangen, dann sollten Sie auch darauf achten, dass Sie die richtige Persönlichkeit für das jeweilige Fachgebiet und den fraglichen Job mitbringen.

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