☰ Menu eFinancialCareers

Wie Sie eine Beförderung ablehnen, ohne Ihre Karriere zu torpedieren

torpedo

Muss man verrückt sein, um eine Beförderung auszuschlagen? Doch es kann auch gute Gründe für diesen Schritt geben. Der Trick besteht vielmehr darin, eine Beförderung abzulehnen, ohne sich damit in die Karrieresackgasse zu manövrieren. Wir haben mit einigen Karriereprofis über die richtige Taktik gesprochen. Entscheidend scheint dabei eine ehrliche Kommunikation zu sein.

In welchen Fällen eine Ablehnung klug sein kann

„Ein gutes Beispiel für eine schlechte Beförderung besteht darin, wenn Ihnen nur ein neuer Titel mit mehr Aufgaben, aber ohne zusätzliche Vergütung angeboten wird. Dies kann bedeuten, dass Sie Ihr Vorgesetzter nur ausnutzen will und dass möglicherweise der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um sich nach einer neuen Stelle umzuschauen“, erzählt Recruiterin Stella Tang von Robert Half in Singapur. Ein weiteres Problem könne darin bestehen, wenn Sie eine Beförderung von ihrem Karriereweg abbringt und Sie womöglich in einer Sackgasse enden.

Laut dem Recruiter Joel Hides von Robert Walters in Singapur komme es entscheidend darauf an, sich die neue Position ganz genau anzuschauen. „Obgleich jeder bei einer Beförderung zunächst vor Freude in die Luft springt, sollte man sich doch darüber im Klaren sein, dass ein Job mit mehr Verantwortlichkeiten Ihrer Karriere mehr schaden als nützen kann, wenn Sie nicht die erforderlichen Kompetenzen mitbringen und Unterstützung aus dem Unternehmen ausbleibt.“

Allerdings scheint es in den Finanzdienstleistungen nur wenige Leute zu geben, die tatsächliche eine Beförderung ausschlagen. „Viele Leute haben Angst davor, dass ihnen das als mangelnder Ehrgeiz ausgelegt wird oder dass Sie nicht in der Lage sind, mit den Herausforderungen der neuen Stelle zurechtzukommen. Und befürchten, dass Sie bei einer anderen Gelegenheit künftig übergangen werden“, sagt Headhunter Marcus Emery von Porterallen.

Wie Sie vermeiden, bei künftigen Beförderungen übergangen zu werden

Um eine Auswirkungen der Ablehnung auf seine künftige Karriere zu verhindern, kommt es laut Tang auf eine geschickte Kommunikation an. „Zeigen Sie sich dankbar und beginnen Sie Ihre Ablehnung, indem Sie sich ehrlich bedanken. Damit schaffen Sie einen positiven Start in ein schwieriges Gespräch. Bei Ihren Gründen für die Ablehnung müssen Sie ehrlich sein. Ihre Vorgesetzten werden es begrüßen, wenn sie die Gründe für Ihre Ablehnung nachvollziehen können. Bei familiären Gründen oder wenn Sie andere Karriereziele anstreben, dann verstehen das die meisten Arbeitgeber.“

Ihren Vorgesetzten muss klar sein, dass Sie sich die Gründe für oder wider genau überlegt haben, ergänzt Emery. „Dann können Sie sagen, dass die angebotene Position nicht ganz Ihren Stärken entspricht, dass es sich nicht um den richtigen Zeitpunkt gehandelt habe oder dass Sie Ihre Ziele in Ihrer aktuellen Position noch nicht erreicht haben.“

Wie Sie einem neuen Arbeitgeber erzählen, dass Sie eine Beförderung ausgeschlagen haben

Wenn Sie einem potenziellen Arbeitgeber vom Ausschlagen einer Beförderung erzählen, dann wird dies bei den meisten auf Skepsis stoßen. Im gegenwärtigen Arbeitsmarktumfeld dürften viele Arbeitgeber den Verdacht hegen, dass Sie bei einer Beförderungsrunde einfach übergangen worden sind. Nicht zuletzt kann dies Zweifel an Ihrem Ehrgeiz und Ihrer Arbeitsethik schüren.

„Es ist nicht klug zu erwähnen, dass Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber gerade eine Beförderung abgelehnt haben. Es gibt keinen Grund dies selbst anzusprechen, sofern Sie nicht direkt danach gefragt werden. Falls Sie nicht darum herum kommen, Ihre Entscheidung zu begründen, dann sollten Sie bei der Wahrheit bleiben. Sie sollten niemals Ihrem alten Vorgesetzten eine Geschichte erzählen und Ihrem potenziellen Arbeitgeber eine andere, da sich beide vielleicht kennen und Informationen austauschen.“

Vielmehr kommt es auf Integrität an. Hides rät dazu, direkt und ehrlich zu sein: „Falls erforderlich, bitten Sie um die Erlaubnis und geben Sie Ihren ehemaligen Arbeitgeber als Referenz an.“

Ähnliche Artikel:

500 Jahre „Der Fürst“: Was Banker von Machiavelli lernen können

Wieso der Wechsel nach der Beförderung ein kluger Schritt sein kann

Bei Goldman Sachs und anderswo: Was Sie unternehmen können, wenn Sie bei der Beförderung wieder einmal übergangen wurden

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier