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Trend oder Einzelfälle? Deutsche Banker kehren London den Rücken

London: Weltstadt, Hauptstadt, Finanzplatz, Arbeitsplatz.

Nicht nur hunderttausende deutsche Touristen verlieben sich jedes Jahr aufs neue in Europas Metropole, auch einige tausend deutsche Banker haben hier eine mitunter steile Karriere erlebt.

Die goldenen Zeiten könnten aber schon bald zuende gehen. Großbanken wie die Citigroup und Investmentbanken wie Lehman Brothers haben auf die Finanzkrise reagiert – und hunderte Banker in der “City” und der Satellitenstadt Canary Wharf entlassen.

Enda Madden, Personalberater bei Eurolondon in Frankfurt, beobachtet derzeit, dass sich deutsche Investmentbanker in London verstärkt um Jobs in Deutschland umschauen. Sei es, weil sie gerade entlassen wurden, oder weil sie um ihren Job fürchten.

“Pro Woche telefoniere ich mit drei bis vier deutschen Kandidaten in London, die einen neuen Job in der Heimat suchen”, sagt der auf die Finanzbranche spezialisierte Headhunter.

Zwar bekommt auch Deutschland die Auswirkungen der Subprimekrise zu spüren. Doch im Vergleich zu den führenden Finanzplätzen in New York und London, hat sich der Finanzplatz Germany gut gehalten. Madden: “Der Markt in Deutschland ist derzeit nicht so schlecht wie in Großbritannien.”

Zwar stellen Großbanken wie die Deutsche Bank und Commerzbank derzeit keine Investmentbanker ein. “Doch Investmentboutiquen und Beteiligungsgesellschaften suchen weiter nach geeigneten Kandidaten”, so der Recruiter.

Zu den kleineren Investmentbanken in Deutschland, die weiter einstellen, zählen zum Beispiel Häuser wie Leonardo und Close Brothers. Und bei Beteiligungsgesellschaften, die sich auf Unternehmenskäufe bis 500 Mio Euro spezialisiert haben, laufen die Geschäfte ebenfalls gut. Die Kaufpreise bekommen die “Heuschrecken” dank gut gefüllter Kriegskassen auch ohne Bankenkonsortium finanziert.

Was für Erfahrungen haben Sie gemacht? Kennen Sie Kollegen oder Bekannte, die gerade das Rückflugticket nach Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf oder München gebucht haben?

Oder halten Sie es eher mit einer auf die Vermittlung von Toppositionen spezialisierten Headhunterin? Die hat nämlich das Gegenteil gesehen: Es gebe nachwievor viele Banker, die Frankfurt unbedingt den Rücken kehren und lieber in Zürich oder London arbeiten wollen. Sie kenne aber niemanden, der von dort unbedingt nach Deutschland zurückkehren wolle.

Kommentare (4)

Comments
  1. Letzeres: Wer als Investmentbanker freiwillig lieber in Frankfurt statt in London arbeitet, wie heißt das noch einmal? Genau: Der hat den Schuss nicht gehört.

  2. Ich kenne jemanden, der gerade in London entlassen wurde, und zwar aus dem Bereich – surprise, surprise – Leveraged Finance. Er lässt gerade in Deutschland suchen. Bin gespannt, ob er was adäquates findet. So ne Entlassung könnte ja auch als Brandzeichen gesehen werden.

  3. Es ist mir völlig wurscht, was mit diesen überbezahlten Yuppies passiert. Diese Finanzjongleure haben uns “normalen” Bankern am Schalter die Suppe aus hohen Verlusten und eingestürzten Aktienkursen eingebrockt. Dann sollen sie die auch gefälligst selbst auslöffeln.

  4. Hi Norbi,

    sorry dass es bei dir nicht für mehr als den Schalter gereicht hat. Wenn sich Banker unterhalten, solltest du lieber leise sein. Dein Job hat höchstens Sachbearbeiternieveau und wird daher mehr als überbezahlt.

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