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Killerfragen rund um Aktien aus echten Vorstellungsgesprächen

Vor einiger Zeit hat eFinancialCareers ein Preisausschreiben zu den schlimmsten Killerfragen rund um Aktien veranstaltet, die tatsächlich in Vorstellungsgesprächen gestellt wurden. Wir haben die Ergebnisse gesammelt und stellen Sie Ihnen hier vor:

1. Sie spazieren in ein Casino und stehen vor einem Roulettetisch. Dort erfahren Sie, dass in den vergangenen fünf Spielen immer die Zahl 18 gefallen ist. Welche Strategie schlagen Sie vor?

Die vorgeschlagene Antwort: Die naheliegendste Antwort lautet: Es ist gleich, welche Zahlen gefallen sind. Denn es herrschen statistisch immer die gleichen Chancen.

Eine reichlich dumme Antwort wäre: Da die 18 bereits fünf Mal gefallen ist, sinkt die Chance für ein sechstes Mal.

Beide Antworten sind falsch oder zumindest nicht optimal.

Die ideale Antwort wäre: “Ich setzte auf die 18”

Denn theoretisch ist es völlig gleichgültig, auf welche Zahl Sie setzen. Doch aus praktischer Sicht könnte etwas mit dem Roulettetisch nicht in Ordnung sein, weshalb die 18 überproportional häufig fällt.

2. Erklären Sie exotische Aktienoptionen so, dass es ein Achtjähriger versteht

Antwort: Tatsächlich gibt es für diese Frage keine gute Antwort. Denn es liegt im Wesen dieser Vehikel, höchst komplex zu sein und um diese angemessen zu erläutern, müsste zuerst das Grundkonzept von Optionen verstanden werden.

Daher wäre es am besten, die ganze Antwort radikal zu vereinfachen und auf verständliche Vergleiche zurückzugreifen. Beispielsweise:

Bei Aktienoptionen handelt es sich um eine Art Spiel, bei dem Du beispielsweise immer am Sonntag Kuchen essen darfst, wenn es in der Woche nicht regnet. (Dabei wird die Optionalität durch das Ereignis ausgedrückt, das eintreten kann oder auch nicht.)

Bei exotischen Aktienoptionen wird die Sache etwas komplizierter. Dann darfst Du z.B. am Sonntag nur Kuchen essen, wenn an drei Tagen der Woche die Sonne scheint und es am Mittwoch nicht regnet. (Es werden also zusätzliche Bedingungen eingeführt, die beispielsweise Knockoutschwellen berücksichtigen.)

3. Machen Sie mir einen Aktien-Trade schmackhaft, der nur auf Makroökonomie basiert

Antwort: Dies ist gar nicht so leicht, wie es klingt. Denn Sie können nicht einfach eine einzelne Aktie vorschlagen. Denn der Partner im Vorstellungsgespräch kann Ihre Antwort durch irgendein unternehmensspezifisches Detail einfach abschießen.

Daher sollten Sie einen Index-Trade vorschlagen – wie z.B. einen ETF, der auf irgendeiner makroökonomischen Idee beruht.

4. Wieso kann eine Aktie unter ihrem Buchwert notieren? Fallen Ihnen dazu Beispiele ein?

Da es sich bei dem Buchwert um einen Begriff aus der Buchhaltung handelt, kann es viele Gründe hierfür geben.

Das kann zum Beispiel auf die Art und Weise zurückgehen, wie Aktiva in der Bilanz bewertet werden. Es kann indes auch sehr schlimme Gründe hierfür geben. Beispielsweise können Zweifel an Liquidität oder Zukunftsperspektiven des Unternehmens bestehen.

Daher müssen die Qualität der Aktiva eines Unternehmens und auch das künftige Ertragspotenzial eines Unternehmens berücksichtigt werden, wenn eine Aktie unter Buchwert gekauft wird. Denn nur weil die Aktie – gemessen am Buchwert – billig ist, muss diese noch längst nicht steigen.

Derzeit gibt es zahlreiche Beispiele vor allem aus dem japanischen Aktienmarkt. Dort liegen die Kurse unter dem Buchwert, weil die Aussichten der Wirtschaft verhalten sind. Schon vor dem verheerenden Erdbeben lagen rund zwei Drittel der Aktien der 225 Unternehmen des Nikkei unter ihrem Buchwert.

5. Eine Kaufoption mit noch einjähriger Laufzeit ist am Geld und kostet 10 Euro. Falls sich keiner der Parameter (Kurs des Basiswertes, Volatilität etc.) ändert, was kostet der Call in sechs Monaten?

7,071 Euro. Denn der Preis des Option berechnet sich aus der Quadratwurzel x 0,5 (wegen der sechs Monate) x 10 Euro.

6. Wie hoch ist der Preis einer Kaufoption mit einjähriger Laufzeit auf eine Aktie, die bei 100 Euro notiert. Der Zins beträgt 5 Prozent, die Volatilität liegt bei 0 und es werden keine Dividenden gezahlt.

Die Kaufoption erlaubt es Ihnen, die Aktie in einem Jahr für 100 Euro zu kaufen. Folglich müssen Sie zu dem Aktienpreis 5 Prozent Verzinsung hinzurechnen, womit 5 Euro generiert werden. Der Optionspreis liegt beim abgezinsten Wert, also bei 4,76 Euro.

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