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Wie Sie gekonnt Verzweiflung bei der Jobsuche tarnen

Eine gute Tranung kann gelegentlich auch bei einer Bewerbung hilfreich sein.

Eine gute Tranung kann gelegentlich auch bei einer Bewerbung hilfreich sein.

Viele arbeitslose Banker erleben harte Zeiten. So haben laut dem Datenlieferant Bloomberg die britischen Banken im Vergleich zur Vorkrisenzeit 189.000 Stellen gestrichen. In der Schweiz und Deutschland sieht es ein wenig besser aus. Dennoch trennt sich auch die UBS derzeit von 10.000 Mitarbeitern. Und just am heutigen Dienstag hat die Deutsche Bank verkündet, bei ihrer Tochter Sal. Oppenheim 330 Stellen zu streichen, was nahezu 40 Prozent der gesamten Mitarbeiterschaft darstellt.

Angesichts dieser Zahlen verwundert es kaum, dass bei den Betroffenen Verzweiflung grassiert. Doch leider gelten solche Emotionen oft als Ausweis für Schwäche, was bei einer Bewerbung hinderlich sein kann. „In unserer Gesellschaft ist Verletzlichkeit verpönt“, stellt Karrierepsychologe Oliver James fest. „Bei allem, was Sie in Ihrem Arbeitsumfeld unternehmen, geht es auch darum, welchen Eindruck man hinterlässt. Falls Sie verzweifelt sind, sollten Sie über Ihre wirklichen Gefühle hinwegsehen und eine Fassade aufbauen“, rät James.

Wenn auch Sie nach einem der raren Jobs im Banking suchen, dann raten Psychologen und Karrierecoaches zu folgenden Tricks und Taktiken:

1. Geben Sie Zeiträume in Jahren und nicht in Monaten an

Falls Sie schon auf eine lange Berufserfahrung zurückblicken können und erst einige Monate arbeitslos sind, dann können Sie die Arbeitslosigkeit tarnen, in dem Sie die Stationen Ihrer Karriere in Jahren und nicht in Monaten angeben. „Falls Sie aber ein jüngerer Banker sind, dann müssen Sie immer Monate angeben, wenn Sie über vorherige Jobs sprechen“, erzählt Victoria McLean von CityCV. „Aber wenn Sie eine berufserfahrene Persönlichkeit sind, dann können Sie so etwas raffinierter angehen.“

2. Prüfen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen nach Signalwörtern, die auf Verzweiflung hindeuten

Sie sollten Ihren Lebenslauf gezielt nach einzelnen Aspekten durchsehen. Gibt es in Ihrem Lebenslauf und Anschreiben Formulierungen, die auf Verzweiflung hindeuten? „Es ist wirklich wichtig, welche Formulierungen Sie verwenden“, sagt McLean. „Sie wollen als selbstbewusst wahrgenommen werden und ich denke, dass Sätze wie ‚Ich hoffe…‘ ‚ich hoffe wirklich‘ ‚ich kann mich auf alles einstellen‘ oder ‚ich kann mich schnell einarbeiten‘ ein wenig verzweifelt klingen.“

3. Sprechen Sie langsam

Wenn Menschen verzweifelt oder nervös sind, dann tendieren sie dazu, schnell drauflos zu quasseln. „Schnell zu sprechen ist ein Zeichen von Nervosität“, sagt Karrierecoach Michael Moran von 10Eighty. „Sie können zu schnelles Sprechen vermeiden, wenn Sie vorher genau einstudieren, was Sie erzählen wollen“, rät Moran.

4. Achten Sie auf Ihre Körpersprache

Wenn Sie Selbstbewusstsein ausstrahlen und Verzweiflung kaschieren wollen, dann kann es teilweise recht nützlich sein, kurz vor einem Vorstellungsgespräch eine energische Körperhaltung einzuüben. Laut Studien wirken Teilnehmer an Vorstellungsgesprächen anschließend selbstbewusster und energischer. Hilfreich kann es auch sein, kurz zuvor einen kurzen Aufsatz über eine Gelegenheit zu schreiben, als Sie sich stark und völlig Herr der Lage fühlten. Dagegen sollten Sie sämtliche Körperhaltungen in und vor dem Vorstellungsgespräch vermeiden, die als Nervosität gedeutet werden können – indem Sie z.B. zusammengesunken dasitzen. Auch sollten Sie Erinnerungen an Situationen vermeiden, als Sie sich niedergeschlagen fühlten.

Viele Leute fürchten in einem Vorstellungsgespräch sprichwörtlich rot zu werden, was die Nervosität zusätzlich steigert. „Besonders Frauen meinen, dass sich die Farbe ihres Gesichtes und ihres Nackens verändert, wenn sie nervös sind“, sagt der Karrierecoach. Moran rät sich durch sein Netzwerk gut vorzubereiten oder die einzelnen Punkte vorab gedanklich genauestens durchzuspielen, um auf diese Weise die Nervosität abzubauen.

5. Nutzen Sie soziale Netzwerke mit gebotener Vorsicht

Falls Sie arbeitslos sind, dann mögen Netzwerke wie Xing oder LinkedIn eine verlockende Plattform darstellen, um sich bei Recruitern und Bankern in Erinnerung zu rufen. Doch der Hiring Manager einer US-Bank rät von einem solchen Vorgehen ab. „Es gibt alle möglichen Leute, die mit mir über Linkedin in Kontakt treten wollen. Solange ich sie nicht kenne, bin ich immer sehr vorsichtig, was ihre Motive betrifft.“

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