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GASTKOMMENTAR: Wieso der CFA besser als so manches Unistudium ist

Unser Gastautor strebt den Chartered Financial Analyst (CFA) an und hat bereits die ersten beiden Level erfolgreich abgelegt. In dem Beitrag erzählt der Autor von seinen Erfahrungen und warum der CFA besser als so manches Studium ist.

Die Ausbildung zum CFA verlangt etwas, was im heutigen Bildungssystem eher ungewöhnlich ist: ein breites Wissen um Zusammenhänge und Märkte. Je nach Universität stellt das Grundstudium in den Wirtschaftswissenschaften eine Art Basiswissen zur Verfügung und gibt den Studenten damit einen interdisziplinären Überblick. Spätestens im Hauptstudium findet dann die Spezialisierung statt und man entscheidet sich für die Themen, in denen man seine persönlichen Stärken vermutet.

Breites Wissensspektrum wird vermittelt

Wer nun glaubt, der CFA gehe den gleichen Weg, der irrt. Bereits in Level I findet sich der Kandidat in der breiten Grundausbildung wieder: Angefangen von ethnischen Standards, Statistik, Mikro- und Makroökonomie, Geldpolitik, Bilanzanalyse, Aktien- und Anleihemärkte bis hin zu Derivaten und Portfolioanalyse ist alles vorhanden.

In Level II werden die Grundlagen aus Level I weiter vertieft. Wer in Level I bereits Schwierigkeiten in einem der Themengebiet hatte, darf hier keine Erleichterungen erwarten. Man geht noch stärker ins Detail und verlangt vom Kandidaten mehr als reines Auswendiglernen. Der Kandidat soll Märkte und Finanzmarktprodukte, ihre Anwendungsmöglichkeiten und die Hintergründe verstehen.

Während Level I und II noch einen stärkeren Hang zur Mathematik aufweisen, ist Level III stark von Asset-, Portfolio- und Riskmanagement geprägt. Der Kandidat wird hier in die modernen Ansätze der drei genannten Bereiche eingeführt, mit dem Ziel, diese zu verstehen und anwenden zu können.

Praxisnähe ist ein entscheidender Vorteil

Wer sich einmal die Mühe macht und verschiedene Stellenbeschreibungen zu Portfoliomanagern ansieht, erkennt rasch, dass der CFA fast immer als “wünschenswert” bezeichnet wird – und das nicht ohne Grund. Nach meiner persönlichen Einschätzung vermeidet die Ausbildung zum CFA einen Fehler, der in unserem heutigen Bildungssystem weit verbreitet ist: die zu starke Spezialisierung.

Als Berater für Banken und Versicherungen im Bereich Capital Markets haben mir die CFA-Readings hervorragende Dienste geleistet, theoretisches Wissen erfolgreich in die Praxis umzusetzen. Die Ausbildung ist äußerst praxisnah und vermittelt jedem, der sich die Mühe macht, die Konzepte zu verstehen, ein Wissen, mit dem er oder sie in jeder Diskussion mithalten kann.

Wie schwer ist ein CFA?

Eine Antwort auf diese Frage lässt sich aus den Themengebieten ableiten. Es genügt nicht, besonders gut im Bereich “Fixed Icome” oder “Balance Sheet Analysis” zu sein. Vielmehr sind alle Bereiche gefragt. Damit dürfte auch jedem klar sein, dass ein gehöriges Maß an Motivation und vor allem Zeit notwendig ist, um die Prüfungen zu bestehen. Es wird nicht verlangt, irgendwelche Modelle mathematisch exakt abzuleiten, vielmehr soll man verstehen, was diese Modelle aussagen bzw. was die Vor- und Nachteile sind. Damit sollte spätestens jetzt jeder erkennen, dass der CFA keinen “Wochenendkurs” darstellt.

Dennoch sollten Sie sich nicht entmutigen lassen: Jeder, der erfolgreich ein Grundstudium in Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen hat, weiß, dass im Grundstudium bereits viele scheitern und – je nach Universität – die Durchfallquote entsprechend hoch ist.

In der Debatte über die Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen hat der CFA ganz klar den Vorteil, dass es sich um einen international anerkannten Standard handelt, der in der Finanzwelt weltweit bekannt und geschätzt ist.

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