☰ Menu eFinancialCareers

Personalberatungsbranche erzielt Rekordumsatz: Anstieg aber nur noch schwach

Falls es nach einer neuen Studie des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) geht, müssten sich Headhunter hierzulande eigentlich fleißig die Hände reiben. Denn nach der Umfrage „Personalberatung in Deutschland 2012/13“ ist der Branchenumsatz um 3,6 Prozent auf 1,55 Mrd. Euro gestiegen, was ein neues Allzeithoch bedeutet. Damit hat sich das Wachstum der Branche allerdings deutlich verlangsamt. In den beiden Vorjahren hatte der Umsatz noch um 18,2 bzw. 14,8 Prozent zugelegt.

Entsprechend ernüchtert zeigte sich BDU-Vizevorsitzende Regina Ruppert: „Nach dem Krisenjahr 2009 haben viele Firmen massive Personaleinstellungen bei Fach- und Führungskräften in den Folgejahren 2010 und 2011 vorgenommen. Zurzeit erleben wir, dass unsere Klienten insgesamt aufgrund der noch nicht ausgestandenen Eurostaatenkrise nur sehr zögerlich Investitionsentscheidungen treffen. Das beeinflusst unser Kerngeschäft der Personalsuche erheblich.“ Für 2013 erwarten 60 Prozent der Umfrageteilnehmer einen weiteren Umsatzanstieg.

Von dem Geldsegen dürften allerdings die auf Finanzdienstleistungen spezialisierten Headhunter nur unterdurchschnittlich profitiert haben. So weist der BDU ausdrücklich darauf hin, dass das Geschäft in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie Elektro- und Energietechnik besonders gut gelaufen sei. Im Umkehrschluss bedeutet dies freilich auch, dass die Umsatzentwicklung andernorts schlechter ausgefallen sein muss.

Insgesamt wurden in 2012 rund 51.000 Personen über Headhunter und Recruiter platziert; im Vorjahr waren es noch 48.800 gewesen. Hiervon entfallen rund 82 Prozent auf Fach- und Führungskräfte. Knapp 60 Prozent der vermittelten Mitarbeiter kassierten ein Zieleinkommen von 75.000 bis 150.000 Euro. Bei rund 25 Prozent handelte es sich sogar um Führungskräfte mit einem Zieleinkommen von 150.000 bis 500.000 Euro.

Trotz des schwierigeren Geschäftsumfeldes registriert der BDU keinen Druck auf die Honorare. Diese liegen unverändert bei rund 26 Prozent des vereinbarten Einkommens. Dagegen scheinen die Ansprüche der Kunden in Hinsicht auf Geschwindigkeit, Preis und Transparenz der Prozesse weiter zu steigen. 76 Prozent der Personalberater klagen mithin über immer längere Entscheidungsprozesse. Fast 84 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass sich der Markt weiter in Premium- und Billiganbietersegment aufspalten werde.

Laut dem BDU waren 2012 rund 5700 Personalberater in Deutschland tätig, was einen Zuwachs um 4 Prozent oder 2000 Berater bedeutet. Insgesamt beschäftigt die Branche etwa 11.000 Mitarbeiter.

Ähnliche Artikel:

Blick ins Portemonnaie: Was Headhunter verdienen

Was Arbeitgeber über Headhunter denken

Wie Recruiter zögerlichen Kandidaten einen Jobwechsel schmackhaft machen

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier