☰ Menu eFinancialCareers

Credit Suisse-Zahlen: Private Banker schlagen Investmentbanker

Ähnlich wie im Vorjahr und doch ganz anders, so präsentieren sich die heute vorgelegten Geschäftszahlen der Credit Suisse. Denn der Nettogewinn von 1,59 Mrd. Franken liegt etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Doch die einzelnen Bereiche haben ganz anders abgeschnitten als in der Vergangenheit:

Investmentbanking: Vom Goldesel zum müden Klepper

Mit dem Investmentbanking schwächelte der traditionelle Goldesel der Schweizer Grossbank. Von März bis April erwirtschafteten die Investmentbanker einen Vorsteuergewinn von mageren 784 Mio. Franken und damit weniger als die Hälfte wie im Vorjahreszeitraum.

“Dies ist insbesondere auf die geringeren Erträge im Anleihegeschäft zurückzuführen. Dem standen sehr gute Erträge im Aktienhandel sowie im Emissions- und Beratungsgeschäft gegenüber. Höhere Marktanteile kompensierten die Auswirkungen der branchenweit rückläufigen Volumen bei Anleihen- und Aktienemissionen”, heisst es bei der Credit Suisse.

Die Erträge aus dem Fixed Income stürzten um 46 Prozent auf nur noch 1,44 Mrd. Franken ab. Für diese Entwicklung machte die Credit Suisse die Marktverwerfungen aufgrund der Griechenland-Krise verantwortlich. Dagegen lagen die Erträge im Aktiengeschäft mit 1,72 Mrd. Franken nur marginal über dem Vorjahreszeitraum.

Das schwache Geschäft dürfte es auch leiser in den Portemonnaies der Investmentbanker klingeln lassen. Denn die Gesamtvergütung in dieser Sparte sank um 26,7 Prozent auf nur noch 2,01 Mrd. Franken. Dennoch nahm die Zahl der Mitarbeiter um 10 Prozent auf 20.600 zu, wovon allein 600 im zurückliegenden Quartal eingestellt wurden.

Unter dem Strich wandte die Credit Suisse für jeden Investmentbanker durchschnittlich knapp 98.000 Franken auf. Im Vorjahresquartal lagen diese Ausgaben noch bei 137.000 Franken.

Allerdings sehen die Zahlen noch besser aus, als sie tatsächlich sind. Denn die Credit Suisse verbucht in ihrem Corporate Center für das zweite Quartal Ausgaben in Höhe von 447 Mio. Franken für die britische Bonus-Tax. So wurde bis zum April in Grossbritannien auf Bonuszahlungen von über 25.000 Pfund eine Steuer von 25 Prozent fällig.

Dabei dürfte die grosse Mehrheit der Londoner Mitarbeiter für die Investmentbank tätig sein. Diese Kosten sind nicht in den Vergütungszahlen der Investmentbank enthalten, wie eine CS-Sprecherin bestätigte.

Private Banking: Vom Ackergaul zum Zugpferd

Trotz der Krise des Schweizer Bankgeheimnisses zeigen sich die Private Banker der Credit Suisse in alter Stärke. Der Vorsteuergewinn in der Sparte sank um moderate 7 Prozent auf 874 Mio. Franken, womit die Private Banker mehr zum Gesamtgewinn beisteuerten als die Investmentbanker.

“Dem stabilen Nettoertrag von CHF 2991 Mio. stand ein um 9 Prozent höherer Geschäftsaufwand gegenüber. Das Private Banking verzeichnete Nettoneugelder von CHF13,8 Mrd. im zweiten Quartal 2010, wozu insbesondere hohe Neugeldzuflüsse im internationalen Geschäft beitrugen”, schreibt die Credit Suisse.

Durch diese positive Entwicklung dürfte es auch etwas lauter in den Geldbörsen der Mitarbeiter klingeln. Denn die Gesamtvergütung im Private Banking legte 5 Prozent auf 1,21 Mrd. Franken zu.

Im Vergleich zum Investmentbanking fällt der Personalaufbau etwas bescheidener aus. So stieg die Mitarbeiterzahl nur um 4 Prozent auf 24.900, wovon 300 im zurückliegenden Quartal eingestellt wurden. Der durchschnittliche Personalaufwand stieg geringfügig von knapp 48.200 auf annähernd 48.800 Franken an.

Damit bleibt den Investmentbankern ein nicht ganz unerheblicher Trost: Unter dem Strich verdienen sie immer noch etwa das Doppelte wie ihre Kollegen im Private Banking.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier