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Steigende Gehälter in deutschen Banken

Nicht nur die deutschen Banken verdienen im Jahr 2005 wieder besser. Auch ihre Führungskräfte verzeichnen steigende Gehälter. Gerade junge Führungskräfte können kräftige Gehaltserhöhungen bis zu knapp 7 % einstreichen.

In der deutschen Finanzbranche geht es aufwärts. Die operativen Erträge der Banken steigen spürbar an. Zwar bauen weiterhin viele Banken Mitarbeiter ab, um die Personalkosten zu senken, lassen sich die Kreditinstitute auf der anderen Seite bei ihren Top-Leuten nicht lumpen.

So stiegen die Gehälter der leitenden Angestellten in der Finanzbranche im Jahr 2005 im Durchschnitt um 3,3 %. Verdienten Manager der ersten Führungsebene unter dem Vorstand im vergangenen Jahr ein durchschnittliches Jahresgesamtgehalt von 105.000 Euro, so können sie 2005 ein Einkommen von etwa 108.000 Euro erzielen.

Ähnliche Steigerungsraten weisen die Mitarbeiter auf der zweiten Ebene auf: Die durchschnittlichen Jahresgesamtverdienste stiegen hier von 80.000 Euro im Jahr 2004 auf nunmehr 83.000 Euro. Dies sind Ergebnisse der Vergütungsstudie “Leitende Angestellte in Banken 2005”, durchgeführt von der Managementberatung Kienbaum. An der Studie beteiligten sich insgesamt 110 Kreditinstitute, die Daten zu 2.016 Positionsinhabern meldeten.

“In der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist flexibles, unternehmerisches Denken und Handeln sowie eine hohe Einsatzbereitschaft aller Mitarbeiter, vor allem aber der Führungskräfte unabdingbar”, erklärt Christian Näser, Mitglied der Geschäftsführung bei Kienbaum, die Diskrepanz zwischen Personalabbau auf der einen und Gehaltssteigerungen auf der anderen Seite. “Eine angemessene Vergütung ist ein entscheidender Parameter dafür, dass sich leistungsstarke Manager engagiert für die Unternehmensziele einsetzen.”

Gehälter junger Führungskräfte steigen deutlicher

Besonders gute Nachricht für Nachwuchs-Banker: Die Kienbaum-Studie belegt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Höhe der Gehaltssteigerung und dem Lebensalter einer Führungskraft. So erzielen jüngere Führungskräfte überdurchschnittliche Zuwächse beim Gehalt.

In der Gruppe der Führungskräfte bis zum 30. Lebensjahr wuchsen die Gehälter am deutlichsten. Die Twens verzeichneten durchschnittliche Gehaltssteigerungen von 6,9 %. Auch die Gruppe der 30- bis 35-jährigen erzielte mit 6,0 % einen großen Gehaltssprung. Die Gehaltszuwächse der Führungskräfte über 40 Jahre liegen dagegen teilweise deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 3,3 %.

Spannbreite der Jahresverdienste ist groß

Dabei ist die Spannbreite der Jahresgesamtbezüge der Studie zufolge außerordentlich groß: Verdienen die einen weniger als 40.000 Euro, können Kollegen, die in etwa vergleichbaren Positionen tätig sind, Einkünfte von mehr als 200.000 Euro verzeichnen.

Ausschlaggebend für die Höhe der Vergütung ist neben der ausgeübten Funktion auch die Bankart des Instituts. Daher wird in der Studie zwischen privaten Geschäftsbanken, Genossenschaftsbanken, öffentlich-rechtlichen Banken und Spezialbanken unterschieden. Die höchsten Gehälter beziehen dabei die Führungskräfte der Privatbanken, während die Top-Manager der Genossenschaftsbanken am wenigsten verdienen.

Es kommt doch auf die Größe an

Auch die Größe der Bank ist einer der entscheidenden Parameter für die Gehaltshöhe. Dabei gilt: Je größer das Unternehmen – gemessen an Bilanzsumme oder Beschäftigtenzahl – desto höher die Bezüge der Führungskräfte.

Erklären lässt sich dies mit der weitaus höheren Komplexität der Aufgaben, die sich Führungskräfte in größeren Instituten stellen. Hier ergeben sich höhere Anforderungen an die Führungspositionen, die mit höherer Verantwortung für Erfolgsfaktoren, Budgets und Personal verbunden sind.

Eine Führungskraft der ersten Ebene in einer öffentlich-rechtlichen Bank mit einer Bilanzsumme von 500 – 1.000 Mio. Euro verdient durchschnittlich 65.000 Euro, während sein Kollege in einer Bank mit einer Bilanzsumme von über 5.000 Mio. Euro mit 130.000 Euro im Durchschnitt das Doppelte an Gehalt in seiner Lohntüte findet.

Obwohl die jüngeren Führungskräfte höhere Steigerungsraten beim Gehalt vorweisen können, wird in der Finanzbranche auch Berufs- und insbesondere Führungserfahrung, die mit dem Lebensalter steigt, dennoch entsprechend honoriert. Führungskräfte der ersten Ebene sind im Durchschnitt 46 Jahre, gehören seit 15 Jahren ihrer Gesellschaft an und sind seit 6 Jahren in ihrer derzeitigen Position.

Verdient ein 30 bis 35 Jahre alter Manager in einer Privatbank 129.000 Euro, so erhält sein 55 bis 60 Jahre alter Kollege sogar 162.000 Euro. Hingegen verdient ein 30 bis 35 Jahre alter Manager bei einer Genossenschaftsbank lediglich 78.000 Euro.

Trend zur variablen Vergütung ungebrochen

Variable Vergütung ist ein wichtiges Instrument der Personalpolitik, da die Verbindung von Vergütungshöhe und Erfolg des Unternehmens die Identifikation der Führungskräfte mit den Zielen des Kreditinstituts steigert. “Eine Führungskräftevergütung die sich aus festen und variablen Bestandteilen zusammensetzt, ist die effektivste Vergütungsform, die zugleich hohe Motivation erzeugt”, zeigt sich Kienbaum-Chef Näser überzeugt.

So haben sich erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile auch in Banken durchgesetzt. Auf der ersten Führungsebene sind 73 % der Führungskräfte tantiemenberechtigt. 2004 fiel die Bonuszahlung für gerade einmal 6 % der potenziellen Tantiemenempfänger wegen Nichterreichung der Ziele aus. Wird der Bonus ausgezahlt, so kann der variable Gehaltsanteil je nach Art der Bank durchschnittlich zwischen 7.000 und 35.000 Euro betragen.

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