☰ Menu eFinancialCareers

Hypo Vereinsbank und Bank Austria: Wie Deutsche und Österreicher wieder einmal das Unicreditergebnis retten

Die Hypo Vereinsbank in München.

Die Hypo Vereinsbank in München.

Die Expansion  der italienischen Großbank Unicredit jenseits der Alpen zwischen 2005 und 2008 erweist sich wieder einmal als eine der besten Geschäftsentscheidungen ihrer Geschichte. So haben die beiden nördlichen Töchter Hypo Vereinsbank (HVB) und Bank Austria zum Vorsteuerergebnis der Italiener im ersten Quartal 613 bzw. 355 Mio. Euro beigetragen, wie aus den am heutigen Montag (13. Mai) vorgelegten Quartalszahlen hervorgeht. Damit sind die Deutschen und Österreicher für 97 Prozent des Vorsteuerergebnisses des Konzerns von 997 Mio. Euro verantwortlich. Erst kürzlich hatte die HVB bereits Dividenden für 2012 in Höhe von 2,5 Mrd. Euro nach Mailand überwiesen.

Hypo Vereinsbank profitiert nicht länger von Sondereffekt

Dennoch musste die HVB gegenüber dem Vorjahresquartal einen heftigen Einbruch um fast die Hälfte verkraften. In 2012 hatten die Münchner vor Steuern noch 1,121 Mrd. Euro verdient. Allerdings hatte die Bank damals von einem Extragewinn aufgrund der Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten im Investmentbanking in Höhe von 395 Mio. Euro profitiert. Entsprechend verschlechterte sich die Aufwands-Ertrags-Quote von 43,1 auf nur noch 57,9 Prozent. Die Bank vergaß nicht zu erwähnen, dass es sich hierbei sowohl im internationalen als auch im nationalen Vergleich um ein sehr gutes Niveau handelt.

Der Stellenabbau kommt unterdessen sukzessive voran: Die Mitarbeiterzahl sank seit Jahresbeginn um gut 220 auf nur noch gut 19.000 Beschäftigte. Binnen Jahresfrist sind somit rund 420 Stellen weggefallen. Dennoch lag der Personalaufwand im ersten Quartal bei 472 Mio. und damit exakt auf Vorjahresniveau. Pro Kopf ließ das Institut also rund 24.800 Euro springen, was 2,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum waren. Die HVB führt dies auf Tarifsteigerungen zurück.

Von den Geschäftssegmenten erwies sich das Corporate & Investment Banking auch im ersten Quartal mit einem Vorsteuerergebnis von 282 Mio. Euro als das profitabelste. Im ersten Quartal 2012 hatte die Sparte indes u.a. durch den besagten Sondereffekt noch mit 893 Mio. Euro glänzen können. Mithin stürzte das Handelsergebnis um gut zwei Drittel auf 250 Mio. Euro ab. Durch das niedrige Zinsniveau verringerte sich auch der Zinsüberschuss um gut 30 Prozent auf 304 Mio. Euro. Lediglich der Provisionsüberschuss lag mit 71 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau.

Folglich verschlechterte sich die Aufwands-Ertrags-Quote von exzellenten 25,7 auf nur noch 48,7 Prozent. Auch die Mitarbeiter dürften die geringeren Gewinne zu spüren bekommen, denn der Personalaufwand im Corporate & Investment Banking sank um 13,7 Prozent auf 120 Mio. Euro.

Im Filialgeschäft, dem zweiten Hauptstandbein der HVB, erzielten die Münchner einen Vorsteuergewinn von 115 Mio. Euro und die Aufwands-Ertrags-Quote verbesserte sich leicht auf 77,5 Prozent. Aufgrund der Tariferhöhungen kletterte hier der Personalaufwand im Vergleich zum ersten Quartal 2012 um 5,3 Prozent auf 197 Mio. Euro.

Bank Austria hängt weiterhin am Tropf des Osteuropageschäfts

Die Wiener Kollegen sind hingegen immer noch stark vom Osteuropageschäft abhängig. So erzielte die Sparte Zentral- und Osteuropa einen Vorsteuergewinn von 403 Mio. Euro, was mehr als der gesamte Vorsteuergewinn der Bank Austria von 355 Mio. Euro war. Das Corporate & Investment Banking steuerte 55 Mio., das Filialgeschäft 51 Mio.  und das Private Banking 11 Mio. Euro bei.

Ähnliche Artikel:

Trotz Spitzenergebnisses streicht HVB 300 bis 500 Stellen jährlich

Das ultimative Ranking: Welche deutsche Bank in 2012 am besten bezahlt hat und wo die Mitarbeiter ihr Geld wert sind

Kahlschlag bei Commerzbank und HVB erst der Anfang: Im deutschen Retailbanking gibt es 100.000 Mitarbeiter zu viel

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier