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Hassen Sie Ihren Job? Wie Sie Ihre Motivation zurückgewinnen

Fühlen Sie sich auch wie ein Faultier? Immer mehr Banker haben mit mangelnder Motivation zu kämpfen.

Fühlen Sie sich auch wie ein Faultier? Immer mehr Banker haben mit mangelnder Motivation zu kämpfen.

Boni sinken, Beförderungen sind selten und ständig droht ein weiterer Personalabbau. Unter diesen Umständen sind Motivationstiefs nur allzu verständlich. Bei solchen Aussichten ist so mancher Banker vom Draufgänger zu einem lethargischen Stubenhocker mutiert, der lieber im Pyjama zuhause sitzt. Dies meint zumindest Karrierecoach Sonia Inniss von Consultants at work. Demnach sei der „psychologische Arbeitsvertrag“ geändert worden. Während die Arbeit genauso schwer fällt wie immer, haben immer mehr Angestellte den Eindruck, dass ihre Anstrengungen nicht mehr gewürdigt werden. Darüber hinaus fühlen sich viele Beschäftigte in einer auswegslosen Situation gefangen. Denn mit immer weniger Stellen und immer mehr Werkverträgen fällt die Flucht aus einem ungeliebten Job schwer. Doch wie können Sie sich trotzdem motivieren?

1. Schalten Sie für einen Moment ab

Unter dem ständigen Arbeitsdruck ist ihr Gehirn darauf programmiert mehr und nicht weniger zu leisten, erläutert der Psychologe Michael Sinclair von der City Psychology Group. Wenn dann auch noch Ihre Anstrengungen nicht anerkannt werden, führt dies oftmals zu Demotivierung. „Ihr Gehirn rast zwischen der Angst, arbeitslos zu werden, dem Leistungsdruck, dem Mangel an Anerkennung und dem Zwang, diese Gedanken zu verbinden, hin und her“, erklärt Sinclair. „Versuchen Sie ein wenig Abstand zwischen den einzelnen Anforderungen Ihres Jobs zu gewinnen und sorgen Sie für Linderung. Denn solange dies weitermachen, wie können Sie dann Energie und Begeisterung zurückgewinnen?“

2. Liefern Sie Sie Gründe, damit Sie anerkannt werden

Wenn Sie lange Arbeitszeiten im Büro verbringen, bringt Ihnen dies noch lange keine Anerkennung ein. Investmentbanker bleiben häufig auf dem Karrierelevel eines Vice President stecken, weil sie sich zu sehr auf ihre eigenen Projekte konzentrieren und keinen Überblick über die übergreifende Funktionsweise des Unternehmens gewinnen oder weil Sie keine Spezialisierung entwickelt haben, meint Rudolf Wötzel, der früher das M&A-Geschäft bei Lehman Brothers für die deutschsprachigen Länder leitete und heute eine Berghütte in Graubünden betreibt.

„Wichtig ist es auch, eine Spezialisierung zu entwickeln, wo Sie als kompetent und wertvoll anerkannt werden. Dabei kann es sich u.a. um die Spezialisierung auf bestimmte Branchen handeln. Ich habe mich z.B. auf feindliche Übernahmen spezialisiert”, erzählt Wötzel.

3. Denken Sie darüber nach, wie Sie in die Situation geraten sind

Arbeiten Sie wirklich in der richtigen Branche oder im richtigen Job? Wie sind Sie in die Branche geraten und wie in Ihre aktuelle Nische? Wollen Sie sich nach Alternativen umschauen? Der Psychotherapeut und Autor Phillip Hodson rät, zuerst auf die Vergangenheit zu blicken, bevor Sie sich zu weiteren Schritten entscheiden. „Denken Sie darüber nach, wieso Sie im Banking angefangen haben und was Ihnen an Ihrem Job Spaß macht. Wenn es nur das Geld war, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie hieraus irgendeine Erfüllung ziehen“, sagt Hodson.

4. Bauen Sie eine Beziehung zu Ihren Kollegen auf

Wenn Sie nicht gerade in einer Führungsposition arbeiten, dann dürfte es Ihnen gar nicht so leicht fallen, sich aus ihrem Isolationstrott zu befreien, meint Inniss. Vielmehr sollten Sie versuchen, eine persönliche Beziehung zu Ihren Kollegen aufzubauen. Hören Sie damit auf, nur in Aufgabenstellungen zu denken und wählen Sie etwas, was für mehr Begeisterung sorgt. „Eine wirksame Gegenmaßnahme kann darin bestehen, sich mit Kollegen oder Partnern in einem Projekt abzugeben, das innovativ und interessant ist und einen gemeinsamen Mehrwert leistet“, sagt Inniss. „Ob das sofort von Vorgesetzten erkannt wird, ist eine andere Frage, dennoch kann es stimulierend und fesselnd wirken.“

5. Entwickeln Sie keine Zukunftsangst

Falls Sie Ihre aktuelle Tätigkeit hassen und die Aussicht haben, auch in den nächsten 20 Jahren hierin steckenzubleiben, dann stellt dies keine rosigen Aussichten dar. Dennoch sollten Sie darauf achten, wie sich Ihre Branche entwickelt und wie die Herausforderungen für die Zukunft aussehen könnten.

„Falls Sie sich tatsächlich in einer beruflichen Sackgasse befinden, dann sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, sich nach etwas anderem umzuschauen“, rät Linda Jackson vom Outplacement-Unternehmen 10 Eighty. „Prüfen Sie, welche Optionen Sie haben, wo sich Ihre Branche hin entwickelt, über welche Kompetenzen Sie verfügen und welche Sie erarbeiten müssen, um Erfolg zu haben. Jeder gute Arbeitgeber wird die Weiterentwicklung von Mitarbeitern unterstützen, die er benötigt.“

6. Lernen Sie Wut und Krise zu unterscheiden

Hassen Sie Ihren Job wirklich oder ärgern Sie sich lediglich über Details? Vielleicht genügt ein vertrauliches Gespräch mit einem Mentor oder Vorgesetzten und nach einigen Feinjustierungen engagieren Sie sich wieder? „Aus meiner Familie arbeiten viele in den Finanzdienstleistungen; sie fragen mich nach Rat zum Druck bei der Arbeit“, sagt Hodson. „Zunächst müssen Sie unterscheiden, ob es sich lediglich um eine natürliche Reaktion auf Stress handelt oder ob Sie eine tiefergehende Unzufriedenheit spüren. Falls Sie Panikattacken haben und von Ängsten geplagt werden, dann sind Sie von Ihrer Arbeit krank geworden, was eine Behandlung erfordert“, ergänzt Hodson.

7. Scheren Sie sich nicht um die öffentliche Meinung

Viele Spitzenkräfte von Banken befinden sich unter der ständigen Beobachtung der Medien und der Öffentlichkeit. Andere Finanzprofis sehen sich gezwungen, über ihren Job oder ihre Situation zu lügen. Sie sollten nicht vorgeben, perfekt zu sein, rät Inniss.

„Die Aura der Allmacht und des Allwissens, die viele Entscheidungsträger in der Vergangenheit umgab, ist längst passé und die Schwächen werden offensichtlich, die derzeit sowohl von innerhalb als auch von außerhalb der Branche keinen ermutigenden Eindruck bieten“, sagt Inniss. „Einzelne Personen werden davon betroffen – auch wenn Sie nur erkennen, dass mit der höheren Verantwortung auch ein erhöhtes Risiko einhergeht. Plötzlich steigt das Bewusstsein für die Konsequenzen und sie werden realistischer.“

8. Erkennen Sie Ihr Motivationstief

Dies mag offensichtlich sein. Dennoch besteht laut Sinclair der erste Schritt zur Lösung darin, sich des Problems bewusst zu sein. „Wir haben immer noch die Gehirne der Höhlenmenschen und sind schnell in der Spirale von Angst, Informationsüberflutung und Stress gefangen, was ihnen die Energie raubt. Gehen Sie einen Schritt zurück und entwickeln Sie ein Bewusstsein für Ihr Verhalten. Dies kann Sie vom Druck befreien.“

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