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Die Gerüchteküche in der Londoner City brodelt: Berlin und Paris versuchen Investmentbanken mit Steuererleichterungen abzuwerben

Die Regierungen in Berlin und Paris haben nach einem Bericht der Sunday Times einen begehrlichen Blick auf die Investmentbanken in der Londoner City geworfen, die alljährlich Milliarden erwirtschaften und zu den lukrativsten Steuerzahlern im Vereinigten Königreich zählen.

Demnach sollen Branchengrößen diskrete Anfragen von Regierungsstellen aus beiden Ländern erhalten haben und der französische Präsident Nicolas Sarkozy soll bereits “private Treffen” mit einschlägigen Investmentbankern eingefädelt haben.

“Finanzminister von einer Zahl großer europäischer Staaten haben klargestellt, dass wir alles erhalten können, was wir wollen, was uns uns auch immer dazu veranlasst, unsere Headquarters zu verlegen”, wird der Chef einer Londoner Investmentbank zitiert.

Die Nachricht ist umso erstaunlicher, als die Bundesregierung bei der Kabinettssitzung am kommenden Mittwoch den Gesetzentwurf für eine Bankenabgabe verabschieden will, die besonders Investmentbanking-Aktivitäten belasten soll.

Als einigermaßen sicher gilt indes, dass der Chef des Investmentbankings der Deutschen Bank Anshu Jain sich im Juni mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin getroffen hat. Der mögliche Kandidat für die Nachfolge von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann verantwortet von London aus das Investmentbanking des deutschen Branchenprimus, das zeitweilig für 80 Prozent der Gewinne verantwortlich zeichnete.

Die Branche ist aufgrund wachsender Auflagen seitens der britischen Regierung beunruhigt, wodurch mit einer Abwanderung von Investmentbankern in vierstelliger Höhe gerechnet wird. Zu den Grausamkeiten zählt beispielsweise die Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 50 Prozent.

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