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Titanicstimmung bei Sal. Oppenheim: Jetzt soll die BHF-Bank verkauft werden

Von der ehemals größten europäischen Privatbanken-Gruppe bleibt nicht mehr viel übrig: Das Private Banking-Geschäft will sich die Deutsche Bank selbst einverleiben, das Derivategeschäft und der Aktienhandel gehen an die australische Bank Macquarie.

Es geht ein wenig zu wie auf der Titanic – jeder versucht möglichst schnell von Bord zu kommen. So wechselte kürzlich ein zehnköpfiges Team um den Investmentbanker Wolfram Schmerl zum Wettbewerber Hauck & Aufhäuser.

Konkurrent soll nicht zum Zuge kommen

Laut dem Handelsblatt scheint die Abwicklung bald geschafft zu sein. Demnach soll die Deutsche Bank intensiv nach einem Käufer für die Frankfurter BHF-Bank suchen. Die größte Sal. Oppenheim Tochter beschäftigt gut 2000 Mitarbeiter, die für institutionelle und Privatkunden etwa 43 Mrd. Euro verwalten. Die BHF-Bank wollte offiziell zu den Vorgängen keine Stellung beziehen.

Seit der Finanzkrise versuchen verschiedene aus- und inländische Banken, ihr Geschäft mit vermögenden Privatkunden in Deutschland neu aufzustellen. Denn die Vermögensverwaltung gilt als vergleichsweise risikoarmes Geschäftsmodell, weswegen die BHF-Bank auch von der Subprime-Krise kaum betroffen wurde.

Allerdings gilt es als wenig wahrscheinlich, dass ein Hauptkonkurrent der Deutschen Bank zum Zuge kommt. Mithin könnte die BHF eher an kleinere ausländische Institute gehen, die ihr Geschäft in Deutschland erst aufbauen wollen.

Ausländische Käufer bevorzugt?

Dazu zählen einige Privat Banking-Spezialisten aus der Schweiz und Liechtenstein, die mit dem absehbaren Fall des Bankgeheimnisses ihr Onshore-Geschäft u.a. in Deutschland stärken wollen. Doch auch Macquarie, die bereits mehrfach bei Sal. Oppenheim zugegriffen hat, wird als möglicher Käufer genannt.

Das Eigenkapital der BHF-Bank belief sich Ende 2008 auf 642 Mio. Euro. Branchenkreise beziffern den Marktwert auf 650 Mio. bis 1 Mrd. Euro. Doch die heiße Phase der Verkaufsverhandlungen dürfte erst nach der Vorlage Geschäftszahlen für 2009 beginnen, die traditionell bei der BHF-Bank an der Wende von April zu Mai erfolgt.

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