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INTERVIEW zur Robert Walters Salary Survey: Deutsche Gehälter können sich sehen lassen

rodheudt

Till Rodheudt leitet das Deutschlandgeschäft des internationalen Recruitmentunternehmens Robert Walters. In einem Interview mit eFinancialCareers erläutert Rodheudt u.a. die Ergebnisse der „Robert Walters Salary Survey 2013“ für Deutschland.

Kürzlich haben Sie die internationale „Salary Survey 2013“ vorgelegt. Wie entwickelt sich das Gehaltniveau im laufenden Jahr?

Generell bleiben die Gehälter in allen Bereichen recht konsistent. Eine Ausnahme stellt der IT-Sektor dar. Besonders im Bereich neue Technologien sind Gehaltssprünge ersichtlich.

Wie schneidet Deutschland bei den Gehältern im internationalen Vergleich ab?

Das Gehaltsniveau in Deutschland kann sich mittlerweile im internationalen Vergleich sehen lassen. Während es früher erhebliche Unterschiede beispielsweise zu London gab, hat sich das langsam angeglichen.

Spielt da nicht auch der Wechselkurs eine Rolle. Das Pfund ist von 1,50 Euro vor der Finanzkrise auf zuletzt 1,17 Euro abgestürzt?

Das spielt sicher eine Rolle – aber nicht nur. So sind die Gehaltsexzesse auch in London heute kleiner als es früher der Fall war. Die Volatilität der Gehaltsentwicklung ist in Deutschland sicher niedriger als in den angelsächsischen Ländern.

In Südeuropa sind die Gehälter sogar deutlich zurückgefallen. Man darf aber nicht vergessen, dass dort in der Vergangenheit hohe Zuwächse erzielt wurden. Doch auch gegenüber den nordeuropäischen Staaten sieht es ganz gut aus. Da machen sich auch langsam der demographische Wandel und der Fachkräftemangel bemerkbar. Dies zeigt sich besonders an deutlich höheren Einstiegsgehältern.

Wie hoch fällt üblicherweise Anteil der Boni im Finanzdienstleistungsbereich aus?

Von einem Durchschnittswert  ausgehend über alle Bereiche hinweg liegt der Bonus in Deutschland etwa bei 15 Prozent.

Wie hoch fallen die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen in Deutschland aus?

Die Gehälter von Hochschulabsolventen liegen bei ca. 42.000 – 45. 000 Euro. Im Finanzbereich liegen diese jedoch auch zwischen 45.000 bis 50.000 Euro. Damit schneidet Deutschland teilweise sogar besser ab als London.

Von der demografischen Entwicklung und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel hört man sehr viel. Das ist auch alles schön und richtig. Doch bei Finanzdienstleistern müsste es doch aufgrund des umfassenden Stellenabbaus reichlich Kandidaten geben?

Das gesuchte Skills-Set der Kandidaten – sprich den Anforderungskatalog der Unternehmen – darf man sich nicht statisch vorstellen. Durch regulatorische Veränderungen oder Produktveränderungen ist dieser permanent im Wandel. Die Qualifikationen der Bewerber unterliegen dabei jährlichen Anpassungen.

In der Vergangenheit lagen die Gehälter bei den Banken deutlich über dem der Realwirtschaft. Wird sich dies angleichen oder wird hier weiter besser gezahlt?

Die Gehälter haben sich sicherlich bereits ein wenig angeglichen. Allerdings gibt es auch weiterhin Bereiche, in denen eine große Heterogenität herrscht.

Welche Chancen haben Banker, die zu einem DAX30-Unternehmen wechseln wollen?

Das hängt auch sehr von dem Alter ab. Eine Ausbildung bei einer führenden Bank als Analyst für drei Jahre wird auch bei Industrieunternehmen manchmal gern gesehen. Die Leute dürfen aber nicht zu speziell, sondern müssen eher breit aufgestellt sein. Bei Banken mit längerer Berufserfahrung wird es schwieriger.

Dennoch müssen sich die Banker darüber im Klaren sein, dass ein Wechsel in die Industrie mit deutlichen Einkommenseinbußen verbunden ist. Ob jemand in M&A bei einer Investmentbank arbeitet oder im Corporate Finance bei einem DAX30-Unternehmen, das macht schon Welten aus.

Wie viel verdienen M&A-Spezialisten bei einem DAX30-Unternehmen weniger als bei einer Bank.

Rund die Hälfte.

Wie schätzen Sie den Financial Services Arbeitsmarkt in 2013 ein? Wo wird die Entwicklung hingehen?

Generell wird der Markt konsistent bleiben. Es existiert keine große Entwicklungen bezüglich Gehälter. Die Positionen im Front-Office respektive auf der Marktseite werden wahrscheinlich leichte Gehaltsbußen hinnehmen müssen. Während Bewerber wie Risk, Middle -Office, Compliance stabil bleiben bzw. leicht zulegen können.

Was würden Sie einem Absolventen raten, der jetzt in die Finanzdienstleistungen einsteigen will? Wie baut man hier eine Karriere auf?

Die Einsteiger sollten auf jeden Fall auf eine breite Ausbildung achten. Auch ein Einstieg bei den Big 4 ist sinnvoll. Dabei stellt der Auslandsaufenthalt einen wichtigen Punkt dar. Junge Leute sollten vor allem versuchen in Städten wie London oder Zürich internationale Berufserfahrung zu sammeln.

Für deutsche Berufseinsteiger sind natürlich London und Zürich naheliegend. Doch wie sieht es mit exotischeren Destinationen wie China oder Singapur aus?

Insbesondere Singapur mit seiner westlich-angelsächsischen Kultur hat in den letzten Jahren an Attraktivität zugelegt.

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