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Finanzkrise bedroht unabhängige Vermögensverwalter

Trotz Finanzmarktkrise freuen sich unabhängige Vermögensverwalter in Ostdeutschland über Zulauf. Seit Mitte vergangenen Jahres habe sich die Zahl seiner Mandanten erheblich vergrößert, sagte der Dresdner Vermögensverwalter Rocco Damm der FAZ. Das verwaltete Vermögen sei trotz der schwierigen Lage an den Märkten um 26 Prozent gestiegen.

Auch der Dresdner Vermögensverwalter Jens Richter freut sich über ein “Plus im zweistelligen Prozentbereich bei Mandantenzahl und verwaltetem Vermögen”. Michael Dutz, Vorstandsmitglied der Chemnitzer Verwaltung Adlatus, will sich ebenfalls nicht beschweren: “Wir erleben derzeit so viele Anfragen wie lange nicht mehr.”

Nach einer Umfrage des Verbandes der unabhängigen Vermögensverwalter (VuV) melden zwei von drei Verbandsmitgliedern aus dem Osten Kundenzulauf, im Westen ist es nur knapp jeder zweite.

Mit einem Jobboom ist aber nicht zu rechnen, im Gegenteil: “Es würde mich nicht überraschen, wenn 10 bis 15 Prozent der zugelassenen Vermögensverwalter ihre Lizenzen zurückgeben oder fusionieren”, sagte Günter Schlösser, Vorstandsvorsitzender des (VuV), der FTD. Ende 2008 waren nur noch in 509 Finanzportfolioverwalter bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemeldet.

Das auf zwei Säulen stehende Vergütungssystem belastet viele Existenzen. Ein Vermögensverwalter lebt nämlich zum einen von der fixen Verwaltungsgebühr, die zwischen 0,5 und 1,5 Prozent beträgt und von einer Gewinnbeteiligung. Die gibt es freilich nur, wenn der Geldvermehrer tatsächlich Gewinne vorweisen kann.

Das dürfte angesichts der Marktturbulenzen aber schwierig bis unmöglich sein. Außerdem dürften die fixen Verwaltungsgebühren tendenziell schrumpfen, schließlich sind die Kurse vieler Wertpapiere im vergangenen Jahr eingebrochen und haben zu sinkenden Volumina geführt.

Zu guter Letzt meiden viele Anlageprofis die Selbständigkeit, weil sie fürchten müssen, über Umwege für die Pleite der Wertpapierhandelsbank Phoenix bluten zu müssen. Schließlich müssen sie den Entschädigungsfonds finanzieren, der den betrogenen Phoenix-Anlegern Schadensersatz zahlen soll.

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