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Wie Sie lange Arbeitslosigkeit erklären

In diesen Zeiten einen neuen Job zu finden, stellt sicherlich keinen Zuckerschlecken dar. Dies gilt besonders für die weltweit größten Finanzzentren in London und New York. Arbeitgebern und Recruitern stechen solche unschönen Lücken im Lebenslauf sofort ins Auge. Doch Arbeitslosigkeit muss nicht gleich die Todesstrafe für Ihre Karriere bedeuten, sobald Sie die richtigen Antworten und die richtige Einstellung parat haben.

Treten Sie selbstbewusst auf, schließlich sind Sie nicht allein

Zunächst sollten Sie sich einfach die Statistiken in Erinnerung rufen: Im vergangenen Jahr haben die Finanzdienstleister rund um den Globus 114.000 Jobs gestrichen; allein die sechs führenden US-Banken haben von Januar bis März 2013 angekündigt, weitere 21.000 Stellen streichen zu wollen. Sie stehen mit Ihrem Problem also keinesfalls allein da. „Falls Sie vor sechs Jahren eine Lücke im Arbeitslauf hatten, dann galten Sie schon fast als verdorbene Ware, auch wenn es einen guten Grund dafür gab“, sagt der Gründer des New Yorker Recruitmentunternehmens StreetID Jesse Marrus. Doch nach dem immensen Stellenabbau der jüngsten Vergangenheit hätten sich auch die Arbeitgeber an der Wall Street mit diesem Umstand abgefunden.

Daher gibt es auch keinen Grund, um sich für Arbeitslosigkeit zu entschuldigen oder gar zu schämen. „Mit all den Turbulenzen, die wir auf dem Arbeitsmarkt gesehen haben, sind Lücken sicherlich keine Seltenheit. Daher stellt sie auch keine Katastrophe dar“, sagt die Recruiterin Liz Colodny von HR Partners. Die Arbeitslosigkeit sollte nicht zulasten Ihres Selbstwertgefühls gehen.

Überarbeiten Sie Ihren Lebenslauf

Roy Cohen, der einen Überlebensführer für die Wall Street verfasst hat, rät, die Arbeitslosigkeit auf dem Lebenslauf in Jahren und nicht in Monaten anzugeben. Wenn Sie also Ihre beruflichen Stationen angeben, dann schreiben Sie 2012 und nicht Januar 2012 bis November 2012. „Damit täuschen Sie niemanden“, betont Marrus. „Falls nicht nach den Monaten gefragt wird, dann sollten Sie diese auch nicht sagen.“

Dies bedeutet indes, dass Sie bei den Daten in Ihrem Lebenslauf niemals schummeln dürfen. Sie sollten also nicht schreiben, dass Sie 2011 Ihren Job verloren haben, wenn Sie bereits im November 2010 arbeitslos waren. Denn die Unwahrheit zu sagen, kann Ihnen später noch große Probleme bereiten. Die Daten-Angaben zur Berufserfahrung werden normalerweise durch Backgroundchecks überprüft, sagt Colodny. „Sie sollten sicherstellen, dass Ihre Geschichte von Ihren Referenzen bestätigt wird“, ergänzt Colodny. „Diskrepanzen stellen das Aus für Ihre Bewerbung dar.“

Falls Sie während Ihrer Auszeit Fortbildungen besucht haben, dann sollten Sie dies an den Anfang Ihres Lebenslaufs vermerken, rät Cohen. Denn damit wird die Lücke gewissermaßen aufgefüllt. Falls Sie nur einige Monate arbeitslos gewesen sind oder die Lücke schon einige Zeit zurückliegt, dann gibt es keinen Grund, diese in Lebenslauf oder Anschreiben näher zu erläutern. Sobald Sie mehr als ein Jahr arbeitslos gewesen sind, dann werden sich die Recruiter und Hiring Manager schon fragen, ob eine Einstellung sinnvoll ist, ergänzt Marrus. Daher sollten Sie dieses Problem pro-aktiv angehen. Falls Sie also Ihren Job im Zuge eines großangelegten Stellenabbaus verloren haben, dann sollten Sie dies kurz bei der Angabe Ihrer beruflichen Stationen vermerken. „Sie sollten die Zusammenhänge darstellen, so lange es nicht peinlich wird“, sagt Cohen.

Falls es eine längere Geschichte hinter Ihrem Abgang gibt, dann sollten Sie dies bereits im Anschreiben oder in der E-Mail erläutern, mit der Sie Ihren Lebenslauf versenden. Denn wenn Sie sich dies für das Vorstellungsgespräch aufsparen, dann werden Sie in die Defensive geraten, meint Cohen.

Das Vorstellungsgespräch

Ganz gleich, aus welchem Grund Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben, Sie werden auf jeden Fall danach gefragt, was Sie während der Auszeit unternommen haben. Der verbreitetste Fehler von Betroffenen besteht darin, einfach anzugeben, auf Jobsuche gewesen zu sein. „Es hört sich deutlich besser an, wenn Sie für diese Zeit etwas Sinnvolles angeben können.“, sagt der New Yorker Headhunter Peter Laughter von Wall Street Services. Daher sollten Sie frühzeitig darüber nachdenken, was Sie hierbei angeben können: Haben Sie einen Sprachkurs besucht, sich auf CFA-Examen vorbereitet oder sich sozial engagiert? „Wenn die Hiring Manager erkennen, dass Sie in dieser Zeit etwas Sinnvolles gemacht haben, dann fallen die Lücken weniger ins Gewicht“, erläutert Laughter.

Der Karrierecoach und Psychotherapeut Jill Lauri empfiehlt, eine Liste von drei Tätigkeiten aufzustellen, auf die Sie stolz sein können. Damit stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein und haben gleichzeitig auch ein paar Punkte, über die Sie in einem Interview sprechen können. Falls Sie keine drei Punkte zusammenbekommen, dann sei laut Lauri die Zeit gekommen, daran zu arbeiten.

Sobald Sie auf Ihre persönliche Situation angesprochen werden, sollten Sie das Gespräch eigenständig vorantreiben: Verschieben Sie den Akzent auf den Mehrwert, den Sie einem künftigen Arbeitgeber bieten können, rät Colodny. Sprechen Sie einfach über jüngste Veränderungen auf den Märkten und Neuigkeiten aus der jeweiligen Branche, rät auch Marrus: „Sie sollten zeigen, dass Sie nicht nur am Rande des Spielfeldes gesessen haben.“

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