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Geheimtipp: Wie Sie bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen erfolgreich sind

Die Macht muss mit Dir sein!

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Der richtigen mentalen Einstellung kommt bei Bewerbungen eine entscheidende Rolle zu. Daher sollten Sie vor einem Vorstellungsgespräch oder dem Abfassen einer schriftlichen Bewerbung ein kurzes Essay über eine Erfahrung schreiben, als Sie sich besonders stark fühlten.

Dies haben Wissenschaftler der Universität Köln, des INSEAD, der Northwestern University und der Columbia Business School herausgefunden und daraus eine neue Bewerbungstaktik entwickelt. In dem wissenschaftlichen Aufsatz „Power gets the job: Priming power improves interview outcomes“ haben die Autoren ermittelt, dass die Chancen der Kandidaten kräftig steigen, wenn sie zuvor „Power Essays“ geschrieben haben.

Dazu haben die Forscher in einem ersten Experiment rund 200 niederländische Studenten gebeten, eine Bewerbung als „Sales Analyst at Corporate Clients & Solutions“ zu schreiben. Doch vor der eigentlichen Bewerbung wurden einige Studenten aufgefordert, einen Aufsatz über eine persönliche Erfahrung zu verfassen, als sie sich besonders stark fühlten. Andere wiederum sollten einen Aufsatz über eine Situation verfassen, in der sie sich völlig machtlos fühlten. Das verbliebene Drittel der Studenten hat wiederum keinen Aufsatz verfasst. Alle Studenten sollten davon ausgehen, dass sie sämtliche Qualifikationen und Berufserfahrungen mitbringen.

Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass Studenten, die sich mit einem „Power Essay“ vorbereitet hatten, „eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit“ aufwiesen, ein Jobangebot unterbreitet zu bekommen, als Studenten, die über Erfahrungen der Schwäche geschrieben hatten. Denn sie traten selbstbewusster auf.

Bei einem zweiten Experiment wurden 55 französische Studenten gebeten, ähnliche Essays als Vorbereitung auf ein fiktives Vorstellungsgespräch bei einer Business School zu verfassen. Auch hier schnitten Studenten, die zuvor ein „Power Essay“ verfasst hatten, um 82 Prozent besser ab als Studenten, die dies unterlassen hatten. Im Vergleich zu den Studenten, die über eine Erfahrung der Schwäche geschrieben hatten, performten sie sogar um 162 Prozent besser.

Doch was macht einen „Power Essay“ genau aus? Es scheint schon zu genügen, in einen paar Sätzen eine Situation zu beschreiben, in der Sie vollkommen Herr der Lage waren und sich stark fühlten. „Schon die Teilnehmer zu fragen, eine paar Zeilen darüber zu schreiben, reichte aus, damit sie sich als Herr der Lage fühlten“, beobachteten die Wissenschaftler.

Doch wieso funktioniert so etwas? Die Forscher meinen, dass Machlosigkeit eine Grunderfahrung von Bewerbern darstellt: Sie wollen einen Job haben, hängen aber in Vorstellungsgesprächen vollkommen von anderen Personen ab. Das daraus folgende Gefühl der Unsicherheit kann das eigene Auftreten im Vorstellungsgespräch negativ beeinflussen, sofern dies nicht durch eine entsprechende Vorbereitung wie mit einem „Power Essay“ aufgefangen wird.

Diese Ergebnisse werden auch durch ältere Untersuchungen der Soziologin Amy Cuddy von der Harvard Universität gestützt. Cuddy fand heraus, dass die Bewerber in Vorstellungsgesprächen erfolgreicher waren, wenn Sie vorher starke Posen einübten. (Beispielsfotos finden Sie hier.)

Allerdings kann es auch Umstände geben, in denen derartigen Vorbereitungen kaum erfolgsversprechend sind. So warnen die Wissenschaftler der Uni Köln u.a. davor, dass sie in ihrem Leben noch nie die Erfahrung der Stärke machen durften.

„Falls Menschen damit zu kämpfen haben, ein überzeugendes Beispiel dafür zu finden, als sie sich mächtig fühlten, dann kann dies zu einem gegenteiligen Effekt führen und das Ergebnis schlechter ausfallen, als wenn sie kein derartiges Essay verfasst hätten“, warnen die Forscher.

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