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Welche Kompetenzen Risikomanager mitbringen müssen

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Seit der Finanzkrise hat der Karriereweg im Risikomanagement an Bedeutung, Ansehen und Beliebtheit gewonnen. Falls Sie selbst der Risikomanagement-Community angehören wollen, dann sollten Sie folgende Fähigkeiten mitbringen:

1. Aufmerksamkeit für die regulatorischen Entwicklungen

Das alles umfassende Thema ist die Flutwelle an Regulierungen, die über das Investmentbanking hereinbricht. Dies begann mit Basel 2,5 in 2009 und setzt sich über die neuen Anforderungen nach Basel III sowie der US-amerikanischen Regulierung nach Dodd-Frank (Trennung von Investment- und restlichem Banking) fort. Die neuen regulatorischen Anforderungen sind weitaus quantitativer angelegt und obliegen normalerweise dem Risikomanagement.

2. Ganzheitliche Sicht auf die Risiken

Vor der Krise war das Risikomanagement üblicherweise über die verschiedenen Geschäftsbereiche und zwischen Markt- und Kreditrisiken verteilt. Die jüngsten Veränderungen durch Basel III erhöhen die Anforderungen an das Management der Markt- und Kreditrisiken. Dies zeigt sich am deutlichsten am Management der Counterparty-Risiken. Risikomanager, die mit den vielseitigen Anforderungen der neuen Regulierungen zurechtkommen, sind überaus gefragt.

3. Charakterstärke

Das neue unabhängige Risikomanagement muss sich gegenüber dem Trading behaupten. Die Unternehmen unterscheiden sich erheblich darin, wie viel Freiraum sie ihrem Risikomanagement gegenüber ihrem Trading gewähren. Dort wo sich die Balance zwischen den Erträge generierenden und den Risikomanagement-Abteilungen zugunsten der ersteren neigt, kommt es entscheidend auf die Charakterstärke der Risikomanager an, damit das Risikomanagement seine Kontrollfunktion wahrnehmen kann.

4. Quantitative und qualitative Fähigkeiten

Durch das Wachstum der strukturierten und derivativen Produkte vor 2008 gewinnen die quantitativen Fähigkeiten im Risikomanagement an Bedeutung. Wie schon gesagt, stellen auch die Regulierungen im Zuge von Basel III größere Anforderungen an die quantitativen Fähigkeiten. Dennoch wird gleichzeitig auch gerne eine eher qualitative Herangehensweise gesehen, denn das tatsächliche Risiko kann nicht nur an den nackten Zahlen abgelesen werden.

5. Kommunikative Fähigkeiten

Viele Risikomanager bringen hervorragende mathematische Kenntnisse mit. Doch ein wirklich guter Risikomanager kann auch klar und deutlich mit dem Senior Management kommunizieren, ohne in den mathematischen Jargon zurückzufallen, was einen bedeutenden Vorteil darstellt. Weiter müssen Risikomanager ein gutes Verhältnis zu den Tradern aufbauen, um unnötige Konfrontationen zu vermeiden.

6. Glück

Auch wenn Sie die fünf genannten Fähigkeiten mitbringen, kann Sie das Unglück zu Fall bringen. Denn die Risikoparameter einer Investmentbank sind höchst kompliziert und stützen sich ihrer Natur nach oft auf Wahrscheinlichkeiten. Doch was sich jenseits dieser Sicherheiten bewegt, tendiert dazu, sehr hässlich zu sein. Denn die Vermeidung von „schwarzen Schwänen“ geht teilweise auf Kompetenz, teilweise aber auch auf Glück zurück.

Peter Griffith ist Direktor der Risikomanagement-Beratung Calimere Point.

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