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Was Arbeitgeber über Headhunter denken

They are coming for you

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Um den Ruf der Headhunting-Branche steht es nicht zum Besten. Dabei klagen nicht nur Kandidaten über ungefragt versandte Lebensläufe. Auch Arbeitgeber – die die Kunden der Headhunter sind – ärgern sich über die schwarzen Schafe der Branche. So heißt es in einer neuen Studie der Marketing Corporation aus Bad Homburg: „Ein erheblicher Teil (44 Prozent) gibt an, dass es nur wenige hervorrangende Personalberater auf dem Markt gibt, bei denen Professionalität, Dienstleistungswille, transparente Geschäftsmodelle und Flexibilität im Fokus stehen. 59 Prozent sind der Ansicht, Personalberater arbeiten teilweise mit unseriösen Mitteln.”

Noch gravierender für das Geschäftsmodell der Personalberater dürfte sein, dass sich zwei Drittel der Befragten über ungeeignete Kandidaten beschweren. Schließlich besteht die einzige Existenzberechtigung von Headhuntern darin, geeignete Mitarbeiter zu finden. Denn unpassende Kandidaten sind ihr Geld nicht wert.

Laut dem Bundesverband deutscher Unternehmesberater werden normalerweise immerhin 25 Prozent des Bruttojahresgehaltes nach der erfolgreichen Platzierung fällig. Auch die Dauer der Suche sowie den Service nach der Vermittlung bemängelten 68 bzw. 63 Prozent der Befragten.

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Interessant ist auch, worauf die Arbeitgeber bei der Beauftragung von Headhuntern achten. So verlangen 98 Prozent Branchenexpertise. Schon an dieser Hürde dürfte so mancher Junior Recruiter frisch von der Uni scheitern. Dagegen spielen die Kosten eine vergleichsweise geringe Rolle. Nur 76 Prozent der Befragten achten hierauf. Dies bedeutet auch, dass kompetente Headhunter mehr verlangen können. Vollends belanglos scheint indes die Größe des Personalberatungsunternehmens zu sein. Nur 12 Prozent der Befragten sahen hierin ein Qualitätskriterium.

Quelle: Marketing Corporation

Quelle: Marketing Corporation

In der Headhuntingbranche gibt es im Grunde zwei Honorarmodelle: Beim „Contingency“-Modell werden die Headhunter nur nach einer erfolgreichen Platzierung vergütet. Bei dem „Retainer“-Modell wird das Honorar üblicherweise in drei gleichen Tranchen bei Beauftragung, Vorstellung der Kandidaten und nach der erfolgreichen Platzierung fällig. Es gibt aber auch Mischformen, die beispielsweise eine Anzahlung bei Beauftragung und eine Abschlusszahlung bei erfolgter Platzierung beinhalten.

Die befragten Arbeitgeber scheinen unterdessen keines der drei Modelle eindeutig zu bevorzugen: Jeweils 31 Prozent gaben an, überwiegend oder ausschließlich mit „Contingency“- oder „Retainer“-Modellen zu arbeiten. Der Rest entfiel auf Mischformen. Dabei wird zum Beispiel bei der Beauftragung eine Anzahlung vereinbart, während die eigentliche Bezahlung nach der Platzierung erfolgt.

Die Honorarmodelle haben tiefgreifende Folgen für die Arbeitsmethoden. So besteht beim „Contingency“-Modell für Headhunter die Gefahr, dass der Kunde mehrere Personalberater beauftragt. Entsprechend verringern sich die Platzierungschancen. Kaum ein Headhunter wird unter solchen Bedingungen allzu viel Suchaufwand betreiben. Dagegen muss der Arbeitgeber beim „Retainer“-Modell zahlen, auch wenn kein passender Kandidat gefunden wird, was er sich sicherlich zweimal überlegt.

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Doch trotz des schlechten Branchenimages gibt die Studie auch Hoffnung für Headhunter. So heißt es: „68 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Personalberater in Zukunft eine wichtigere Rolle bei der Suche nach Fach- und Führungskräften spielen werden, da insbesondere die Anforderungen an potenzielle Kandidaten weiter steigen werden.“

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Kommentare (1)

Comments
  1. Hallo,
    im Auftrag meines Chefs soll ich derzeit einen Headhunter aus Frankfurt suchen. Ich fand einen Artikel über die wohl Top 5 – Headhunter Frankfurts. Habt ihr bereits Erfahrungen mit dem ein oder anderem Headhunter gemacht und könnt ihr mir jemanden gezielt empfehlen oder von jemandem abraten?

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