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Zehn Begriffe, die Sie in einem Lebenslauf vermeiden sollten

Die Zeiten sind schwierig. Daher versuchen Sie wahrscheinlich den bestmöglichen Lebenslauf abzufassen. Dabei kann das Optimum je nach der betreffenden Stelle, für die Sie sich bewerben, ganz unterschiedlich ausfallen. Dennoch gibt es einige allgemeine Regeln, die für sämtliche Lebensläufe gelten. Doch es gibt auch Dinge, die Sie auf jeden Fall vermeiden sollten. Wir haben bei Karrierecoaches nachgefragt, welche Begriffe in keinen Lebenslauf gehören.

1. „Arbeitslos“

Auf gar keinen Fall sollten Sie Worte wie „arbeitslos“, „arbeitssuchend“ oder „Kündigung“ verwenden. Denn alle hinterlassen einen gewissen negativen Beigeschmack. Vielmehr sollten Sie positive und stärkere Formulierungen wie „Karriereauszeit“ nutzen, rät Karrierecoach und Autor Jeremy L’Anson, der oft mit Investmentbankern arbeitet. Ein anderer deutscher Recruiter rät zu dem Begriff „Sabbatical“, das gewissermaßen eine Allzweckwaffe für Auszeiten darstelle.

2. „Dynamisch“

Professionelle Lebenslauf-Coaches warnen vor dem Einsatz von klischeebehafteten Begriffen und Formulierungen, die nahezu jeden Lebenslauf verunstalten.

„Es gibt Wörter, die so häufig verwendet werden, dass sie bedeutungslos werden“, erläutert Victoria Mclean von City CV in London. Dazu gehören z.B. „dynamisch“, ein „nachweislicher Track Record“, „Team Player“, „Anpassungsfähigkeit“ und „innovationsstark“. „Innovativ lesen Sie in 90 Prozent aller CVs“, ergänzt Mclean.

L’Anson wiederum warnt aus den gleichen Gründen vor Begriffen wie „begeistert“ und „motiviert“. „Jeder behauptet von sich, hervorragend zu sein“, sagt auch Karriere-Coach Linda Jackson von 10Eighty in London. „Das löst nur ein großes Gähnen aus und ist bedeutungslos.“ Die Beraterin Janet Moran, Mitbegründerin von The CV House, berichtet wiederum, dass Recruiter das Wort „Leidenschaft“ auf Lebensläufen regelrecht hassen. Denn dies sei einfach abgenutzt.

3. „Assistiert”

Geben Sie niemals an, dass Sie irgendwo „assistiert“ oder „geholfen“ hätten, rät McLean. Denn beide Formulierungen suggerieren, dass Sie Ihre Ziele nicht aus eigenen Kräften erreichen konnten, was sich nicht sonderlich gut in Lebensläufen macht. Vielmehr sollten Sie Verben wie „durchgeführt“ und „geleitet“ verwenden.

4. „Mutterschaft“

Gelegentlich ist es nicht ratsam, Mutterschaft oder Elternzeit allein auf einem Lebenslauf anzugeben. Vielmehr sollten Sie dieser Auszeit einen Zusatznutzen abgewinnen. „Falls Sie Mutter sind und sich eine zweijährige Auszeit genommen haben, dann können Sie dies als eine Karriereauszeit präsentieren“, sagt L’Anson. „Erwähnen Sie einige Tätigkeiten, die Sie während dieser Zeit unternommen haben, wie z.B. dass Sie im Elternbeirat waren oder an ehrenamtlichen Tätigkeiten teilgenommen haben.“ Auch sollten Sie nicht schreiben, dass Sie „glücklich verheiratet mit Kindern im Teenager-Alter sind“. Denn das ist irrelevant.

5. „Lesen“

Laut Mclean sollten Sie auch passive Interessen und Hobbies wie „Lesen“, „Ausgehen“ oder „Kino“ vermeiden. Falls Sie ein solches passives Interesse angeben, dann sollten Sie ihm eine tiefere Bedeutung abringen. „Anstatt zu sagen, dass Sie gerne lesen, sollten Sie angeben, dass Sie die spanische Literatur des 19. Jahrhunderts lieben.“

6. „Fallschirmspringen“

Ähnliches gilt von Hobbies, die suggerieren, dass Sie ein Adrenalin-Junkie sind. Laut Jackson können sich Freizeitaktivitäten wie Fallschirmspringen und Bergsteigen negativ auswirken, wenn Sie sich um einen Job im Trading bewerben. „Alles was sich nach Adrenalinabhängigkeit anhört, bestärkt Sorgen, dass Sie nach Nervenkitzel suchen und zu hohe Risiken eingehen“, ergänzt Jackson.

7. „Unternehmerisch“

Moran rät, nichtssagenden Business-Jargon zu vermeiden. „Viele Finanzexperten und Mitarbeiter aus den Finanzdienstleistungen geben an, dass sie unternehmerisch denken“, sagt Moran. „Doch es handelt sich nur um eine persönliche Einschätzung und bedeutet letztlich nichts. Besser als leere Behauptungen ist, wenn Sie Beispiele für Ihr unternehmerisches Denken angeben.“

8. „Auseinandersetzungen“

Weder in einem Lebenslauf noch in einem Vorstellungsgespräch sollten Sie auf Auseinandersetzungen mit ehemaligen Kollegen anspielen, rät Jackson. Dabei handelt es sich geradezu um ein Tabu. Falls es „Meinungsverschiedenheiten“, „Missverständnisse“ oder „Differenzen“ gab, dann sollten Sie diese nicht als solche ansprechen, meint auch Maclean. Vielmehr sollten Sie nur kurz anmerken, dass das Unternehmen sich für eine neue Strategie entschieden habe.

9. „Opfer“

Niemals sollten Sie schreiben, dass Sie ein „Opfer“ von was auch immer gewesen sind. So beobachtet Jackson oft, dass Leute schreiben, Sie seien „das Opfer von Restrukturierungen“ geworden. Stattdessen sollten sie weniger emotionale und negativ besetzte Worte wählen wie z.B. „Ich habe das Unternehmen aufgrund von Restrukturierungen verlassen.“

10. „Insolvenz“

Eine Insolvenz spricht nicht gerade für Ihre Eignung als Finanzprofi. Für viele Positionen kommen Leute, die eine Privatinsolvenz oder eine Unternehmenspleite hinter sich haben, schon aus regulatorischer oder rechtlicher Sicht für bestimmte Positionen nicht in Frage.

Kommentare (2)

Comments
  1. Das sind wirklich gute Tipps. Einigen Bewerbern ist es wahrscheinlich selbst nicht bewusst, wie die Bewerbung auf den Personaler wirkt. Darum sollte man sich beim Schreiben am besten in seine Lage versetzen, um passende Argumente zu finden. Hilfe kann man dabei auch von einem Bewerbungsservice erhalten. Allerdings sollte es der Bewerber bei genügend verfügbarer Zeit aus eigener Kraft schaffen.

  2. Den Begriff „Insolvenz“ sollte man vermeiden, es sei denn man ist erfolgreicher Insolvenzverwalter ;-)

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