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Gewohnt gelassen: Was CS-Chef Brady Dougan zu Banker-Boni zu sagen hat

Half a lifetime at Credit Suisse

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Falls Credit Suisse-Chef Brady Dougan Recht hat, dann erweisen sich die erhitzten Diskussionen um die EU-Bonusdeckelung als Sturm im Wasserglas. „Die Regeln müssen noch präzisiert werden. Offenbar sollen nur die Mitarbeiter von der Boni-Begrenzung betroffen sein, die direkten Einfluss auf die Risiken einer Bank haben. Bei der Credit Suisse wäre davon eine begrenzte Anzahl an Mitarbeitern betroffen“, sagte Dougan in einem Interview mit dem Handelsblatt.

Die Banken sind verpflichtet, diejenigen Mitarbeiter auszuweisen, die eine besondere Verantwortung für die Gewinne und das Risiko eines Instituts tragen. Üblicherweise handelt es sich dabei um die obersten Führungsebenen und die Spitzeninvestmentbanker. So hat die UBS in ihrem gestern vorgelegten Geschäftsbericht 2012 z.B. gerade einmal 501 sogenannte „Key Risk Taker“ ausgewiesen, deren Boni ihre Grundgehälter um durchschnittlich 1:2,6 übersteigen. Damit ist das tatsächliche Verhältnis nicht allzu weit von der geplanten Kappung bei gut 1:2 entfernt.

Daher sieht Dougan die EU-Bonusdeckelung ähnlich wie die Schweizer „Abzocker-Initiative“ gelassen. Möglicherweise würden einige Londoner Mitarbeiter aufgrund der Deckelung abspringen, einen wahren Exodus erwartet Dougan hingegen nicht. „Es wird immer viel über den Wegzug von Bankern geschrieben. Am Ende bewegen sich dann doch nicht so viele. Und ich glaube, so wird es auch diesmal sein“, sagte Dougan.

„Die Bonusregel wird vermutlich dazu führen, dass die Fixgehälter in einigen Bereichen angehoben werden müssen, um die besten Mitarbeiter nicht zu verlieren. Am Ende würden dadurch natürlich die Personalkosten weniger flexibel“, ergänzte Dougan. Im Klartext heißt dies, dass bei einem schlechten Geschäft nicht mehr einfach die Boni zusammengestrichen werden können, um die Kosten zu senken. Kritiker befürchten daher, dass die Banken im Bedarfsfall aufgrund höherer Fixgehälter schneller Kündigungen aussprechen könnten.

Dougan sieht vielmehr die Gefahr, dass durch die national und regional unterschiedliche Regulierung der Wettbewerb unter den Banken verzerrt werden könne. „Am Ende ist wichtig, dass das Regulierungsumfeld für alle Finanzinstitute gleich ist. Wichtiger als einheitliche Bonus-Regeln ist die einheitliche Anwendung der neuen Eigenkapitalregeln Basel III, die den Banken enorme Anstrengungen abverlangen wird“, betonte der Credit Suisse-Chef.

Bei der Eigenkapitalausstattung sieht Dougan das eigene Institut auf dem richtigen Weg. Der US-Amerikaner forderte „geeignete Instrumente“, damit strauchelnde Banken künftig nicht wieder auf Kosten des Steuerzahlers gerettet werden müssten. Als ein solches Mittel brachte Dougan „Bail-in-Anleihen“ ins Gespräch. Die Anleihekäufer würden sich die Risiken der betreffenden Bank sehr genau anschauen und im Zweifelsfall sehr hohe Zinsen verlangen.

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