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Goldman Sachs erklärt, wieso die Deutsche Bank in den USA zu kämpfen haben wird

Rollercoaster

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Seit langem versuchen die europäischen Investmentbanken, den US-Markt aufzumischen – bislang jedoch mit mäßigem Erfolg. Und die Hürden für den Erfolg dürften in Zukunft noch höher liegen. Denn laut einer Notiz des Goldman Sachs-Bankenanalysten Jemel Omahen könnten die europäischen Investmentbanken künftig mit neuen Anforderungen konfrontiert werden. Dies gilt besonders für die Deutsche Bank.

So fordert die US-Notenbank Goldman Sachs zufolge, dass die Töchter ausländischer Banken in den USA strengere Eigenkapitalregeln erfüllen müssen, was besonders für die Deutsche Bank zu einem Problem werden könne. Nach den im vergangenen Dezember vorgelegten Regeln müssen ausländische Banken sämtliche Töchter auf dem US-Markt unter einer Holdinggesellschaft bündeln, die wiederum den gleichen Eigenkapitalregeln wie die US-Banken unterworfen wären.

Die US-Notenbank hat die Banken bis Ende April um eine Stellungnahme gebeten, doch laut Omahen stehen die Chancen gut, dass die Pläne auch umgesetzt werden. Der Analyst schätzt, dass die Deutsche Bank für ihre Tochtergesellschaft „Taunus“ eine Eigenkapitalspritze von mehr als 13 Mrd. US-Dollar benötigen könne, bevor die neuen Eigenkapitalvorschriften zum 1. Juli 2015 in Kraft treten.

Obgleich Omahen dies nicht ausdrücklich ausspricht, könnte dieser immense Eigenkapitalbedarf empfindliche Auswirkungen auf die Mitarbeiter der Deutschen Bank an der Wall Street haben. Die Deutsche Bank macht in ihren Geschäftsberichten keine genauen Angaben, wie viele Angestellte sie in New York beschäftigt, aber es dürften einige Tausend sein. Denn der deutsche Branchenprimus ist laut den Zahlen von Thomson Financial der fünftgrößte Anbieter im US-Fixed-Income-Geschäft.

Höhere Eigenkapitalvorschriften führen regelmäßig dazu, dass die Banken ihre Aktivitäten überdenken, erläutert der Bankenanalyst Ian Gordon von Investec in London. „Höhere Kapitalanforderungen verringern die Erträge des Bankengeschäfts, was sie im Fall eines geringeren Geschäfts weniger rentabel macht“, sagt Gordon.

Mit anderen Worten: Die Deutsche Bank könnte gezwungen sein, Stellen abzubauen und ihr Geschäft zu verkleinern, um so die neuen Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Allerdings könnte dies auch die Sorgen um die Eigenkapitalausstattung von Banken anderswo in der Welt stärken.

Die Deutsche Bank wollte zu den neuen Eigenkapitalvorschriften oder der Goldman Sachs-Analyse keinen Kommentar abgeben. Ein Insider der Deutschen Bank sagte, dass sich der Prozess noch in einem frühen Stadium befände und die Anforderungen vor der Einführung noch abgemildert werden könnten. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sagte unterdessen, dass er über die neuen US-Vorschläge „sehr besorgt“ sei.

Dabei denkt Goldman Sachs nicht, dass die Deutsche Bank das einzige europäische Institut sei, das unter derartigen Eigenkapitalvorschriften zu leiden hätte. Auch die britische Großbank Barclays könnte „beträchtlich betroffen sein“, sagte Omahen. Dagegen falle das Risiko für die Royal Bank of Scotland vergleichsweise moderat aus. Einen Einfluss könnten die Regelungen darüber hinaus auch auf die französische Großbank BNP Paribas haben, obgleich die Auswirkungen auf französische Banken als „beherrschbar“ erachtet werden.

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