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Welche Banken derzeit die sichersten Arbeitsplätze bieten

Bei der Jobsuche hat die Arbeitsplatzsicherheit mittlerweile den Gegenwert eines dreijährigen Garantibonus erreicht. Wenn Banker sich einmal für einen Arbeitgeber entschieden haben, dann spielt heute laut Headhuntern das Vergütungspaket nicht mehr die erste Rolle. Vielmehr favorisieren die Kandidaten Arbeitsplatzsicherheit und Zuverlässigkeit. Niemand will bei einer hochbezahlenden und draufgängerischen Bank anheuern, die nach nur einem Jahr die Leute wieder vor die Tür setzt.

Auf der Grundlage der Geschäftszahlen für 2012 haben die Analysten von CreditSights einen Chart zusammengestellt, der gewissermaßen Sicherheit und Stabilität der Banken abbildet. Diese Grafik gibt wieder, welche Banken unter den Basel III-Kriterien die höchsten Eigenkapitalquoten aufweisen. Einerseits drohen die Banken mit der höchsten Eigenkapitalquote nicht Schiffbruch zu erleiden, sobald ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt. Andererseits besteht bei diesen Banken auch ein geringerer Restrukturierungsbedarf, um die strengeren Eigenkapitalregeln zu erfüllen. Somit können diese Institute als die potenziell sichersten Arbeitgeber gelten. Demnach hinterlassen die schwedischen Banken den besten und die deutschen den schlechtesten Eindruck.

Basel Fully loaded

Alle Banken müssen sich für die Einführung von Basel III zum 1. Januar 2019 in Stellung bringen. Die Analysten von CreditSights betonen dabei, dass die neuen Regeln die Banken auf zwei Weisen beeinflussen: Erstens legen die risikogewichteten Aktiva zu, indem bestimmte Geschäfte wie die Verbriefung, Kredite und Derivategeschäfte mit höherem Eigenkapital unterlegt werden müssen. Zweitens vermindert sich der Anteil des Kernkapitals (Core tier one), wie es die Banken angesammelt haben.

Unter den neuen Regeln benötigen die Banken ein Mindesteigenkapital nach Tier 1 von 7,5 Prozent. Die größten der weltweit systemrelevanten Banken müssen zwischen 8,5 und 9,5 Prozent aufweisen. Die Schweizer Banken müssen sogar eine Kernkapitalquote von 13,5 Prozent vorweisen. Damit müssten die beiden Schweizer Platzhirsche eigentlich die sichersten Arbeitgeber darstellen. Doch tatsächlich zählt gerade die UBS zu den Großbanken mit einer der einschneidendsten Restrukturierungen. So will sich der Schweizer Bankenriese weitgehend aus dem Anleihegeschäft zurückziehen und dabei bis zu 10.000 Jobs streichen.

Nach den Berechnungen von CreditSights haben die Deutsche Bank und die Credit Suisse den längsten Weg vor sich, um die strengeren Eigenkapitalvorschriften zu erfüllen. Wie der unten stehende Chart zeigt, müssen der deutsche Branchenprimus und die britische Großbank Barclays prozentual gesehen die größten Fortschritte erzielen. Dagegen machen die US-Banken eine vergleichsweise gute Figur. Ähnliches gilt für die UBS.

Core equity deficit

Doch handelt es sich bei der Vorbereitung auf Basel III tatsächlich um das alles entscheidende Kriterium, ob eine Bank hohe Arbeitsplatzsicherheit bietet? So viel ist klar: Banken, die die Vorgaben noch nicht erfüllen, müssen entweder ihre risikogewichteten Aktiva reduzieren oder neues Eigenkapital aufnehmen. Die Bilanzverkürzung geht zumindest in den kapitalintensiven Geschäftsbereichen einer Bank regelmäßig mit einem Personalabbau einher. Das beste Beispiel hierfür stellt wiederum die UBS dar. Im Oktober kündigte das Institut an, die risikogewichteten Aktiva in ihrem Investmentbanking auf 70 Mrd. Franken zu verringern – inklusive eines Wegfalls von bis zu 10.000 Jobs.

Doch wie sicher ist ein Job bei der Deutschen Bank? Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der deutsche Branchenprimus in seinem Corporate and Investmentbanking 1700 Stellen gestrichen; von weiteren Einschnitten war indes bei der Bekanntgabe der Jahresergebnisse für 2012 keine Rede. Allerdings scheinen sich die Eigenkapitalquoten bei der Deutschen Bank auch aufgrund von Veränderungen am Risikomodell der Bank verbessert zu haben, was von verschiedenen Skeptikern bemerkt wurde. Es wurden also nicht die Geschäftsmodelle überarbeitet.

Laut den Analysten von CreditSights würde die Deutsche Bank schlechter abschneiden, wenn die Risiken auf der Basis der gesamten Assets gemessen würden. Demnach würde die Ratio bei der Deutschen Bank lediglich 1,9 Prozent betragen – im Vergleich zu 2,8 Prozent bei Barclays und 3,8 Prozent bei der Credit Suisse.

Ein Sprecher der Deutschen Bank bestritt unterdessen, dass es sich um vergleichbare Eigenkapitalquoten handle. Die Deutsche Bank bereite sich ebenso wie andere Banken auf Basel III vor. Weiter ergänzte er, dass die US-Banken unfairerweise einen Vorteil bei der Berechnung ihrer Eigenkapitalquoten besäßen. „Unter der IFRS-Rechnungslegung dürfen wir nicht die Nettobelastung unserer Derivate ansetzen, aber Banken, die US GAAP unterliegen, können ihre Nettobelastung ansetzen. Dadurch werden ihre Kapitalquoten aufgebessert“, erläuterte der Sprecher.

Doch laut Simon Adamson, dem Autor des CreditSights-Studie, würde dies für das schwache Abschneiden der Deutschen Bank in der ersten Grafik kaum einen Unterschied machen. „Gleich ob Sie nach IFRS oder GAAP reporten, sollten die Definitionen von Eigenkapital und risikogewichteten Aktiva gleich ausfallen“, sagt Adamson. Zu einer ähnlich kritischen Bewertung der Eigenkapitalausstattung einiger Banken kamen kürzlich auch die Analysten von Berenberg.

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