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Würden Sie 250.000 Euro abschlagen? Ex-WestLB will mit unmoralischem Angebot 1600 Mitarbeiter loswerden

Stolzer Auftritt, traurige Realität: die ehemalige WestLB in Düsseldorf.

Stolzer Auftritt, traurige Realität: die ehemalige WestLB in Düsseldorf.

Die ehemalige WestLB zählt zu den Untoten in der deutschen Bankenlandschaft. Offiziell hat die ehemalige Landesbank ihr Neugeschäft  Ende Juni 2012 eingestellt, dennoch besteht das Institut unter dem Namen Portigon mit 2600 Mitarbeitern fort. Da der Neustart als Bankendienstleiter nicht gerade furios verläuft, will das Institut innerhalb von drei Jahren insgesamt 1600 Stellen abbauen.

„Bestehende Planungen sehen vor, die Mitarbeiterzahl bis 2016 auf 980 zu reduzieren“, sagte ein Portigon-Sprecher der Rheinischen Post. „Ob es betriebsbedingte Kündigungen geben wird, hängt davon ab, wie viele Mitarbeiter auf der Basis freiwilliger Vereinbarungen die Bank verlassen werden.“

Doch um die Beschäftigten von einem freiwilligen Abgang zu überzeugen, muss Portigon tief in die Tasche greifen. So beliefen sich die Abfindungssummen zum Teil deutlich jenseits von 200.000 Euro. Der Hintergrund scheint denkbar simpel: So haben Headhunter während der mittlerweile langen Krise von einem wahren Exodus von Fachkräften aus der kriselnden Landesbank berichtet. Ein Headhunter sagte seinerzeit sogar: „Vor der WestLB kann ich einen Stand aufmachen.“

Doch diese Zeiten scheinen mittlerweile vorbei sein. Übrig dürften hauptsächlich Mitarbeiter sein, die bereits seit Jahrzehnten bei der WestLB arbeiten und z.B. sogar mit noch beamtenähnlichen Verträgen eingestellt wurden. Ergo muss im Zweifelsfall  der Steuerzahler für sie aufkommen. Dies treibt natürlich die Abfindungszahlungen kräftig in die Höhe.

Einen alternativen Vorschlag hat der FDP-Fraktionsvorsitzende im nordrhein-westfälischen Landtag unterdessen medienwirksam unterbreitet: „Fachkräfte bei der Portigon AG, für die das Land aufgrund langfristiger vertraglicher Verpflichtungen ohnehin aufkommen muss, sollten für andere verwandte Landesaufgaben eingesetzt werden.“

So will Witzel die chronisch unterbesetzten Steuerbehörden des Landes durch ehemalige WestLB-Mitarbeiter verstärken. Diese könnten auch als Dozenten für kaufmännische Bildungsgänge eingesetzt werden.  „Dem Steuerzahler blieben dadurch unnötige Kosten für Abfindungen von bis zu einer Viertelmillion Euro pro Person erspart“, betonte Witzel. Stellt sich allerdings die Frage, ob die Portigon-Beschäftigten nicht lieber 250.000 Euro einstreichen sollten.

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