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Bankhaus Metzler sucht Restrukturierungsexperten

Je schlimmer die Bankenkrise, desto bessere Schlagzeilen bekommt das Bankhaus Metzler.

Seit Monaten zählt Friedrich von Metzler zu den beliebtesten Ansprechpartnern in den Wirtschaftsredaktionen. Nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Börse-Online, Handelsblatt oder (seit Jahren) das Manager Magazin, sind voll des Lobes für den Bankchef, selbst das Fernsehen umarmt den umtriebigen Finanzmanager wie ein verirrter Wüstengänger eine Wasserflasche.

Erlangte von Metzler nach der Ermorderung seines Sohnes vor sieben Jahren eher unfreiwillig traurige Berühmtheit, steht der 65jährige heute erneut im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses: wieder unter wenig erfreulichen Umständen, immerhin erlebt die Wirtschaft die schlimmste Krise seit 70 Jahren, aber dieses Mal als Wiedergeburt einer längst ausgestorben geglaubten Banker-Generation – ein Geldmanager, der nicht nur mit seinem Namen für sein Haus gerade steht, sondern auch mit seinem eigenen Geldbeutel.

Eine Eigenschaft, die so rar geworden ist im Zeitalter von Milliardenabschreibungen auf schwerzudurchschauende Finanzprodukte und Millionenboni für angestellte “Bad Banker”, dass sogar ein dezidiert linkslastiges, kapitalkritisches Blatt wie die Frankfurter Rundschau Lobeshymnen auf das Frankfurter Institut und seinen Chef anstimmt.

Tatsächlich hat nicht nur Metzler von dieser Imagepolitur profitiert, auch die Mitarbeiter der Bank haben in diesen schwierigen Zeiten Grund zur Freude. Während andere Institute sich im großen Stil von ihren Beschäftigten trennen, ist die Zahl der Metzler-Banker binnen Jahresfrist um 20 auf weltweit 770 gestiegen.

Auf der Webseite sind zwar gegenwärtig keine Positionen für “Professionals”, sondern lediglich für Hochschulabsolventen und Hochschulinteressenten ausgeschrieben. Aber nach Angaben eines Sprechers stellt die Bank weiter punktuell ein: Dann also, wenn im Asset Management, Private Banking oder Investmentbanking mal wieder eine Stelle frei wird.

Besonders gut seien derzeit die Aussichten für Restrukturierungsexperten, so der Sprecher weiter. Allerdings suchen auch andere Banken nach diesen Turnaroundspezialisten.

Dagegen können sich Kreditexperten das Schreiben einer Bewerbung sparen. Schließlich gehört Metzler zu den wenigen Banken, die so gut wie kein Geld verleihen, sondern sich auf Vermögensverwaltung, Wertpapierhandel und Fusionsberatung spezialisiert hat.

Ob die Bank auch in Zukunft vor allem positive Schlagzeilen produzieren wird, bleibt abzuwarten. Als nicht börsennotierte Aktiengesellschaft, deren Anteile fest in Familienbesitz liegen, muss Metzler lediglich einmal im Jahr einen Geschäftsbericht veröffentlichen. Und der für 2008 erscheint erst im Mai.

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