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Google macht es vor: Wie Trader beginnen, Programmiersprachen zu erlernen

Selbst im digitalen Zeitalter würden die meisten Trader über die Idee lachen, IT-Freaks zu werden. Dennoch steigt die Zahl der Trader, die Programmiersprachen lernen, um eine bessere Performance in ihrer täglichen Arbeit zu erzielen. „In unseren C++ und Java-Kursen für Finanzdienstleister arbeiten jeweils rund die Hälfte in Technology- und in Finance-Berufen – hauptsächlich Trader“, sagt Dionisis Dimakopoulos, der die Computerkurse der City University in London koordiniert. „Manche haben die Initiative selbst ergriffen, sich weiter zu qualifizieren, während bei anderen die Arbeitgeber für das Training desjenigen Personals aufkommen, das sie weiterbeschäftigen möchten.“

Doch betriebsintern geht es auch wesentlich billiger. Denn was Google vormacht, machen die Banken jetzt – langsam – nach, da der Wettbewerb um die IT-Talente steigt.

In einem offiziellen Google-Blog spricht Albert Hwang, Leiter People Technology & Operations Tools, über I2P. Dabei handelt es sich um ein Programm, bei dem 200 Mitarbeiter das Programmieren lernen. „Einige meiner ehemaligen Studenten sind von Stellen in Global Business, Finance und People Operations in Vollzeit-IT-Stellen gewechselt“, schreibt Hwang. Allerdings halten sich die Investmentbanken bei der IT-Ausbildung ihrer Trader zurück. „Investmentbanken verkaufen menschlichen Sachverstand. Daher fällt es ihnen selbst im digitalen Zeitalter schwer zu akzeptieren, dass auch das Personal außerhalb der IT das Programmieren erlernen sollte“, erläutert Douglas Rushkoff, Autor des Buches „Programme or be programmed“. „Allerdings sinkt die Nachfrage nach traditionellem Research und Analyse von Banken kontinuierlich, und jeder Trader, der ein Talent für IT hat, kann seine Karriere voranbringen.“

Laut Dimakopoulos planen die meisten Trader, die an einem Kurs teilnehmen, keinen Wechsel in eine IT-Position. Vielmehr wollen sie lediglich ihr IT-Verständnis für die zunehmend digitalen Abläufe im Handelssaal erhöhen.

So hat Goldman Sachs angekündigt, Personal abzubauen und dies durch Technik zu ersetzen. Und auch Morgan Stanley stellt IT-Spezialisten in Fixed Income zulasten der Trader ein.

„Sie werden nie der James Joyce des Programmierens werden“, ergänzt Rushkoff. „Es geht eher darum, die Grundlagen des Programmierens zu beherrschen, und Unternehmen, die es ihren Mitarbeitern beibringen, werden davon profitieren. Technologie-Unternehmen wie Amazon oder Google verstehen das, doch die Banken hinken dabei noch hinterher.“

Laut Recruitern ist es jedoch unklar, ob das Erlernen von Programmiersprachen die Karriere eines Traders tatsächlich voranbringt. So betont Marcus Newman, Partner in der Electronic Trading Division des Recruitmentunternehmens Riversdale Consulting, dass die Banken das Programmieren weitgehend den Technik-Teams überlassen.

„Nur weil immer mehr Trader feststellen, dass ihre Jobs durch Technik ersetzt werden, heißt das noch lange nicht, dass mehr Leute einen IT-Job anstreben“, meint Newman. „Es ist gut möglich, dass Programmierkenntnisse in der Produktentwicklung elektronischer Handelssysteme hilfreich sind, aber sie stellen keine Voraussetzung dar.“

Dennoch versucht eine Reihe von Finanzprofis laut dem Headhunter Dominic Connor von P&D Quant Recruitment das Programmieren zu erlernen. „Einige der besten Trader können programmieren, doch die meisten haben es sich selbst beigebracht“, erzählt Connor. „Die meisten Trader besitzen einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Abschluss und können sich Programmiersprachen relativ leicht beibringen.“

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