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GASTKOMMENTAR: Was ist besser – CFA oder MBA?

CFA

Eine klassische Frage lautet: Was ist besser – CFA oder MBA? Leider gibt es hierauf keine einfache Antwort, da es heikel ist, beide miteinander zu vergleichen. Es handelt sich um ganz verschiedene Qualifikationen mit unterschiedlichen Zielgruppen. Falls Sie einen MBA an einer elitären Business School erwerben, dann profitieren Sie vom Networking und dem Markennamen der Einrichtung. Wenn Sie hingegen einen CFA anstreben, dann profitieren Sie vom vermittelten Wissen und erhalten den „Markenwert“ einer CFA-Akkreditierung in Ihrem Lebenslauf zu einem sehr günstigen Preis.

Falls Sie sich also zwischen den beiden Qualifikationen entscheiden müssen, dann sollten Sie folgende Punkte beachten:

Der CFA ist hervorragend für Finance

Beim CFA handelt es sich um die erste Wahl, sofern Sie eine Karriere in Asset Management, Private Wealth Management, Aktienanalyse oder im Ratinggeschäft anstreben. In diesen Bereichen zahlt sich ein MBA weniger als ein CFA aus. Pluspunkte bringt ein CFA-Zertifikat auch in allen anderen Bereichen der Finanzdienstleistungen mit sich. Darüber hinaus ernten Sie auch außerhalb der Finanzdienstleistungen Anerkennung – vor allem in Asien, dem Mittleren Osten und Afrika.

Außerhalb der Finanzdienstleistungen ist ein MBA nützlicher

Falls Sie indes nicht in den Finanzdienstleistungen arbeiten wollen, sich über Ihre berufliche Zukunft noch im Unklaren sind oder breiter aufgestellt sein wollen, dann ist ein MBA die richtige Qualifikation für Sie.

Ein CFA ist zeiteffizienter

Beim CFA handelt es sich um ein Fernstudienprogramm, das ein Minimum an Lernaufwand von 300 Stunden für jeden Level erfordert. Dieser Zeitaufwand lässt sich einplanen und viele Kandidaten halten es für durchaus möglich, die Vorbereitungszeit mit einem Fulltime-Job zu vereinbaren. Dagegen erfordert ein MBA einen hauptberuflichen Einsatz von üblicherweise zwei Jahren, wodurch Sie beträchtliche Opportunitätskosten und einen nachteiligen Einfluss auf Ihre Arbeit berücksichtigen müssen.

Dennoch erhalten Sie einen MBA meist schneller als einen CFA

Die kürzestmögliche Zeit, in der Sie einen CFA erwerben können, sind 18 Monate. Aber dies gilt nur, wenn Sie im Dezember mit dem Level I beginnen und sämtliche Prüfungen im ersten Anlauf bestehen. Dies gelingt indes nur einer kleinen Minderheit der Kandidaten, wobei wir von einer einstelligen Prozentzahl sprechen. Die durchschnittliche Zeit, die ein Kandidat für die vollständige Ablegung eines CFA benötigt, beträgt vier Jahre, was immerhin doppelt so lang wie ein zweijähriger MBA ist. Darüber hinaus muss beachtet werden, dass Sie für den CFA auch vier Jahre Berufserfahrung vorweisen müssen.

Der CFA kostet weniger

Die Kosten für einen CFA hängen davon ab, wie viele Anläufe Sie für die Prüfungen benötigen und wie viel Sie für das Vorbereitungsmaterial ausgeben. Üblicherweise summiert sich dies auf 2500 bis 8500 Dollar und kann sogar bis zu 15.000 Dollar betragen, falls Sie ein Vermögen für die Vorbereitung ausgeben und mehrmals bei den Prüfungen durchfallen. Dies verblasst indes gegenüber den Gesamtkosten für einen (Spitzen-)MBA  von 200.000 US-Dollar. Sobald Sie sämtliche Opportunitätskosten eines zweijährigen Vollzeit-MBA beachten, kommt Ihnen ein CFA weitaus günstiger zu stehen – gleich wie Sie dies auch aufteilen.

Die Erfolgsquoten fallen ganz ähnlich aus

Bei den Vergleichen von MBA und CFA werden oftmals die geringen Erfolgsquoten des CFA angeführt. Nur rund 40 Prozent der CFA-Kandidaten bestehen die Prüfungen, woraus sich nach den insgesamt drei Prüfungen eine sehr geringe Erfolgsquote ergibt. Dagegen scheint die Erfolgsquote von z.B. 95 Prozent bei Harvard deutlich für Business Schools zu sprechen. Doch dieses Argument verfängt nicht. Denn zuvor müssen Sie erst einmal von einer Top-Business School wie Harvard angenommen werden. Doch wenn Sie die Aufnahmequoten von guten bis sehr guten Business Schools beachten, dann fallen die Erfolgschancen von MBA und CFA ganz ähnlich aus.

Doch wieso müssen Sie überhaupt zwischen CFA und MBA wählen?

Allerdings gibt es auch einige Leute, die sowohl über einen CFA als auch einen MBA verfügen. Denn wenn Sie Ihren Lebenslauf zu einem Dokument machen wollen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat, dann sollten Sie beide Qualifikationen erwerben. Denn CFA und MBA schließen sich gegenseitig nicht aus. Es kann durchaus Sinn machen, beide Qualifikationen im Lebenslauf zu haben, gerade wenn Sie in den zentralen CFA-Berufsfeldern wie Asset oder Wealth Management arbeiten wollen.

Doch wenn Sie tatsächlich beide anstreben sollten, in welcher Reihenfolge sollten Sie sie ablegen? Die meisten Leute würden wohl zunächst mit einem MBA beginnen, im zweiten Jahr anfangen für den CFA zu lernen, um diesen schließlich nebenberuflich zu beenden. Andere wiederum würden den CFA in den ersten Jahren Ihrer Karriere ablegen, um ihren Werdegang anschließend mit einem MBA zu krönen.

Welche Weg Sie einlegen, hängt natürlich von Ihren persönlichen Umständen ab.

Option 1: CFA zuerst

Falls Sie mit Ihrem derzeitigen Job zufrieden sind oder eine solche Stelle in Aussicht haben, dann würde ich klar raten, den CFA zuerst zu absolvieren. Denn der CFA ist wesentlich kosten- und zeiteffizienter als ein MBA. Darüber hinaus lernen Sie bei einem MBA mehr, wenn Sie bereits über einige Jahre Berufserfahrung verfügen.

Option 2: MBA zuerst

Doch falls Sie damit zu kämpfen haben, einen passenden Job zu finden, und Sie von einer guten Business School zugelassen wurden, dann macht es mehr Sinn, mit dem MBA anzufangen und mit dem Lernen für den CFA am Ende des MBA-Programms zu beginnen. Dabei sollten Sie jedoch gewarnt sein: Es ist sehr anstrengend, beides gleichzeitig zu verfolgen. Ein CFA ist schon schwierig genug.

Sofern Sie keinen Job haben oder immer noch unentschlossen sind, dann besteht die beste Option darin, zunächst Berufserfahrung zu sammeln. Denn letztlich gibt es nichts, das eine gute Arbeitserfahrung aufwiegt. Daher ist es sinnvoll, sich zuerst eine Stelle zu suchen. Falls dies sich nicht wie erhofft entwickeln sollte, dann können Sie sich immer noch für einen MBA entscheiden.

Eine Version dieses Artikels ist auf dem Blog 300 hours erschienen.

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