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Personalengpässe im IT-Bereich sorgen für Spitzengehälter bei Banken

Eine Studie von Forrester Research, einem auf die Technologiebranche spezialisierten Forschungsinstitut, sieht einen drohenden Personalengpass bei IT-Fachkräften. Schon ab dem Jahr 2006 könnten die Unternehmen nach Ansicht der Autoren Personalengpässe zu spüren bekommen, die auf rückläufige Immatrikulationszahlen in den Informatikstudiengängen und steigenden Pensionszahlen innerhalb der bestehenden IT-Belegschaft zurückzuführen sind.

Forrester hat Technische Hochschulen in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland befragt. Demnach hat sich zwischen den Jahren 2001 und 2005 die Anzahl der Studierenden in Informatikstudiengängen zwischen 5 und 40 Prozent reduziert. Eine zusätzliche Umfrage unter 48 europäischen Unternehmen ergab, dass 52 Prozent der Befragten annehmen, dass mehr als 10 Prozent ihrer EDV-Mitarbeiter bis 2006 in den Ruhestand getreten sein werden. Im Jahr 2005 haben das nur 42 Prozent erwartet.

Richard Peynot, Senior Analyst bei Forrester und Autor der Studie, glaubt, dass die Personalengpässe im Finanzsektor sogar noch früher zu erwarten seien. “Es ist schon losgegangen”, glaubt er. “In den Banken wurden schon früher als in anderen Branchen IT-Lösungen genutzt. Daher sind die IT-Spezialisten dort älter und werden früher in den Ruhestand gehen.”

Dieser Trend wird auch von auf IT spezialisierten Headhuntern bestätigt. Georgina McGowan, Beraterin beim Headhunter Robert Walters, meint, dass einige Banken im IT-Bereich über 60 oder 70 offene Stellen verfügen. In ihrer Verzweiflung würden die Banken Personalberatern Honorare zahlen, die 5 bis 10 Prozent über den marktüblichen Gehältern lägen, um die Stellen wiederzubesetzen.

Michael Lappin, Managing Consultant der IT-Sparte für den Finanzsektor bei Mantis Partners, glaubt, dass sich die Personalnot im letzten Jahr verschärft habe. “Die Engpässe sind seit dem Anziehen der Nachfrage größer geworden. Wir arbeiten mit mehreren Banken zusammen, die zwischen 20 und 40 offene Stellen haben. Es besteht eine große Nachfrage nach Programmierern, die sich in der Branche auskennen.”

IT-Spezialisten mit Branchenkenntnis gesucht

Forrester prognostiziert, dass in Zukunft Personalengpässe im IT-Sektor weniger im Bereich Programmierung liegen. Stattdessen werden IT-Experten mit genauer Kenntnis der Finanzbranche verstärkt nachgefragt werden.

“Im Finanzsektor werden derzeit massiv technische Dienstleistungen und operative Positionen ausgelagert”, berichtet Peynot. “Die Herausforderung der Zukunft wird darin liegen, Mitarbeiter mit einem hohen Verständnis von Finanzprodukten und -prozessen zu finden, die dann die ausgelagerten Prozesse leiten können.”

Die Gehälter in diesen Funktionen würden sicherlich ansteigen, glaubt Peynot. Im Gegensatz dazu würden die Gehälter in den rein technischen Positionen konstant bleiben auf Grund des Drucks aus Niedriglohnländern, in die IT-Prozesse häufig ausgelagert werden.

Offshoring und Outsourcing als Überdruckventile

Allerdings sind längst nicht alle Personalberater überzeugt, dass den Banken in Kürze eine akute Personalnot im IT-Bereich droht. Axel Kieren, Berater bei Celent, einem auf IT im Bankensektor spezialisierten Headhunter, meint, dass Personalengpässe kein Thema seien.

Im Bemühen um die Reduktion der Fixkosten lagern die Banken ihre IT-Entwicklungsabteilungen zunehmend aus, meint Kieran. “Vor fünf Jahren haben die meisten Banken ihre IT-Systeme noch inhouse entwickelt. Heute greifen sie nur noch auf ihre internen Spezialisten zu Integrationszwecken zurück.”

In der Folge würden diejenigen IT-Spezialisten, die in den Ruhestand gehen, in den Banken nicht ersetzt: “Man verlässt sich immer häufiger auf externe Dienstleister, die von mehreren Banken gemeinsam genutzt werden.”

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