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GASTKOMMENTAR: Wie Sie einen kompetenten Headhunter finden

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Falls Sie nach einem neuen Job suchen, kann ein Headhunter eine große Hilfe darstellen. Andererseits kann der Umgang mit einem Headhunter auch sehr frustrierend ausfallen. Die größten Beschwerden von Kandidaten drehen sich zumeist um das mangelnde Feedback von Recruitern. Das gilt besonders, wenn es die Bewerber bei Vorstellungsgesprächen in die zweite oder dritte Runde geschafft haben – und dann eine Absage erhalten.

So etwas ist natürlich frustrierend. Doch Sie sollten sich immer vergegenwärtigen, dass der Recruiter nicht für Ihre Jobsuche verantwortlich ist, sondern Sie selbst. Seine eigene Jobsuche auf ein Unternehmen oder eine Person zu konzentrieren, ist eine schwache Strategie, die keine guten Ergebnisse hervorbringt.

Statt sich nur auf einen oder wenige Recruiter zu verlassen, die Ihnen zuarbeiten, müssen Sie im herrschenden Marktumfeld Ihre Bewerbung breit streuen. Mindestens 80 Prozent Ihrer Zeit sollten Sie auf Entwicklung und Pflege Ihrer eigenen Kontakte – ehemalige Kollegen, Kundenkontakte usf. – verwenden. Dagegen sollten Sie nur 20 Prozent für die Zusammenarbeit mit Recruitern reservieren.

Dabei sind die ersten sechs Monate Ihrer Jobsuche entscheidend. Denn in dieser Zeit müssen Sie Ihr Netzwerk ausbilden.

Falls Sie indes auf Recruiter zurückgreifen, dann sollten Sie beachten, dass diese sehr beschäftigte Leute sind, die in einem sehr herausfordernden Marktumfeld arbeiten. Recruiter sind ebenso beschäftigt wie Anwälte und Buchhalter. Doch anders als Anwälte und Buchhalter werden viele Financial Services Recruiter nur im Erfolgsfall bezahlt – und sicher nicht für ihre Arbeitszeit. Daher konzentrieren sie sich sehr stark auf diejenigen Kandidaten, mit denen sie eine Gebühr verdienen können.

Wenn Sie also mit Recruitern kommunizieren, dann sollten Sie vier Punkte im Hinterkopf behalten:

1. Den Aufbau eines guten Verhältnisses

Wo immer möglich sollten Sie Kollegen fragen, welche Recruiter sie empfehlen und mit wem Sie gerne zusammenarbeiten. Denn Empfehlungen stellen einen guten Anknüpfungspunkt für erste Gespräche dar. Falls Sie keine Empfehlungen erhalten sollten, dann kann ein freundlicher Anruf einen sinnvollen Anfang darstellen. Headhunter hören in der Regel gut zu, wenn Sie einen gelungenen Initiativanruf erhalten und tendieren dazu, ein wenig Zeit darauf zu verwenden. Dabei sind Telefonate generell besser als Emails. Denn auch Sie wollen, dass der Recruiter eine Beziehung zu Ihnen herstellt: Ist er offen und ehrlich, wenn Sie ein Gespräch starten?

2. Bringen Sie Ihre Message herüber

Dies ist für beide Seiden erfolgskritisch. Wo befinden Sie sich in Ihrer Karriere? Wonach suchen Sie? Auf welche Produkte sind sie spezialisiert? Mit welchen Kunden haben Sie zusammengearbeitet? Headhunter verfügen über komplexe Datenbanken, die jeden Aspekt Ihrer Karriere betreffen. All dies ist sehr hilfreich, falls Sie direkt von einem Unternehmen zu einem anderen wechseln wollen und weniger, wenn Sie z.B. von einem Fondsmanager zu einem Produktspezialisten wechseln.

So weit möglich sollten Sie Ihre Kompetenzen, Leistungen und etwas über Ihre Persönlichkeit in fünf Punkten zusammenfassen – wodurch unterscheiden Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Um einen Recruiter einzuschätzen, müssen Sie darauf achten, ob diese etwas von ihrem Geschäft und ihren Spezialgebieten erzählen können? Klingen sie pragmatisch und ehrlich? Sind sie geschäftstüchtig?

3. Kompetenz

Umgekehrt können Sie die Eignung eines Recruiters auch danach einschätzen, ob sie Ihnen gute Fragen über Sie selbst und Ihre Karriere stellen. Klingt dies, als ob sie über ein Verständnis für die Märkte verfügen? Können sie Ihnen gute Einblicke vermitteln?

4. Legen Sie sich einen klaren Plan zurecht

Im Idealfall sollte ein Headhunter 30 Minuten für ein Meeting mit Ihnen aufwenden. In der Realität gelingt dies nicht immer und der Austausch erfolgt über Emails und Telefon. Wie dem auch sei: Versuchen Sie einen Plan mit einem Recruiter aufzustellen und arrangieren Sie ein regelmäßiges Follow-up.

Wenn Sie schließlich eine erste Beziehung aufgebaut, Ihre Message klar herübergebracht und einen Plan aufgestellt haben, dann sollten Sie die Beziehung zu dem ausgewählten Recruiter ausbauen, indem Sie auch etwas für sie unternehmen. Mir wurde von einer führenden US-Headhunterin einmal erklärt, dass die Branche von der „Freundlichkeit unter Fremden“ abhänge – und wer kann schon Freundlichkeit widerstehen?

Sarah Dudney arbeitet als Karrierecoach in London bei Ignite Career. Sie können Sie über ihre Emailadresse sarah@ignitecareer.com erreichen.

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