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HRE-Desaster geht weiter: Nur bei den Mitarbeitern regiert der Rotstift

Nicht nur Finanzminister Wolfgang Schäuble dürften die Geschäftszahlen der staatseigenen Hypo Real Estate (HRE) wenig Freude bereiten. Im ersten Halbjahr verzeichnete der Münchner Staats- und Immobilienfinanzierer einen Vorsteuerverlust von 719 Mio. Euro, was immerhin rund ein Drittel weniger ist als im Vorjahreszeitraum.

Bessere Zeiten sind vorerst nicht in Sicht. “Für das Gesamtjahr 2010 rechnet die HRE weiter mit einem Verlust. Eine Einschätzung für das Jahr 2011 will der Konzern am Jahresende nach der geplanten Übertragung von nicht-strategischen Vermögenswerten und Risikopositionen an die FMS Wertmanagement abgeben”, hieß es in einer Unternehmensmeldung.

Bilanzsumme bläht wieder auf

Im Gegensatz zur Unternehmensstrategie legte die Bilanzsumme der Skandalbank zwischen Jahreswechsel bis Ende Juni sogar um 7 Prozent auf 384,9 Mrd. Euro zu. Dies führte der Konzern auf die Währungseffekte im Zuge der Eurokrise zurück.

Als Verlustbringer erwies sich das Handelsergebnis, wo sich das Minus von 27 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 278 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten des Jahres verzehnfachte. Der Verlust aus dem Provisionsüberschuss verringerte sich indes von 207 auf “nur” noch 198 Mio. Euro. Dagegen purzelte das Plus aus dem Zinsüberschuss von 716 Mio. auf 539 Mio. Euro.

Bei den Kosten kommt das Unternehmen kaum voran. So lag der Verwaltungsaufwand mit 252 Mio. Euro marginal über dem Vorjahreszeitraum, was vor allem an dem gestiegenen Sachaufwand liegt.

Beim Personal wird gespart, während die Sachkosten steigen

Dagegen regierte bei den Mitarbeitern auch weiterhin der Rotstift. Denn der Personalaufwand wurde um 25,7 Prozent auf 81 Mio. Euro verringert. Diese Einsparungen gehen vor allem auf den kräftigen Mitarbeiterabbau bei der HRE zurück. Durchschnittlich beschäftigte die Bank in den ersten sechs Monaten 1387 Vollzeitkräfte, was immerhin 17 Prozent weniger sind als im Vorjahreszeitraum.

Der durchschnittliche Personalaufwand pro Stelle sank von etwa 65.200 auf 58.400 Euro, was hauptsächlich an den Kosten für Abfindungen im ersten Halbjahr 2009 zurückgehen dürfte.

Trotz des desaströsen Ergebnisses zeigte sich HRE-Chefin Manuela Better zufrieden: “Das Jahr 2010 markiert den Übergang von der Stabilisierung und Restrukturierung hin zu einem neu ausgerichteten Konzernverbund. Wir sehen uns auf gutem Weg, die pbb Deutsche Pfandbriefbank nachhaltig an den Kredit- und Refinanzierungsmärkten zu etablieren und die DEPFA weiter zu stabilisieren.”

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