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Hickhack um Bahn-Börsengang verdüstert Aussichten für das ECM-Geschäft

Investmentbanker, die mit Börsengängen (“Initial Public Offerings”) ihre Brötchen verdienen, haben in diesem Jahr nichts zu lachen.

Die Aktienkurse fallen und fallen – deshalb ist kaum ein Vorstand bereit, den Gang auf Parkett zu wagen. Und eine plötzlich über die Finanzmärkte hinwegbrechende “Emissionswelle” von Kapitalerhöhungen oder Wandelanleihen ist bis zum Jahresende auch nicht zu erwarten.

Entsprechend düster sind die Aussichten für Banker, die im Bereich “Equity Capital Markets” (ECM) ihre Brötchen verdienen.

Nachdem Anfang Oktober die Schott Solar AG ihren Börsengang wegen der Marktturbulenzen auf unbestimmte Zeit abgesagt hatte, ruhten die Hoffnungen der ECM-Banker auf der Deutschen Bahn.

Doch das Hickhack um die Bonus-Zahlungen an den Vorstand um CEO Hartmut Mehdorn und der öffentlich ausgetragene Disput mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat nun die letzte Hoffnung zerstört, dass der Bahn-IPO für die Branche noch in diesem Jahr eine “Eisbrecher”-Funktion übernehmen könnte.

Ob der Börsengang nun tatsächlich bis zum Ende der Legislaturperiode im September 2009 ausgeschlossen ist, oder bei einer Erholung der Kapitalmärkte doch noch im Frühjahr oder Sommer über die Bühne gehen wird, ist für die Beschäftigten derzeit egal.

In diesem Jahr ist das Geschäft mit Börsengängen praktisch zum Erliegen gekommen. Außer ein paar Notierungsaufnahmen (“Listings”), bei denen kleinere Unternehmen zwar an die Börse gehen, aber kein zusätzliches Kapital einsammeln, hat sich an den deutschen Börsen in Sachen ECM nicht viel abgespielt.

Die Leidtragenden sind vor allem die personell gut bestückten ECM-Abteilungen bei den Groß- und Investmentbanken. Gleich vier Teams von Deutscher Bank, UBS, Morgan Stanley und Goldman Sachs sollten eigentlich die Bahn aufs Börsengleis schieben.

Entsprechend gedämpft ist die Stimmung in der Branche. “Es ist klar, dass viele Investmentbanken einen Schnitt bei den Mitarbeitern im ECM-Bereich machen müssen”, sagte der ECM-Leiter einer bekannten Investmentbank zu eFinancialCareers.

Frankfurter Headhunter wollen sich von der schlechten Stimmung aber noch nicht anstecken lassen. Es sei zwar wahrscheinlich, dass sich die Banken zum Jahresende von einigen “Underperformern” trennen werden, von Massenentlassungen im ECM-Bereich habe er aber noch nichts gehört”, sagte ein auf die Kapitalmärkte spezialisierter Personalberater, der wegen der Brisanz des Themas aber anonym bleiben wollte.

“Irgendwann werden die Märkte wieder anspringen, dann kann keine Bank mit der Rekrutierung von teuren Mitarbeitern Zeit verschwenden”, so der Experte weiter.

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