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Lange Gesichter bei der Commerzbank: Investmentbanker erhalten kaum Boni

“Day of long faces” (Dolf-Day), so heißt der Tag, an dem die Bankmitarbeiter die Höhe ihrer variablen Vergütung für das abgelaufene Jahr erfahren. Bei der Commerzbank dürften viele Mitarbeiter buchstäblich lange Gesichter machen. “Wir haben in 2009 faktisch keine variablen Vergütungsbestandteile im Investmentbanking gezahlt”, sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Somit spielt auch die britische Bonussteuer bei der krisengeschüttelten Frankfurter Bank eine untergeordnete Rolle. “Es gibt keine Auswirkungen der Bonustax auf die Commerzbank, weil wir keinen Bonus für 2009 in London zahlen”, hieß es.

Die Deckelung der Vorstandsbezüge bei 500.000 Euro werde auf das Jahr 2010 ausgedehnt, wie Blessing ankündigte. Dies habe der Aufsichtrat bereits beschlossen.

Über 1000 Investmentbanker mussten gehen

Im Investmentbanking sei die Restrukturierung zu 80 bis 90 Prozent abgeschlossen. Die Zahl der Front Office-Mitarbeiter bei Commerzbank und Dresdner Bank sei von über 3000 auf mittlerweile etwa 1900 reduziert worden, ergänzte Michael Reuther, der im Vorstand für Corporate & Markets verantwortlich zeichnet. Damit ist man von der Zielmarke von 1650 Mitarbeitern nicht mehr weit entfernt.

Überdies bekräftigte die Commerzbank das neue Vergütungsmodell für die außertariflichen Mitarbeiter, das ab dem 1. Januar gelte. Demnach würden die variablen Vergütungen in der Investmentbank gedrittelt: Ein Drittel werde in bar ausgezahlt, ein weiteres Drittel in Aktien und das letzte Drittel fließe auf ein Bonuskonto.

Das Vergütungsmodell werde sich an den Kriterien Nachhaltigkeit, Langfristigkeit und Transparenz orientieren, wie es die G20 auf ihrem Gipfel in Pittsburgh beschlossen hatten.

Kapitalerhöhung ins Spiel gebracht

Überdies brachte Blessing eine Kapitalerhöhung zur Rückzahlung der Staatsgelder von rund 18 Mrd. Euro ins Spiel. Die Rückerstattung werde voraussichtlich teilweise aus künftigen Gewinnen sowie mit neuem Kapital erfolgen. Das Verhältnis beider Möglichkeiten stehe aber noch nicht fest. Dies hänge auch mit der Aufnahmefähigkeit des Kapitalmarktes zusammen.

“Natürlich möchte ich das so schnell wie möglich machen. Doch wir müssen das in einer Art und Weise machen, die die Stabilität der Bank nicht gefährdet”, sagte Blessing.

Die vorgezogene Verbreitung der Geschäftszahlen für 2009 führte Blessing auf das schlechte Ergebnis im Handel zurück. Das Handelsergebnis sei mit einem Minus von 358 Mio. Euro deutlich niedriger ausgefallen, als es die Analysten im Vorfeld erwartet hatten. In diesem Fall sei die Commerzbank gesetzlich verpflichtet gewesen, eine Ahhoc-Meldung herauszugeben.

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