☰ Menu eFinancialCareers

UBS-Personalkarussell: Ermotti darf nicht, Bänziger will nicht und Winters kann nicht

Von dem Personalkahlschlag bei der Schweizer Großbank UBS bleibt auch der Standort Deutschland nicht verschont. Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel müssen 30 der rund 1000 Mitarbeiter zwischen Flensburg und Konstanz den Hut nehmen.

Doch der mehr oder weniger freiwillige Abschied von Grübel und Co. lässt so manchen Headhunter frohlocken. Denn vakante Spitzenpositionen müssen wiederbesetzt werden. Laut dem Wall Street Journal soll die Personalberatung Egon Zehnder International einen Suchauftrag erhalten haben. Egon Zehnder ist in der Branche als “Haus- und Hofheadhunter der UBS” bekannt. Auch andere Headhunter in Deutschland sollen Branchenkreisen zufolge Suchaufträge für Spitzenpositionen von der UBS erhalten haben.

Vor allem die Einschaltung von Egon Zehnder International wertet das Wall Street Journal als Zeichen, dass der künftige UBS-Chef von außen kommen werde. Dagegen rechnet Executive Search-Experte Klaus Robert Biermann von Biermann Partners in Zürich damit, dass Egon Zehnder eher “prozessbegleitend” agieren dürfte. “Für die Suche an sich braucht es nicht unbedingt einen Headhunter. Der Kandidatenkreis ist ja sehr klein. Für einen erfolgreichen Prozess ist ein Berater aber sehr hilfreich,” ergänzt Biermann.

Drei Kandidaten werden derzeit in den Medien gehandelt, die sämtlich irgendein Manko aufweisen:

Ermotti darf nicht…

Beim ersten handelt es sich um den 51jährigen Tessiner Sergio Ermotti. Die Bestellung Ermottis als Interims-UBS-Chef ist “wahrlich keine leichte Aufgabe”, meint Biermann. “Durch die vorerst nur zeitweilige Übertragung der UBS-Führung ist der Tessiner UBS-Manager unter ständiger Beobachtung und Kontrolle und erhält trotz seiner hervorragenden Qualifikation vielleicht nicht die notwendige volle Rückendeckung”, ergänzt der Headhunter.

Laut dem Tagesanzeiger müsse der neue UBS-Chef überdies bis zum Investorentag am 17. November eine neue Unternehmensstrategie mit unangenehmen Personalentscheidungen auf den Tisch legen, was für Ermotti kaum zu schaffen sei.

…Bänziger will nicht…

Unterdessen scheint der designierte Verwaltungsrats-Präsident und ehemalige Bundesbankchef Axel Weber den derzeitigen Risikovorstand der Deutschen Bank Hugo Bänziger für die Grübelnachfolge zu präferieren. Doch der Appenzeller hat zwischenzeitlich jegliche Wechselabsichten abgestritten. “Ich stehe voll zur Deutschen Bank und habe keine Absicht, diese zu verlassen”, sagte Bänziger gegenüber Reuters. Bleibt indes die Frage, ob es sich nicht bloß um eine verhandlungstaktische Äußerung Bänzigers handelt.

…und Winters kann nicht

Als weiteren Kandidaten hat das Wall Street Journal kürzlich den früheren Co-Investmentbanking-Chef von JPMorgan Bill Winters ins Spiel gebracht, der gegenwärtig ein Unternehmen für alternative Investments führt. Gegen Winters sprechen seine mangelnde Erfahrung im wichtigen Wealth Management. Es erscheint darüber hinaus höchst zweifelhaft, ob die UBS nach dem Verlust von 2,3 Mrd. Dollar in der Adoboli-Affäre einen Investmentbanker an der Spitze sehen will.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier