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Vier Punkte, die jeder Arbeitgeber in einem Lebenslauf abhaken möchte

1,000 CVs, 50 jobs

Üblicherweise tippe ich mir die Finger wund und schreibe über Trends und Hintergründe auf dem Arbeitsmarkt für Finanzprofis. Doch eFinancialCareers hat mich zum Außeneinsatz auf dem Absolventenkongress in Köln geschickt. Meine Mission: Die Lebensläufe von Nachwuchsfinanzprofis zu checken und ihnen Karrieretipps zu geben.

Nachdem ich mit rund 100 Absolventen ihre Lebensläufe durchgegangen bin, kann ich mich deutlich besser in die Sichtweise von Arbeitgebern versetzen: Es gilt in wenigen Minuten mit einem Kugelschreiber aus der Fülle der Bewerbungen die wichtigsten Punkte abzuhaken. Bei Einstiegspositionen bedeutet dies:

Das erste Häkchen: Studium und Fachrichtung:

Der erste Blick bei der Sichtung gilt dem Studium: Welches Fach und welche Spezialisierung hat der Nachwuchsfinanzprofi studiert. Welche Abschlüsse hat er erworben – Bachelor, Master oder Diplom und wie ist die Note ausgefallen? Falls es sich um einen Master in Finance bzw. Wirtschaftswissenschaften oder ein anderes für den jeweiligen Jobwunsch einschlägiges Studium mit mindestens guten Noten handelte, habe ich den Punkt abgehakt. Ähnliches gilt für Kandidaten, die im kommenden Jahr voraussichtlich einen solchen Abschluss erlangen werden.

Das zweite Häkchen: Einschlägige Berufserfahrung

Bei der Durchsicht der Lebensläufe ist mir aufgefallen, dass die meisten – wenn nicht gar alle – Absolventen kaum zwischen relevanter Berufserfahrung und Gelegenheitsjobs unterscheiden können. Dabei ist die Sache ziemlich einfach: Geht es bei dem Job nur darum, neben dem Studium die akute Ebbe im Portemonnaie zu bekämpfen – ohne einen Bezug zum angestrebten Beruf – handelt es sich um einen Nebenjob. Und Nebensächlichkeiten sollten entweder nur kurz oder gar nicht im Lebenslauf erwähnt werden.

Andererseits gibt es Praktika, Werkstudenten-Tätigkeiten und andere Jobs, bei denen die Studenten irgendwelche relevante Erfahrungen sammeln. Derartige Erfahrungen gehören bei Kandidaten, die sich um eine Einstiegsposition bewerben, dazu wie die Kunststoffkarosserie zum Trabbi. Einige Kandidaten bringen dabei wahre Praktikumskarrieren zustande: Erst ein Praktikum bei einer Sparkasse, später eines bei den Big 4 und anschließend vielleicht sogar bei einer Top-Investmentbank oder im Ausland. Einschläge Berufserfahrung verdient das nächste Häkchen.

Das dritte Häkchen: Auslandserfahrung

Die Globalisierung stellt einen unumkehrbaren Trend dar –  dies ist gerade für Länder umso wichtiger, die tief in die internationale Arbeitsteilung eingebunden sind wie Deutschland oder die Schweiz. Daher zählen Auslandsaufenthalte gerade bei den besonders attraktiven Arbeitgebern zum Pflichtprogramm – und nicht etwa zur Kür. Wer dies nicht vorweisen kann, landet bei vielen Adressen umgehend in der Ablage P – wie Papierkorb.

Dabei können die Auslandsaufenthalte recht unterschiedliche ausfallen. Klassiker sind Auslandssemester und Auslandspraktika, die mittlerweile oft fester Bestandteil von Master- und Bachelor-Studiengängen sind. Allerdings  kann auch ein Highschool- Jahr in den USA oder einige Monate im Ausland mit Gelegenheitsjobs – wie z.B. als Au-pair – die gleiche Funktion erfüllen. Denn es geht darum, Fremdsprachen zu lernen, ein Gespür für kulturelle Unterschiede zu gewinnen und allgemein Lebenserfahrung zu sammeln – schließlich wollen die Arbeitgeber hierzulande mit all diesen Ländern auch in ferner Zukunft lukrative Geschäfte tätigen. Ein längerer Auslandsaufenthalt verdient jedenfalls das nächste Häkchen.

Das vierte Häkchen: Englischkenntnisse

Ich verrate Ihnen heute ein kleines Geheimnis: Englisch ist die Weltsprache und der Rest nicht. Selbst Franzosen und Deutsche unterhalten sich heute zumeist auf Englisch. Daher gilt es, so gut Englisch zu sprechen wie irgend möglich. Mithin sollten Sie lieber sehr gut Englisch sprechen als nur gut Englisch und kläglich Spanisch.

Doch wie lassen sich Englischkenntnisse in einem Lebenslauf nachweisen – bevor Sie überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden? Noten sind nichtssagend, den Lebenslauf einfach auf Englisch zu verfassen, ist ebenfalls unzureichend. Schließlich lässt sich dies im Handumdrehen aus dem Internet herunterladen.

Ein Leistungskurs in Englisch oder Sprachkurse während des Studiums schaden nicht. Doch richtig punkten können Sie mit längeren Aufenthalten im englischsprachigen Ausland – wo Sie tatsächlich mit Muttersprachlern in Kontakt kommen und nicht nur Germanenglish oder Franglais sprechen. Selbst wenn Sie sich dort nach dem Abitur ein Jahr lang mit Gelegenheitsjobs durchschlugen und sich an einem kalifornischen Strand mit den Eingeborenen verständigten, haben Sie sich damit das nächste Häkchen gesichert.

Fazit

Sicherlich haben Sie mit den vier Häkchen noch keinen Job und nichtmals die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in der Tasche – dennoch stehen Ihre Chancen sehr gut. Also immer auf die vier Häkchen achten!

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