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Adoboli und der Nugget-Wettkampf: Wie viele Investmentbanker sind spielsüchtig?

Selbst um fettige Hähnchenteile sollen die Londoner Trader der UBS gewettet haben.

Selbst um fettige Hähnchenteile sollen die Londoner Trader der UBS gewettet haben.

Einen weiteren Einblick in die Sitten der Londoner City gewährt ein Artikel in der „Times“. Laut einem früheren Kollegen des Skandalbankers Kweku Adoboli soll im Handelssaal der UBS am Londoner Broadgate regelmäßig eine „Chicken Nugget Challange“ veranstaltet worden sein. Dabei habe es sich um eine Form von „Intiationsritus“ gehandelt.

„Sie haben einen der jüngeren Leute dazu gebracht, den Market Maker zu übernehmen, wie viele Chicken Nuggets er essen könne“, erklärt der namentlich nicht genannte Ex-Kollege. „Ihm wurde ein Spread von fünf Nuggets erlaubt und dann haben Leute den Spread gehandelt und er musste dies in der Mitte des Handelssaals verspeisen“, hieß es weiter. Der Rekord habe bei 48 der fettigen Händchenfetzen (mit insgesamt gut 2300 Kalorien) gelegen. Glücksspiel sei unter den Tradern weit verbreitet gewesen.

Andere Insider bestätigen, dass ähnliche Wetten zu Pferden, Fußball oder sogar zur BH-Größe der neuen Analystin unter Bankern der Londoner City weit verbreitet seien.

Das Problem scheint tatsächlich akut zu sein. So berichtet Henriette Bowden-Jones, die in London eine Klinik für Spielsucht eröffnet hat, dass rund ein Fünftel ihrer jährlich 600 Überweisungen aus den Finanzdienstleistungen stammen. Banken und andere Unternehmen würden ihre Beschäftigten zu Wetten auf alles und jeden geradezu ermutigen. „Leute, die eine Neigung zum Glücksspiel haben, und für problematisches Glücksspiel empfänglich sind, werden von der City stark angezogen“, sagte  Bowden-Jones.

Laut der Expertin weise auch Adoboli Anzeichen von Spielsucht auf. Dazu zählten die Überschätzung eigener Fähigkeiten und die Verschleierung von dem was ihm und anderen Leuten gehört. Trotzdem der gerade einmal 32jährige ein Jahresgehalt von 360.000 Pfund (445.000 Euro) kassierte, war sein Konto ständig überzogen und er musste um Vorabzahlungen von seinem Monatsgehalt bitten.

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