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Wollen Sie Millionen verdienen? Dann sollten Sie Insolvenzverwalter werden

Commerzbank bonus pool (Flickr by aranjuez1404)

Commerzbank bonus pool (Flickr by aranjuez1404)

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht die vermeintlichen Millionenboni der Banker in den Medien thematisiert werden. Doch noch mehr als bei Banken lässt sich offenbar mit der Pleite von Banken verdienen. Dies belegt die jetzt publik gewordene Posse um die Insolvenz der deutschen Lehman Brothers Tochter. So kommt ein Gutachten zu dem Ergebnis, dass dem Insolvenzverwalter Michael Frege und der hinter ihm stehende Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle ein Honorar von 800 Mio. Euro zustehen könnte.

Die Pointe dabei: Die Studie wurde von der Kanzlei selbst im Auftrag gegeben. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung betonte Frege unterdessen, dass dieses Gutachten dazu diene, den angeblich ungerechtfertigten Zugriff von Hedgefonds auf die Insolvenzmasse der Bank in Deutschland zu verhindern. Diese fällt mit 15 Mrd. Euro unerwartet üppig aus, was Begehrlichkeiten weckt. Die Namen der Hedgefonds wurden indes nicht genannt.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung legte CMS  Hasche Sigle-Management Partner Hubertus Kolster noch eins drauf: „Ein zweites Gutachten, das die Gläubigerversammlung selbst hat erstellen lassen, kommt auf einen Betrag, der nicht signifikant unter den 800 Millionen liegt.“ Weiter versicherten die Wirtschaftsanwälte, dass sie am Ende mit einem niedrigen Honorar rechnen. Das letzte Wort über die Höhe der Vergütung steht indes dem Amtsgericht Frankfurt zu.

Laut der Süddeutschen Zeitung sei die Anwaltskanzlei bereits mit über 200 Mio. Euro in Vorleistung gegangen, während das Amtsgericht bislang lediglich einen Abschlag von 70 Mio. Euro gewährt habe. Für das Geld hätten 100 Juristen insgesamt 720.000 Anwaltsstunden gearbeitet.

Rein rechnerische ergibt dies ein stolzes Stundenhonorar von 278 Euro – mindestens wohlgemerkt. Falls die Kanzlei tatsächlich die 800 Mio. Euro einstreichen würde, dann würden auf jeden der 100 Juristen rein rechnerisch 8 Mio. Euro entfallen oder 2 Mio. Euro pro Jahr. So mancher Banker wird sich dabei die Frage stellen, ob er den richtigen Beruf ergriffen hat. Denn das ganz große Geld wird heute anscheinend anderswo verdient.

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