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Vier Gründe, wieso die Investmentbanker der Deutschen Bank allen Grund zur Freude haben – jedenfalls im Vergleich zur UBS

Dank der Staatsschuldenkrise haben sich die makroökonomischen Bedingungen eingetrübt und bei den Investmentbanken purzeln reihum die Ergebnisse. Somit herrscht bei vielen Investmentbankern Trauerstimmung. Nicht so bei der Deutschen Bank, wie die am heutigen Dienstag (26. Juli) vorgelegten Geschäftszahlen für das zweite Quartal belegen. Dies zeigt sich gerade auch im Vergleich zu den ebenfalls heute vorgelegten Zahlen der UBS.

1. Das Investmentbanking schneidet branchenweit gut ab

Der Vorsteuergewinn der Corporate and Investment Bank (CIB) legte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 1 Prozent auf 1,275 Mrd. Euro zu. Damit erwirtschafteten die Investmentbanker beim deutschen Branchenprimus nahezu das Vierfache wie die Kollegen von der UBS. Dort ist der Vorsteuergewinn im Investmentbanking um 71 Prozent auf umgerechnet 324 Mio. Euro abgestürzt

2. Die Vergütungen bleiben auf Vorjahresniveau

Für CIB-Mitarbeiter ließ die Deutsche Bank im zweiten Quartal durchschnittlich 90.240 Euro springen, was sogar eine kleine Steigerung um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum darstellt. Falls das gesamte erste Halbjahr betrachtet wird, fallen die Zahlen noch besser aus. In diesem Zeitraum legte der Personalaufwand pro Kopf um 6,2 Prozent auf 224.754 Euro zu – und das in einem schwierigeren Marktumfeld.

Dies sieht bei der Konkurrenz ganz anders aus. So müssen beispielsweise die UBS-Kollegen den Gürtel enger schnallen. Dort purzelte der Personalaufwand im Investmentbanking um nahezu 30 Prozent auf rund 73.500 Euro im ersten Quartal. Auch im ersten Halbjahr sackte der Aufwand pro Kopf um 15,9 Prozent auf umgerechnet etwa 141.000 Euro ab.

3. Beim Personalabbau ist die Deutsche Bank weiter als die UBS

Bei der Deutschen Bank gilt schon seit Monaten ein strenges Kostenregiment. So wurde zwischen Ende September 2010 bis Ende Juni 2011 die Zahl der Vollzeitstellen um 555 auf nurmehr 15.359 zusammengestrichen.

Während andere Banken schon auf die Bremse drückten, blies die UBS noch zur Einstellungsoffensive. Denn in dem gleichen Zeitraum hat die UBS noch 770 neue Stellen geschaffen und beschäftigte somit Ende Juni in ihrer Investmentbank 17.776 Mitarbeiter. Mithin dürfen die Beschäftigten der Deutschen Bank mit einer organischen Entwicklung rechnen, während bei der UBS schon die Axt für den Kahlschlag gewetzt wird.

4. Mit Jain wird ein Investmentbanker Deutsche Bank-Chef

Pünktlich zur Verkündung der Quartalszahlen hat die Deutsche Bank am Montagabend die leidige Nachfolgefrage für Bankchef Josef Ackermann geklärt. Ab der Hauptversammlung im Frühjahr 2012 werden Investmentbanking-Chef Anshu Jain und Regionalchef Jürgen Fitschen als “gleichberechtigte Co-Vorsitzenden des Vorstands und Co-Chairman des Group Executive Committee” die Bank führen.

Auch dies stellt glänzende Aussichten für die Investmentbanker der Deutschen Bank dar. Gelangt doch mit Jain einer der ihren an die Bankspitze. Da sich Jain auf die Investmentbanker als Hausmacht innerhalb des deutschen Branchenprimus stützt und die Investmentbanker über ihre aktienbasierten Vergütungsbestandteile eine nicht unerhebliche Eigentümergruppe sind und die Geldmaschine der Bank darstellen, dürfte Jain seine Kollegen bei der alljährlichen Schlacht um den Bonuspool nicht vergessen.

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