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Sal. Oppenheim spart sich das Backoffice: Bis zu 500 Jobs bedroht

Der Hauptsitz von Sal. Oppenheim in Köln. © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Der Hauptsitz von Sal. Oppenheim in Köln. © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Das traurige Ende einer einst stolzen Privatbank. Von den noch 930 Mitarbeitern Sal. Oppenheims sollen bis zu 500 dem Rotstift zum Opfer fallen. Im Zentrum der Sparorgie steht das Backoffice. So heißt es in einer Mitteilung der Deutsche Bank-Tochter: „Wo immer in den Abwicklungsbereichen eine Dienstleistung von der Deutschen Bank besser erbracht werden kann, wird Sal. Oppenheim sie nutzen. Einzelne Bereiche von Sal. Oppenheim sollen darüber hinaus vollständig in die Deutsche Bank integriert werden.“

In den kommenden 15 Monaten würden somit „Doppelungen in den Organisationsstrukturen“ wegfallen. Das Unternehmen selbst wollte die Zahl der bedrohten Stellen indes nicht beziffern. Vielmehr hieß es von Sal. Oppenheim lediglich: „Durch die geplanten Maßnahmen sind Arbeitsplätze in signifikantem Umfang betroffen.“

Die Süddeutsche Zeitung will indes aus dem Betriebsrat erfahren haben, dass bis zu 500 der noch 930 Stellen betroffen sein könnten. „In dieser kurzen zeitlichen Frist ist ein sozialverträglicher Abbau unmöglich. Es wird zu betriebsbedingten Kündigungen kommen“, zitiert die Zeitung einen Arbeitnehmervertreter. Von dem Unternehmen hieß es unterdessen, dass betriebsbedingte Kündigungen „nach Möglichkeit“ vermieden werden sollen.  Der Abbau soll „sozialverträglich, mit Augenmaß und in enger Abstimmung mit allen Beteiligten“ erfolgen.

Sal. Oppenheim mit einst 2000 Mitarbeitern war infolge der Finanzkrise und der Arcandorpleite in Schräglage geraten und wurde 2010 für 1,3 Mrd. Euro von der Deutschen Bank übernommen. Zwischenzeitlich wurde bereits das Investmentbanking eingestellt und die Mitarbeiterzahl mehr als halbiert. Mit der weitgehenden Aufgabe des Backoffice droht die einst größte Privatbankengruppe zu einer Vertriebsplattform für vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren abzusinken.

Allerdings hat die Deutsche Bank selbst auch mit der Profitabilität ihres Asset and Wealth Management (AWM) zu kämpfen, zu dem auch Sal. Oppenheim zählt. Die Sparte erzielte mit ihren insgesamt knapp 6800 Mitarbeitern in den ersten neun Monaten des Jahres gerade einmal einen Vorsteuergewinn von 241 Mio. Euro, was einen Einbruch von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Die Aufwands-Ertrags-Quote lag mit 90 Prozent sehr hoch. Nachdem der Teilerkauf der Sparte missglückt ist, versucht der neue AWM-Chef Michele Faissola in seinem Bereich in Eigenregie klar Schiff zu machen.

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