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Geht der Horror im Investmentbanking weiter? Roland Berger rechnet mit Wegfall von 40.000 Stellen

dracula

Dracula-Stories sind geradezu Kindermärchen im Vergleich zu den aktuellen Studien der Strategieberatungen zur Zukunft des Investmentbankings. So rechnet Roland Berger in seinem neuen „Investment Banking Outlook“ mit dem Wegfall von weiteren 40.000 Jobs in der Branche – zusätzlich wohlgemerkt.

Laut der Strategieberatungen hätten die Investmentbanken seit 2011 bereits 15.000 ihrer weltweit 500.000 Jobs abgebaut. Weitere 25.000 sind beschlossen, aber noch nicht umgesetzt. Damit werden in der Branche 2013/14 nur noch 460.000 Mitarbeiter beschäftigt sein.  Doch aufgrund des schwierigen Marktumfelds, des Wettbewerbs und der schärferen Eigenkapitalvorschriften rechnet Roland Berger mit dem Wegfall von weiteren 40.000 Jobs.

Quelle: Roland Berger Investment Banking Outlook

Ein Großteil der heute 14 Global Player würden in den kommende Jahren aus der ersten Liga ausscheiden. „Die schrittweisen Veränderungen der Branchenproduktivität wird mit einer Verringerung der Überkapazität in den kommenden drei bis fünf Jahren einhergehen müssen. Wir rechnen damit, dass wenigstens ein Drittel der Global Player ausscheiden und dass weniger als zehn Banken in Zukunft eine weltweite Präsenz über alle Hauptproduktlinien hinweg behalten wird“, heißt es in der Studie.

Quelle: Roland Berger Investment Banking Outlook

Doch nicht genug der schlechten Nachrichten. Auch die variablen Vergütungen werden laut Roland Berger in Zukunft weiter unter Druck geraten und sich bei einem Anteil von 10 Prozent der Erträge einpendeln.

Dabei rechnet die Strategieberatung für das laufende Jahr sogar mit einer leichten Erholung der Investmentbanking-Erträge. So hätten die Institute im dritten Quartal „einen soliden Ertrag von 60 Mrd. Euro“ generiert. Für das Gesamtjahr sollen die Erträge gegenüber 2011 sogar um 10 Prozent auf rund 250 Mrd. Euro wachsen. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite beziffert Roland Berger auf 11 Prozent.

Allerdings dürfe dies nicht als eine Entwarnung begriffen werden. „Wir erleben eher eine Stabilisierung als eine Wende“, sagt Roland Berger Senior Partner Markus Böhme. „Banken wollen kurzfristig nicht auf ein weiteres Wachstum vertrauen, sondern sich darauf konzentrieren, aus einem stagnierenden Ertragspool höhere Gewinne zu schöpfen“, ergänzt der Experte.

„Die Restrukturierung dieses Bankensektors wird sich radikal ändern. Es geht nicht mehr um eine taktische Reduktion der Kapazitäten, sondern um eine Umgestaltung der Branche und Fokussierung auf neue Märkte“, erläutert Böhme.

Laut der Studie hätten die US-Banken gegenüber ihren europäischen Rivalen einen Wettbewerbsvorteil. Denn Goldman Sachs und Co. unterliegen nicht Basel 2,5 und auch Basel 3 dürfte in den Vereinigten Staaten langsamer als in Europa eingeführt werden, weshalb die US-Investmentbanken ihre Bilanzen nicht so aggressiv zurückführen müssten wie die europäischen Institute.

Ein Ertragswachstum dürfte indes nur in den Schwellenländern anzutreffen sein, weshalb Investmentbanken mit einer starken Präsenz in diesen Märkten die Nase vorn hätten.  „Schwellenländer sind in den letzten Jahren signifikant gewachsen. Selbst wenn das Wirtschaftswachstum in manchen Ländern derzeit etwas abkühlt, sehen wir noch erhebliches strukturelles Wachstumspotenzial“, betont Böhme.

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