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GASTKOMMENTAR: Wieso im Investmentbanking 2013 die Gehälter steigen und noch mehr Leute ihren Job verlieren werden

Alex Beidas

Am 14. Mai hat der zuständige Ausschuss des EU-Parlaments sich dafür ausgesprochen, die variable Vergütung auf die Höhe des Grundgehaltes zu begrenzen. Laut der Definition umfasst die variable Vergütung die Boni und alle langfristigen Leistungsanreize. Die Abstimmung im EU-Parlament soll am 21. November erfolgen. Falls die Regelung beschlossen werden sollte, dann wird sie wahrscheinlich einen nachhaltigen Einfluss auf die Bezahlung von Bankern ausüben.

Als dieser Vorschlag zuerst debattiert wurde, hatten die Lobbyisten, mit denen wir sprachen, den Eindruck, dass dies wahrscheinlich keinen allzu negativen Einfluss auf die EU-Bankenbranche haben würde. Doch die Stimmung hat sich im Verlauf des Sommers gewandelt, als die Lobbyisten erkannten, dass nur wenige auf der politischen Bühne bereit waren, die Bezahlung von Bankern zu verteidigen. Die Länder nehmen zu dem Vorschlag folgende Positionen ein: Frankreich unterstützt den Vorschlag, Spanien und Frankreich werden sich wahrscheinlich nicht dagegen stellen und Deutschland bewegt sich auf die Bundestagswahl zu und möchte daher keine Punkte verlieren, indem es die Vergütungen von Bankern unterstützt.

Falls die Regelung in einigen Wochen beschlossen werden sollte, dann würde die Deckelung der variablen Bezahlung in die CRD4-Gesetzgebung der EU aufgenommen. Theoretisch soll diese zum 1. Januar 2013 in Kraft treten, allerdings wird sich dies wohl verzögern.

Wieso besteht die EU auf einer Vergütungsdeckelung? Es herrscht der Eindruck, dass die bestehenden Vergütungs-Anforderungen, die unter der CRD3-Gesetzgebung zum 1. Januar 2011 eingeführt worden sind, nicht weit genug gehen. Diese bestimmen, dass ein Anteil der Vergütung aufgeschoben erfolgen muss, überlässt es aber den Unternehmen selbst, einen Prozentsatz festzulegen. Doch als die Europäische Bankenaufsicht Anfang des Jahres die Unternehmen untersuchte, kam heraus, dass der Anteil der variablen Vergütung von Führungskräften bei 429 Prozent der Grundgehälter und der Risikoverantwortlich sogar bei 940 Prozent lag. Dies wurde als hoch angesehen.

Die wahrscheinliche Folge von jeder Begrenzung der variablen Gehälter besteht in einer deutlichen Anhebung der Grundgehälter.
Daher werden die Fixkosten ansteigen und weitaus weniger an die Performance gebunden sein. Darüber hinaus besteht die Sorge, dass Banker in Rechtsgebiete wie den USA und Honkong umziehen werden, wo keine solche Deckelungen existieren.

Allerdings bleibt zum jetzigen Zeitpunkt einiges unklar. Gilt die Deckelung nur für die Risikoverantwortlichen oder für alle Mitarbeiter einer Bank? Weiter stellt sich die Frage, ob ähnliche Regelungen auch in andere Bereiche der EU-Gesetzgebung übernommen werden wie z.B. für die Hedgefonds- oder die Versicherungsbranche?

Es bleibt auch möglich, dass die Deckelung verwässert wird. Statt eine absolute Deckelung auszusprechen, kann die EU den Aktionären das Recht geben, die Deckelung anzupassen oder sogar ganz aufzuheben.

Doch jede Deckelung wird wahrscheinlich zu einer bedeutsamen Veränderung führen, wie die Banken ihre Mitarbeiter bezahlen. Wir rechnen mit steigenden Grundgehältern und weiteren Entlassungen.

Alex Beidas ist bei der Rechtsanwaltskanzlei Linklaters für Anreizprogramme für Mitarbeiter zuständig.        

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