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Nach den Deutschen: Kommen jetzt die Österreicher in die Schweiz?

Neben geschliffenen Hochdeutsch könnte künftig Wiener Schmäh in Zürich häufiger zu hören sein. Hier ein Foto der Wiener Hofburg.

Neben geschliffenen Hochdeutsch könnte künftig Wiener Schmäh in Zürich häufiger zu hören sein. Hier ein Foto der Wiener Hofburg.

Nicht nur die Deutschen zieht es in Scharen in die Schweiz. Auch für die Österreicher scheint die Deutschschweiz das gelobte Land darzustellen. So fragte das österreichische Marktforschungsinstitut IMAS  in einer repräsentativen Umfrage:  Wohin junge Österreicher mit guter Berufsausbildung hingehen sollten, wenn Sie Karriere machen wollen.

Darauf empfohlen 39 Prozent der Befragten einen Umzug in die Schweiz. Auf Platz zwei und drei folgen Deutschland mit 34 Prozent und Schweden mit 20 Prozent. Großbritannien liegt mit nur 13 Prozent schon auf einem abgeschlagenen  vierten Platz. Weiter heißt es von IMAS: „Völlig undenkbar ist es für Österreicher, sich einen Job in Griechenland oder Bulgarien zu suchen.“ Woran das wohl liegt?

Da Deutschland rund zehnmal größer als die Schweiz ist, wiegt der Vorsprung der Eidgenossen umso schwerer. Dabei hat sich die Arbeitslosigkeit in Deutschland seit 2005 deutlich verringert, als die Zahl der Unbeschäftigten zeitweilig auf über 5 Mio. kletterte. Dagegen wies Deutschland im September nach der Statistik von Eurostat eine Arbeitslosigkeit von gerade einmal 5,4 Prozent aus. Dies war immer noch höher als in Österreich mit 4,4 Prozent, wobei die Alpenrepublik innerhalb der EU sogar die niedrigste Arbeitslosenquote aufweist.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wieso Österreicher überhaupt ins Ausland gehen sollten. Ein gewichtiger Grund hierfür scheinen die Erwartungen an ein höheres Gehaltsniveau zu sein. So gaben 35 Prozent der Befragten an, dass das Gehaltsniveau in Deutschland höher als in Österreich sei. 27 Prozent vertraten hingegen die gegenteilige Auffassung. Bei der Schweiz dürfte ein solcher Vergleich unstrittig ausfallen.

IMAS sieht in den Verlockungen des Auslands indes auch ein Risiko für den heimischen Arbeitsmarkt: „Darin liegt vor allem im Hinblick auf die Bundesrepublik (Deutschland) eine gewisse politische Brisanz, wenn man bedenkt, dass Österreich selbst einen ungedeckten Bedarf an Fachkräften hat und dass ein Exodus von Spezialisten zum reichen EU-Verwandten nicht im rot-weiß-roten Interesse sein kann.“

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