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Wie das CFA Institut mit Claritas den Fortbildungsmarkt aufmischen will

©istockphoto/matt_benoit

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Der CFA ist mittlerweile zum Branchenstandard für Investmententscheider avanciert. Allein an den Juniprüfungen zum CFA haben fast 119.500 Kandidaten in allen drei Leveln teilgenommen. Doch jetzt plant das CFA Institute mit einer neuen Fortbildung für die Investmentbranche zu reüssieren: dem Claritas Investment Certificate.

Das Programm richtet sich indes an eine Zielgruppe unterhalb von Portfolio Managern, Analysten und anderen Berufsfeldern, die direkt mit Investitionsentscheidungen betraut sind. „Es handelt sich um ein umfassendes, globales, unternehmensweites Fortbildungsprogramm, das konzipiert wurde, um allen, die mit den Investment-Entscheidungsträgern zusammenarbeiten, ein klares Verständnis der Grundlagen der Branche, ihren Aufgaben und ihren beruflichen und ethischen Verantwortungen darin zu vermitteln“, heißt es in einer ersten Broschüre über Claritas.

Damit wendet sich das Programm also an Back- und Middleoffice-Personal: „Vom Kundendienst bis zu Compliance; von Human Resources bis zu IT und Operations; von Sales und Marketing bis hin zur Rechtsabteilung. Es ist ideal für viele unterschiedliche Personen, die in ihrem Unternehmen nicht direkt in die Analyse oder Investmententscheidungen involviert sind, aber dennoch eine kritische Rolle bei deren Unterstützung spielen.“ Insgesamt rechnet das CFA Institut, dass es in der Branche für jeden Investmentverantwortlichen etwa zehn Supportfunktionen gibt.

Daher sind die Anforderungen gegenüber dem CFA deutlich abgespeckt. Ausdrücklich werden für Claritas keine Voraussetzungen erhoben. Während das CFA Institut für die Vorbereitung auf die Prüfungen zu den drei Leveln des Programms jeweils mindestens 300 – also insgesamt 900 Stunden – empfiehlt, sollen die Kandidaten für das Claritas Certificate lediglich insgesamt 100 Stunden über dem Lehrstoff brüten.

Am Ende steht eine zweistündige Prüfung, die einen Multiple-Choice-Test in einem Online-Testcenter umfasst. Die Reise zu einer Präsenzprüfung wie z.B. in den Frankfurter Messehallen ist hierzu nicht länger erforderlich. Da die Prüfung am Computer erfolgt, werden die Ergebnisse unmittelbar mitgeteilt. Als Kosten veranschlagt das CFA Institut inklusive Kursunterlagen und Prüfung 685 US-Dollar (540 Euro, 650 Franken).

Bei den Lehrinhalten setzt das CFA Institut wie beim CFA auch auf eine Mischung von fachlichen und berufsethischen Komponenten, wobei das Claritas Programm insgesamt aus sieben Modulen besteht:

  1. Branchenüberblick: Wie die Investmentindustrie von oben nach unten organisiert ist.
  2. Ethik und Regulierung
  3. Handwerkszeug: Dabei geht es um Grundkenntnisse im Verständnis von Geschäftsberichten, Volkswirtschaftslehre, den internationalen Handel und Devisenaustausch.
  4. Investmentvehikel:  Hierbei geht es um die Anlageklassen Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Derivate und alternative Investments.
  5. Aufbau der Branche:  Dabei dreht es sich um den Aufbau der Branche, die Investmentvehikel und die Charakteristiken der Märkte.
  6. Kontrollinstrumente:  Dies umfasst die Dokumentationspflichten innerhalb der Investmentindustrie, Risikomanagement und die korrekte Ermittlung von Performance.
  7. Kundenbedürfnisse: Hier dreht es sich um die Bedürfnisse der Kunden, aber auch um die Asset Allocation sowie die Unterschiede von aktiven und passiven Investments.

Nicht nur die Prüfung, sondern auch der Lehrstoff soll online vermittelt werden. Alternativ werden die Inhalte jedoch auch in Buchform erhältlich sein. Wie der CFA ist Claritas also als Selbststudium angelegt.

Das Programm befindet sich laut dem CFA Institut indes noch in der Testphase. Von Januar bis April soll ein erster Testlauf stattfinden. Bei der Jahresversammlung im kommenden Mai in Singapur will das CFA Institut mit Claritas offiziell an den Start gehen.

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