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Aus für die Bonusträume der Deutsche Bank-Mitarbeiter?

Die Bonushoffnungen der Deutsche Bank-Mitarbeiter haben am Montagabend einen herben Rückschlag erlitten. Denn der deutsche Branchenprimus meldete überraschend einen Einbruch des Vorsteuergewinns im vierten Quartal auf rund 700 Mio. Euro. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Vorsteuergewinn von gut 1,2 Mrd. Euro gerechnet.

Damit purzelt der Gewinn vor Steuern von 5,202 Mrd. Euro in 2009 auf 3,968 Mrd. Euro in 2010, was einen Einbruch von 24 Prozent bedeutet. Da die Bonuszahlungen maßgeblich an die Geschäftsentwicklung gebunden sind, dürfte sich dies auch nachteilig auf die Portemonnaies der Mitarbeiter auswirken.

Analysten und Marktteilnehmer nehmen die Nachricht schulterzuckend zur Kenntnis

Dennoch gibt es einen kleinen Lichtblick für die Beschäftigten: Die Marktteilnehmer nahmen die nachbörsliche Meldung mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Die Aktie legte nach dem Handelsbeginn sogar marginal auf 43,23 Euro zu. Da die variablen Vergütungen zu einem beträchtlichen Teil aktienbasiert erfolgen, dürfte dies bei den Mitarbeitern für Erleichterung sorgen.

Laut BernsteinResearch schnitt die Bank besser ab als ihre US-Konkurrenten. So verminderte sich der Gewinn pro Aktie gegenüber dem Vorquartal um lediglich 11 Prozent auf 57 Eurocent, während er bei den US-Banken sogar um 16 Prozent abnahm. “Trotz des Fehlschlags glauben wir, dass das Ergebnis als positiv betrachtet werden sollte, da die Erträge höher ausfielen als die Erwartungen und die Kosten aufgrund von einmaligen Aufwendungen aufgeblasen werden”, sagt Dirk Hoffmann-Becking von BernsteinResearch mit Blick auf die Postbankübernahme.

Müssen Investmentbanker den Gürtel enger schnallen?

“Aufgrund der erstmaligen Konsolidierung der Deutschen Postbank AG sowie übernahmespezifischer Kosten und beschleunigter Investitionen in die Neuausrichtung der Bank, die u.a. Integrationsmaßnahmen im Bereich Corporate and Investment Bank (CIB) und die Sal. Oppenheim Gruppe betreffen, nahmen die zinsunabhängigen Aufwendungen auf rund 6,3 Mrd. Euro zu”, heißt es in der Mitteilung der Bank. Damit stiegen die Kosten im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um stolze 50 Prozent.

Während die hohen Kosten bei der Postbankübernahmen und der Integration von Sal. Oppenheim bereits im Vorfeld bekannt waren, lässt die gesonderte Erwähnung des Investmentbanking doch aufhorchen. Denn in der Vergangenheit erwies sich das von Anshu Jain geleitete Investmentbanking als der Goldesel der Deutschen Bank, der allein für 83 Prozent des Vorsteuergewinns in 2009 verantwortlich war. Damit dürften sich auch die Bonusträume so manchen Investmentbankers verflüchtigen.

Das detaillierte Geschäftsergebnis wird die Deutsche Bank wie geplant am kommenden Donnerstag (3. Februar) präsentieren. Nach eFinancialCareers.de-Informationen erfahren die Mitarbeiter ab dem 12. Februar die Höhe ihrer variablen Vergütungen für 2010.

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