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GASTKOMMENTAR: Wieso ein Starperformer gefährlich für Ihr Team sein kann

“Einen Star einzustellen, gleicht einer Organtransplantation”, bemerkt der Head of Research bei einer renommierten Investmentbank der Wall Street. “Zunächst kann der Körper das wertvolle Organ abstoßen, das so gute Dienste in einem anderen Körper geleistet hat. Manchmal schädigt auch das neue Organ gesunde Körperteile, indem es einen überproportionalen Anteil an der Blutversorgung beansprucht. Andere Körperteile beginnen, ihm das zu verübeln, sie beginnen zu schmerzen, verlangen Aufmerksamkeit oder drohen zu versagen. Sie sollten sehr genau überlegen, bevor Sie ein Organ in einen gesunden Körper transplantieren. Sie können Glück haben, doch der Erfolg ist selten.”

Viele Manager stellen fest, dass das Anheuern eines Stars oftmals die Arbeitsmoral der Mitarbeiter beeinträchtigt, aber die meisten unterschätzen das Ausmaß der Turbulenzen und Nachbeben.

Der erste Zankapfel ist üblicherweise die Vergütungsfrage. Es dauert für gewöhnlich nicht lange, bis Einzelheiten des Deals mit dem Neuankömmling die Runde machen.

Falls das Unternehmen weitaus mehr Geld und erstrebenswerte Ressourcen über einem Newcomer ausgießt als über einem getreuen Mitarbeiter der Firma, der eine ähnlich gute Leistung erbracht hat, dann sind der getreuer Mitarbeiter und andere Angestellte oftmals mehr oder weniger sofort demoralisiert.

Unternehmen, die begierig nach Stars sind, gewähren diesen auch gerne andere begehrte Ressourcen wie z.B. eigene Mitarbeiter als Teil der Anstellungsopakets. Loyale Angestellte können dann schnell verbittert werden, denn ohne vergleichbare Ressourcen können sie wohl kaum eine ähnlich gute Leistung erbringen wie der neu eingestellte Knaller.

Der Eindruck von Unfairness und Ungleichbehandlung kann schnell um sich greifen. Menschen wählen üblicherweise Personen, die ihnen ähnlich sind als Vergleichsmaßstab, wenn es darum geht, ob ihre Belohnung ihrem Beitrag angemessen ist und ob sie fair behandelt werden. Falls sie zu der Schlussfolgerung gelangen, dass sie unterbezahlt und unterbewertet sind, dann sind sie geneigt, ihre Zeit mit Beschwerden und Streitigkeiten zu vergeuden, oder aber sich passiv zu rächen, indem sie sich weniger anstrengen und ihr Engagement verringern. Empörte Mitarbeiter können vielleicht auch die Zusammenarbeit mit dem ungeschätzten Newcomer ablehnen oder aktiv nach einer neuen Stelle Ausschau halten.

Hierbei handelt es sich um einen Ausschnitt aus “Chasing the Stars” von Boris Groysberg, der Associate Professor in Organisationsverhalten an der Havard Business School ist.

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