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GASTKOMMENTAR: Wie Sie einen Recruiter ansprechen, wenn Sie mehr als ein Jahr arbeitslos sind

David N. Schwartz

Wenn Sie seit mehr als einem Jahr keine Arbeit haben, wie können Sie sich dann an einen Headhunter oder potenziellen Arbeitgeber wenden?

Zunächst müssen Sie ehrlich sein, wieso Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben. Erläutern Sie die Hintergründe für den Jobverlust und sofern Sie gute Referenzen von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber haben, sollten Sie diese dem Recruiter auch vorlegen. Falls Sie sich aus persönlichen oder familiären Gründen entschieden haben, eine Auszeit zu nehmen, dann sollten Sie dies ebenfalls deutlich machen.

Zweitens sollten Sie belegen können, dass Sie die Auszeit nicht vergeudet haben. Wenn Sie also seither versucht haben, einen neuen Job zu finden, dann sollten Sie eine kurze Zusammenfassung bereithalten, welchen Strategie Sie für die Jobsuche entwickelt und welche Schritte Sie unternommen haben, um diese umzusetzen. Umso mehr Sie dem Recruiter zeigen können, dass Sie den Arbeitsmarkt aus dem Effeff kennen – wer einstellt, wer entlässt und wieso – desto glaubwürdiger wirkt Ihre Strategie und desto positiver wird ein Recruiter Ihre Bewerbung aufnehmen.

Vielleicht haben Sie die Zeit genutzt, um neue Kompetenzen zu erwerben. Möglicherweise haben Sie auch an einer Outplacementberatung teilgenommen und die Gelegenheit genutzt, um Ihre Karriereziele neu zu definieren. Oder Sie haben die Zeit genutzt, um etwas abseits Ihrer Karriere zu unternehmen, was Sie schon immer machen wollten: Reisen, ein Buch zu schreiben, sich freiwillig für etwas zu engagieren oder ein neues Geschäft auszutüfteln, das leider nicht erfolgreich war. Haben Sie keine Angst davor, klaren Tisch zu machen. Denn Recruiter sollten dies als eine Form der Reife, des unternehmerischen Geistes oder des Bürgersinns begreifen, welches Sie zu einem besseren Kandidaten macht als jemand ohne diese Erfahrungen.

Doch am allerwichtigsten ist, dass Sie den Eindruck von Optimismus und positiver Energie vermitteln. Falls Sie nach einem Jahr der Jobsuche frustriert sind, dann können Sie leicht in Verzweiflung versinken. Finden Sie einen Weg, sich wieder aufzurichten, indem Sie sich z.B. die Erfolge in Ihren bisherigen Arbeitsstationen vergegenwärtigen oder andere Leistungen, auf die Sie stolz sein können. Falls Ihnen dies nicht gelingt, dann werden die Frustration und negative Energie, die Sie in sich fühlen, üblicherweise von einem Recruiter wahrgenommen, und dies kann die schlimmstmögliche Wendung darstellen.

David Schwartz ist Chef des Recruitmentunternehmens DN Schwartz & Co und war früher als Head of Recruitment bei Goldman Sachs tätig.

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